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Segeberg Rolex-Uhren gekauft und Sand erhalten
Lokales Segeberg Rolex-Uhren gekauft und Sand erhalten
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21:10 03.05.2018
Norderstedt

Den Betrag von 15 000 Euro hatte S. in bar gezahlt und als Geldwertpaket versandt, wie er jetzt vor dem Amtsgericht in Norderstedt erklärte. In einem Telefonat mit dem Uhrenverkäufer habe der versichert, die Uhren verschickt zu haben. Der Speditionsfahrer habe allerdings etwas unseriös gewirkt, habe der angebliche Verkäufer erzählt. Heiko S., der sich in mehreren Telefonaten freundschaftlich mit dem Uhrenverkäufer unterhalten hatte, war nach wie vor von dessen Ehrlichkeit überzeugt, schaltete aber dennoch die Polizei ein.

Unter anderem mit Hilfe von Fingerabdrücken wurde letztlich ermittelt, dass Nino K. die Uhren niemals verschickt hatte, sondern dass er es war, der stattdessen das mit Sand gefüllte Paket auf den Weg gebracht hatte. Mit mehreren Schichten Klebstreifen hatte der raffinierte Betrüger das Paket zugeklebt, um den Eindruck zu erwecken, jemand habe die Uhren auf dem Transportweg entnommen und das Paket wieder verschlossen.

Vor dem Amtsgericht räumte der wegen Betruges angeklagte 30-Jährige den Vorwurf ohne Wenn und Aber ein. Smart und redegewandt erzählte der inzwischen in Essen lebende Angeklagte davon, dass er sich damals in einer schwierigen Situation befunden habe. „Ich sollte eine Haftstrafe antreten, wollte aber abtauchen und brauchte deshalb Geld“, versuchte der Angeklagte seine Tat zu begründen. Der Käufer Heiko S. sei ihm richtig sympathisch gewesen, weshalb er es eigentlich von sich selbst besonders niederträchtig gefunden habe, den Mann so zu enttäuschen.

Heiko S. berichtete im Zeugenstand Ähnliches: Noch immer sichtlich von der Betrugstat geschockt, bestätigte der Zeuge, wie gut sich die beiden Männer verstanden hätten. Er habe dem Angeklagten, der einem persönlichen Treffen aber ausgewichen sei, völlig vertraut. Mehrmals rief der Zeuge aus: „Ich war so naiv!“ Neben dem zu verkraftenden finanziellen Verlust habe er jede Menge Ärger von seiner Frau bekommen, sagte S. „Ich hielt das Angebot für ein tolles Schnäppchen, denn normalerweise hätte man für die beiden Uhren mehrere Hundert Euro mehr bezahlen müssen“, so der Zeuge, der sich selbst als Uhrennarr bezeichnete.

Der Angeklagte hat ein umfangreiches Vorstrafenregister angesammelt, das vorwiegend aus Vermögensdelikten wie Betrug, Diebstahl und Unterschlagung besteht. Nähere Ausführungen machte Richter Jan Willem Buchert zu einer Tat aus dem Jahre 2012, bei der der Angeklagte einen Porsche Carrera für 23 900 Euro ersteigert und mit einem nicht gedeckten Überweisungsträger bezahlt hatte. Den Wagen verkaufte der Mann später für 13000 Euro. Ein anderes Mal lieh der Angeklagte ein hochwertiges Trekking-Rad aus und behauptete gegenüber der Leihfirma, es sei gestohlen worden, behielt das Rad aber für sich.

Der Angeklagte gab zu, dass ihm Luxusgüter zeitweise extrem wichtig gewesen seien. Während er studierte, jobbte er als Fitnesstrainer, finanzierte aber ansonsten seinen aufwendigen Lebensstil mit Straftaten. Diese führten ihn schließlich ins Gefängnis. Ein Jahr lang bis Januar 2018 saß der 30-Jährige in Haft und vermisste nach eigenen Angaben in dieser Zeit seine Partnerin und das gemeinsame, sechsjährige Kind so stark, dass er in sich gegangen sei und nun sein Leben ändern wolle.

Mehrmals betonte der Angeklagte im Laufe der Verhandlung, dass ihm Luxusgüter nicht mehr wichtig seien. Er habe jetzt einen unbefristeten Job im Verkaufsbereich, erhalte dort neben einem Grundgehalt eine Provision und werde keine Straftaten mehr begehen. Ungewöhnlich offen sprach der Angeklagte mit dem Zeugen Heiko S., den er so bitter enttäuscht hat: „Ich entschuldige mich. Ja, ich habe Sie betrogen, aber ich werde den Schaden wieder gutmachen und Ihnen das Geld zurückzahlen.“

Dieses Verhalten überzeugte Richter Buchert, der den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilte, diese jedoch zur Bewährung aussetzte. Gleichzeitig legte er dem Angeklagten auf, die Schadenssumme in Raten von 200 Euro monatlich an Heiko S. zurückzuzahlen.

LN

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