Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Brutaler Überfall: Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht
Lokales Segeberg Brutaler Überfall: Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 21.02.2019
 Prozessauftakt im Kieler Landgericht gegen den mutmaßlichen Drahtzieher eines brutalen Raubüberfalls in Norderstedt: Der Angeklagte (2. v.l .) zwischen seinen Verteidigern Joachim Lauenburg und Gül Sabinha Pinar (mit Referendar). Quelle: Thomas Geyer
Norderstedt/Kiel

Sie kamen kurz vor Weihnachten als Paketboten verkleidet, um den Tresor einer Unternehmerfamilie in Norderstedt im Kleinlaster abzutransportieren. Die Eindringlinge überwältigten die Hausfrau (50), fesselten und knebelten sie. Doch die Tochter (18) konnte einen Notruf an die Polizei absetzen: Der geplante Millionen-Coup lief ins Leere. Seit Donnerstag muss sich der mutmaßliche Drahtzieher des Raubüberfalls vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Zum Prozessauftakt räumte der 56-jährige Angeklagte ein, für den brutalen Überfall vom 20. Dezember 2017 drei Mittäter angeheuert zu haben. Zwei von ihnen wurden bereits zu Haftstrafen bis fünfeinhalb Jahre verurteilt. Bis zu sieben Jahre und acht Monate hatte die Staatsanwaltschaft gefordert. Weil Anklage und Verteidigung in Revision gingen, sind die Urteile noch nicht rechtskräftig.

Handwerker gab Tipp

Laut Anklage rechnete das Gangster-Quartett mit mindestens 600 000 Euro Beute. Nach Angaben der Besitzer wurde der Tresor jedoch schon länger nicht mehr benutzt. Der aus Serbien stammende Initiator erklärte am Donnerstag über seine Verteidigerin, wie er den Tipp bekam: Ein befreundeter Handwerker, der im Haus des Gastronomen Elektroarbeiten ausführte, habe ihm verraten, dass dort viel Bargeld zu holen sei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater von vier Kindern vor, für die Tatausführung neben dem Kleinlaster auch Kabelbinder, Klebeband und einen Elektroschocker besorgt zu haben. Während der Angeklagte in sicherer Entfernung auf einem Supermarkt-Parkplatz an der Ulzburger Straße auf die Übergabe der Beute wartete, klingelte ein falscher Hermes-Bote an der Tür der Opfer.

„Paket!“ rief einer der Räuber gegen 18.30 Uhr durch die geschlossene Haustür. Die arglos öffnende Frau wurde zu Boden geschleudert, getreten, gefesselt und geknebelt, nachdem sie den Tätern 50 Euro Bargeld aus ihrem Portemonnaie ausgehändigt hatte. Während die Männer das Erdgeschoss durchsuchten, schöpfte die Tochter im Obergeschoss Verdacht. Die 18-Jährige schloss sich in ihrem Zimmer ein und alarmierte die Polizei.

Die Männer traten die Tür ein

Laut Anklage traten die Männer ihre Tür ein, fesselten und knebelten sie und drückten ihr einen Elektroschocker in die Seite. Sie raubten ihr Handy, nahmen eine Designer-Handtasche mit und liefen vor dem Haus der Polizei in die Arme. Zwei Beteiligte konnten zunächst flüchten.

Inzwischen wurde auch der vierte Mann festgenommen: „Pawel“ sitzt in der Ukraine in Auslieferungshaft und soll kommende Woche nach Kiel zur Zeugenaussage überführt werden. Allerdings kann er wie seine Mittäter bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung die Aussage verweigern, um sich nicht selbst zu belasten.

Der seit 1988 in Deutschland lebende Drahtzieher muss sich nach Überzeugung der Staatsanwälte Marius Heller und Florian Müller-Gabriel auch die brutale Misshandlung der Hausfrau anrechnen lassen: Seine Komplizen hätten der 50-Jährigen einen Halswirbel gebrochen. Sie leide seitdem an Angstzuständen und Bluthochdruck.

Angeklagter weist Führungsrolle zurück

Vor Gericht brachte der Angeklagte seine eigenen Krankheiten ins Spiel. Mit brüchiger Stimme berichtete er von den langjährigen Folgen eines schweren Verkehrsunfalls, von Geldnot, Herzinfarkt und Krebsverdacht. Er sei arbeitsunfähig, könne kaum noch schlafen und wolle endlich „reinen Tisch machen“.

Die Führungsrolle bei dem missglückten Coup weist er jedoch zurück, von einem Elektroschocker habe er nichts gewusst. Die anderen, sagt er, hätten ihm alles in die Schuhe geschoben. Für den Prozess hat die Kammer sieben weitere Verhandlungstage bis Mitte April angesetzt.

Thomas Geyer

Sie sollen die VHS Rickling wieder auf Kurs bringen: Geert Uwe Carstensen hat den seit Monaten vakanten Vorsitz übernommen, Holger Müller den Stellvertreterposten. Zum Start gab’s das neue Programm.

21.02.2019

Nachdem bekannt geworden war, dass der 93-Jährige seit Wochen in seinem Auto geschlafen haben soll, rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft durch die sozialen Netzwerke und weit über Bad Segeberg hinaus. Doch die Geschichte basiert offenbar auf einem Missverständnis.

21.02.2019

Das Herz von Kirchenmusikerin Anna Hinrichsen gehört der Popmusik. Mit ihrem Gesang sorgt sie für die ganz besonderen Momente im Leben, die man nicht mehr vergisst.

20.02.2019