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Segeberg SB-Terminals: Sparkasse wirbt um Verständnis für Abbau
Lokales Segeberg SB-Terminals: Sparkasse wirbt um Verständnis für Abbau
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14:08 06.06.2019
Filialchef Kai Gräper und die Mitarbeiter der Sparkasse Südholstein informieren die Kunden derzeit direkt vor Ort Quelle: Oliver Vogt
Bad Segeberg

Die Ankündigung der Sparkasse Südholstein, ihre Selbstbedienungsterminals für Überweisungen Mitte Juli abzuschalten, hat nicht nur auf der Facebook-Seite der Lübecker Nachrichten für teils hitzige Diskussionen und zum Teil wütende Kommentare gesorgt. Wegen der erzürnten Reaktionen vor allem älterer Bankkunden kündigte der Bad Segeberger Seniorenbeirat eine Unterschriftenkampagne gegen die Pläne an. Auch Stadtpolitiker wie Anna-Patricia Thomsen (FDP) üben heftige Kritik. Die Sparkasse hat sich davon bisher aber nicht beirren lassen. Trotz des Gegenwindes sollen die Geräte wie geplant aus allen Filialen verschwinden.

Leasingvertrage für die Geräte laufen demnächst aus

Im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten verteidigt Kai Gräper, Leiter der Sparkassen-Filiale in Bad Segeberg, die Entscheidung des Unternehmens. Natürlich wisse man, dass die Terminals insbesondere zum Monatsende noch von vielen genutzt würden. Der Trend der vergangenen Jahre weise aber massiv in Richtung Online-Banking. Und natürlich stehe auch die Sparkasse Südholstein wegen der Niedrigzinsphase, deren Ende weiter nicht absehbar ist, unter hohem Kostendruck. Da die Leasingverträge für die Terminals demnächst ausliefen, „mussten wir uns die Frage stellen, ob wir weiter in eine Technik investieren wollen, die von vornherein nur als Übergangslösung gedacht gewesen ist“. Andere Sparkassen, zum Beispiel die Hamburger Sparkasse, böten solche Terminals ihren Kunden überhaupt nicht an.

Info-Veranstaltungen für ältere Bankkunden

Die Kunden würden aber nicht im Regen stehen gelassen, versichert Gräper. Im Gegenteil könnten sie es deutlich bequemer haben, anstatt vor den Terminals zu warten. Zum Online-Banking gebe es weiterhin drei alternative Wege. So könnten Überweisungen entweder am Schalter ausgeführt werden, durch das Ausfüllen eines Überweisungsträgers, der dann – rund um die Uhr – in den Briefkasten gesteckt werden könne oder telefonisch über die Online-Filiale, die von hauseigenen Mitarbeitern betreut werde. Extra Gebühren würden für keine dieser Varianten berechnet, betont Gräper.

In den vergangenen Tagen ist die Sparkasse dazu übergegangen, Kunden direkt an den Terminals über die Veränderungen zu informieren. Ende Juni soll es zudem Informationsveranstaltungen insbesondere für Senioren geben. „Es gibt manche, die zunächst sehr verärgert sind. Aber dann entwickeln sich meist sehr gute Gespräche“, sagt Gräper. Einige würden es auch sehr begrüßen, dass ihnen alternative Wege aufgezeigt würden. „Denn das Warten vor den Automaten kann eigentlich nicht bequem sein.“

Schönfeld: „Wohlbefinden der Segeberger“ im Blick halten

Ob die Segeberger der Argumentation folgen werden ist noch fraglich. Der Segeberger Seniorenbereit möchte in der kommenden Woche mit einer Unterschriftenaktion auf dem Marktplatz starten. Eine Maßnahme, die die FDP-Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung, Anna-Patricia Thomsen, ausdrücklich begrüßt. Bereits am Europawahlstand hätten viele Einwohner ihren Frust über die Sparkasse abgeladen. „Wir würden uns freuen, wenn die Sparkasse ihre Entscheidung revidiert und eine entsprechende SB-Terminal-Versorgung in der Fläche sicherstellt“, sagt Thomsen. Als öffentlich-rechtliche Bank genieße die Sparkasse ein hohes Ansehen und großes Vertrauen bei ihren Kunden. Dies zu verlieren, könnte sich am Ende als teurer herausstellen, als die Geräte beizubehalten, sagt die Stadtvertreterin.

Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) ist ähnlicher Ansicht. Er befinde sich auch bereits in Gesprächen mit der Leitung der Sparkasse. Für finanzielle Zwänge habe er zwar Verständnis, insofern sei es nachvollziehbar, wenn ein Teil der Automaten abgebaut werden müsse. „Aber warum es wirtschaftlich nicht leistbar sein soll, wenigstens eine kleine Zahl von Geräten stehen zu lassen, das müsste dann schon genauer begründet werden“, sagt der Bürgermeister. Letztlich müsse es schließlich „um das Wohlbefinden der Menschen im Kreis gehen“. Älteren und Menschen, die sich keinen Computer leisten können oder wollen, dürfe dieser Weg, ihre Bankgeschäfte zu tätigen, nicht verbaut werden. Schönfeld fordert deshalb explizit Landrat Jan Peter Schröder als Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Sparkasse auf, sich hier zu positionieren.

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Oliver Vogt

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