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Segeberg Rettungsdienst: Stiller Wechsel zur RKiSH
Lokales Segeberg Rettungsdienst: Stiller Wechsel zur RKiSH
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15:26 11.02.2019
RKiSH hat Rettungsdienst in Segeberg übernommen. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 Die Rettungswagen in Segeberg haben ein neues Logo: Hellblau sind vier Kreise des weiß dargestellten Landes auf blauem Grund dargestellt. Darunter jetzt auch Segeberg. Statt DRK steht nun RKiSH auf den Fahrzeugen, das Kürzel für Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein, die am 1. Januar im Segebergischen den Rettungsdienst übernommen hat.

Im Gegensatz zum lauten Getöse nachdem der Kreis Ende 2016 beschlossen hatte sich von DRK und KBA im Rettungsdienst zu trennen, hat es am 1. Januar einen geradezu stillen Wechsel gegeben, der von den Bürgern kaum bemerkt wurde. Landrat Jan Peter Schröder sprach im jüngsten Hauptausschuss von einem reibungslosen Übergang. Alles sei von Deutschem Roten Kreuz (DRK) und in Norderstedt vom Verein Krankentransporte, Behinderten- und Altenhilfe (KBA) fachlich gut vorbereitet gewesen. „Es ist völlig problemlos über die Bühne gegangen. Wie von uns gewollt zum 1. Januar 2019.“ Die drei anhängigen Gerichtsverfahren –DRK und KBA hatten die Rechtmäßigkeit der Kündigung angezweifelt – seien eingestellt worden. „Damit wurde die Kündigung zum Ende Dezember wirksam.“

Eine für den Übergang eingerichtete sogenannte Clearingstelle, die zwischen zwei Institutionen vermitteln soll, sei nicht ein einziges Mal in Anspruch genommen worden. Für einige Aufgaben, die im Zuge der Veränderung noch zu bewältigen sind, wie die Jahresschlussabrechnung, sind laut Schröder „keine grundsätzlichen Schwierigkeiten zu erwarten“. Aufgelaufene Defizite, für die der Kreis Geld vorgeschossen hatte, seien inzwischen ausgeglichen. „Mit viel Denkleistung ist aus meiner Sicht fachlich alles gut gelaufen“, sagte Schröder

Die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein

Die Kreise Steinburg, Dithmarschen, Pinneberg, Kreis Rendsburg/Eckernförde und, als jüngstes Mitglied, der Kreis Segeberg gehören zur Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein, kurz RKiSH. Die mehr als 1000 Mitarbeiter der gemeinnützige Gesellschaft, deren Gesellschafter alle fünf Kreise zu gleichen Teilen sind, sind für über eine Million Menschen rettungsdienstlich verantwortlich. Ihr Aufgabengebiet erstreckt sich nach eigenen Angaben über 42 Prozent der Fläche Schleswig-Holsteins. 44 Rettungswachen betreibt die RKiSH hier. Gegründet wurde sie 2005, Hauptsitz ist Heide. Die RKiSH wirb damit, Deutschlands modernste Akademie für Rettungsdienst zu betreiben.

Doch ein einfaches Umfirmieren, wie es in der Vergangenheit genannt wurde, ist es für manchen der 200 Betroffenen aus dem Kreis Segeberg nicht: „Es ist nicht mehr so familienfreundlich, denn es gibt bei der Planung keine Mitbestimmung mehr“, kritisiert ein Rettungssanitäter aus Segeberg, der nicht genannt werden möchte. Außerdem gebe es die Zwölf-Stunden-Rufbereitschaft nicht mehr. „Das war mit einem Schlag am 1. Januar vorbei. Nun sind es 24-Stunden-Rufbereitschaften.“ Das sei dennoch ein faires System, betont RKiSH-Sprecher Christian Mandel.

Eine weitere große Veränderung ist laut einem Rettungsdienstmitarbeiter, dass es die über Jahre zusammengewachsenen Teams nicht mehr gibt. „Da wird kein Wert mehr drauf gelegt. Die Einsatzteams werden einfach so eingeteilt.“ Aber es gebe auch Positives zu berichten: „Die Aufgaben in der Zentrale in Heide sind auf mehr Schultern verteilt. So hat man immer einen Ansprechpartner, das beschleunigt manches.“

Der ehemalige DRK-Rettungsdienstleiter Segeberg Ulf Möller (DRK) Quelle: HILTROP

Einer der nicht mehr dabei ist, ist Ulf Möller, Segebergs ehemaliger DRK-Rettungsdienstleiter. „Man konnte mir keine adäquate Stelle anbieten“, sagt der 58-Jährige. Der Segeberger hätte in der RKiSH-Zentrale in Heide oder in Pinneberg einen Job bekommen können. Das, was man ihm angeboten habe, sei jedoch nicht vergleichbar mit seinem bisherigen Job. „Darum stand das für mich nicht zur Diskussion.“ Nach fast 32 Jahren Arbeit im Rettungsdienst hat er seit dem 1. Februar eine neue Aufgabe beim DRK, ist hier nun zuständig für den Hausnotruf.

Wie sich der Segeberger Rettungsdienst unter der neuen Führung macht, wird die Zukunft zeigen. Für Anfang April hat die RKiSH eine 100-Tage-Bilanz angekündigt. Schon jetzt schaut der Landesrechnungshof interessiert auf die Entwicklung: Er habe mitgeteilt, dass die Organisation und Durchführung des Rettungsdienstes nun in allen Kreisen Schleswig-Holsteins geprüft werden soll, sagte Landrat Jan Peter Schröder.

Heike Hiltrop/Irene Burow

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