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Segeberg Von der Karl-May-Bühne in den Dschungelcamp-Härtetest
Lokales Segeberg Von der Karl-May-Bühne in den Dschungelcamp-Härtetest
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20:37 02.01.2020
Raúl Richter (32) spielte in der Erfolgssaison 2019 den titelgebenden Sohn des Bärenjägers bei den Karl-May-Spiele in Bad Segeberg. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
Bad Segeberg

Raúl Richter reiht sich ein bei Karl-May-Stars wie Winfried Glatzeder, Lisa Fitz, Ingrid van Bergen und Mathieu Carriere, die sich nicht zu schade für die RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ waren. Im RTL-Quotenbringer mit etwa acht Millionen Zuschauern wird die Ekelgrenze im Umgang mit Kakerlaken, dem Verzehr von Würmern oder Fischaugen sowie dem Aushalten von Ängsten zelebriert. Promis setzen sich Torturen und dauerhaften Brechreiz aus, kassieren dafür fette Gagen. Ziel ist es, möglichst viel auszuhalten, dabei eine gute Figur zu machen und möglichst klaglos den Voyeurismus des Publikums zu bedienen. Als Ehre lockt die RTL-Dschungelkrone.

Markus Majowski hat Dschungel-Auftritt bereut

Die zwölf Kandidaten von 2020, darunter auch Günther Krause, Sonja Kirchberger und Sven Ottke wissen nicht, was sie erwartet, ob eimerweise grüne Ameisen oder Mehlwürmer über ihren Kopf geschüttet werden oder andere Überraschungen drohen. Schauspieler Markus Majowski hat die Tortur schon mitgemacht – und es bereut. Bei den Karl-May Spielen 2011 spielte er grandios den Kantor Hampel, und gehörte mit seinen komödiantischen Auftritten in 72 Vorstellungen zu den Publikumslieblingen. Dann ging er 2017 in die RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“. Tatsächlich war der Dschungel nichts für den ambitionierten Schauspieler. Für Schlagzeilen sorgte Majowski, als er, an eine Holzwand gefesselt, mit Wasserstinkbomben beschmissen wurde und dabei ausrastete. Ob nun in Realität oder geschauspielert blieb damals offen. Er fiel in Ungnade, wurde am neunten Tag der Show von den RTL-Zuschauern aus dem Camp gewählt.

Vom Kalkberg ins Dschungelcamp – oder umgekehrt.

Gegenüber den LN erklärte Majowski am Donnerstag, dass ihm das Dschungelcamp trotzdem Kraft gegeben habe. Frei nach dem Nietzsche-Zitat: Was mich nicht umbringt, macht mich stärker. „Es ist eine wahnsinnig nervenaufreibende Geschichte.“ Man sollte sich in dem Camp immer Verbündete suchen, eine positive Rolle spielen, „und aufpassen, dass man nicht reingelegt wird“, gibt er Raúl Richter als Tipp mit auf den Weg nach Australien. Man dürfe sich keine Fehler leisten, auf den Schnitt der Szenen habe man später keinen Einfluss mehr. Die seriöse Fernsehkarriere fördere es nicht, „aber wenn man das Geld braucht, ist es eine gute Sache“, gibt Majowski zu. Er würde gerne wieder in Bad Segeberg bei den Karl-May-Spielen auf der Bühne stehen, bekennt er gegenüber den LN.

Raúl Richter hat sich vorbereitet

Sein künftiger Dschungel-Leidensgenosse Raúl Richter (32) wurde vor seinem Karl-May-Engagement in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt. Dort starb er vor über fünf Jahren den Serientod. Es wurde still um ihn, sehr still. Zuletzt machte er Schlagzeilen mit seiner Beziehung zur ehemaligen „Miss Tuning“ Vanessa Schmitt. Einen Vorgeschmack auf kommende Härteprüfungen gibt er selbst. Auf Instagram zeigte er sich beim Neujahrs-Eisbaden in der Ostsee in Beddingestrand in Südschweden. Er fragt seine Fans um Tipps, hüpft vorher mit dem Springseil und geht bei fünf Grad mit Mütze ins Meer. „Meine Füße haben echt gebrannt, es war sehr kalt“, schreibt er dazu auf Instagram.

Für ihn komme das Dschungelcamp genau zum richtigen Zeitpunkt, denn er habe während seiner Beziehung zehn Kilo zugenommen. Würmer scheut er nicht – die RTL-Show als Abnehm-Kur. „Der Dschungel ist ein Abenteuer und bringt einem wieder viel mediale Aufmerksamkeit, die man nutzen kann“, freut sich Raúl Richter im Interview mit RTL. Die Top 3 sei sein Ziel. „Statistisch sieht es ganz gut aus, denn alle Leute, die mal bei GZSZ waren, sind relativ weit gekommen.“

Karl-May-Spiele als Dschungel-Sprungbrett

Auffällig: Die Segeberger Karl-May-Spiele sind offenbar ein Sprungbrett für das Dschungelcamp. Am Kalkberg hat man in 72 Vorstellungen Durchhaltevermögen bewiesen – bei extremer Hitze oder strömenden Regen von Mai bis September. Neben Glatzeder hat sich auch Mola Adebisi den Dschungel-Prüfungen gestellt. Der ehemalige Viva-Moderator fuhr Jahre vorher als „Massa Bob“ in Bad Segeberg mit dem Planwagen vor. Ingrid van Bergen spielte 1992 die Indianerin „Kolma Puschi“, und wurde 2009 zur Dschungelkönigin „Ingrid I.“ gewählt. Zwei Jahre nach van Bergen zog ihr in Lübeck aufgewachsener Kollege Mathieu Carrière ins Camp. Er fiel dort als Lästermaul auf. Im Jahr 2000 hat er den „Ölprinz“ am Kalkberg gespielt. Allegra Curtis wurde 2002 in Bad Segeberg zur „Senorita Miranda“, 2013 ging sie ins Dschungelcamp. Kabarettistin Lisa Fitz kam 2004 aus dem Urwald und spielte danach 2011 in Bad Segeberg die resolute Siedler-Lady Rosalie in „Der Ölprinz“. – Mal sehen wie sich nun Raúl Richter schlägt. Die neue Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ startet am Freitag, 10. Januar, 21.15 Uhr.

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Von Wolfgang Glombik

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