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Segeberg SPD will mehr Konzerte und Kunst auf der Seepromenade
Lokales Segeberg SPD will mehr Konzerte und Kunst auf der Seepromenade
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16:00 13.10.2019
Bad Segebergs SPD-Ortsvorsitzender Magnus Wittern und seine Großmutter, Elfriede Wittern. Die 89-Jährige erinnert sich noch gut und sehr gerne an Gesangsvorstellungen am Großen Segeberger See. Quelle: Heike Hiltrop
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Bad Segeberg

Sie kann sich wirklich sehen lassen, hat viel Flair und kommt bei Bad Segebergern und Besuchern gleichermaßen gut an – die Promenade am Großen Segeberger See. Zur Erinnerung: 2,3 Millionen-Euro hat ihre Neugestaltung vor über fünf Jahren gekostet. Doch viel los ist hier bestenfalls zum Stadtfest, Kultursommer mit Shanty-Festival oder beim Entenrennen. Weitere Veranstaltungen sind die Ausnahme. „Bedauerlich“, findet das Bad Segebergs SPD.

Der Segeberger Kultursommer an der Seepromenade. Quelle: Vogt

Ideen, wie die Kreisstadt mit ihrem Kulturangebot umgehen soll, gab es schon beim Kultur-Talk mit Bürgern im September. Nun legen die Genossen des Ortsvereins mit einem einstimmigen Beschluss nach. Sie fordern eine kulturelle Belebung der Seepromenade. Erster konkreter Vorschlag, der von Elfriede Wittern eingebracht worden ist: Kurkonzerte.

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Früher gab es regelmäßig Kurkonzerte

„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie an der Seepromenade gesungen wurde.“ Die 89-Jährige sitzt mit ihrem Enkel Magnus beim Kaffee in der Goldmarie und schaut über den Großen Segeberger See hinüber zur Promenade, die von ein paar Enten bevölkert ist. „Früher hat es regelmäßig Kurkonzerte gegeben. Es gibt so viele schöne Chöre in der Umgebung. Die könnten dort doch auftreten“, sagt die alte Dame, seit 2018 SPD-Mitglied. Und sie fragt sich, warum das vor einigen Jahren eingestellt wurde.

Große Kraftansrengung nötig

„Die Seepromenade ist wunderschön. Sie sollte ein Platz für Ruhe und Reflexion sein und ein Kontrapunkt zu dem, was in der Innenstadt los ist. Wir müssen ja nicht alles zu 100 Prozent ausnutzen, was wir haben“, sieht Veranstalter Ingo Micheel von Creativ Event die Idee eher kritisch. „Wir haben da ein Hotel, eine Klinik, den Naturschutz mit den Fledermäusen, die Angler und Anlieger. Da muss man ganz genau schauen, was möglich ist und sehr sensibel vorgehen.“ Die von ihm einst initiierte Kulturmartinée am See habe gezeigt, dass ein großer Besucherzuspruch einer sehr großen Kraftanstrengung im Vorwege bedarf.

Infrastruktur an der Promenade muss verbessert werden

Dass die erforderlichen Rahmenbedingungen nicht von Pappe sind, ist Magnus Wittern bewusst. Beim Bau der Promenade habe man trotz der Hinweise wohl aus Kostengründen auf Notwendiges verzichtet, darüber sei zu diskutieren. „Vor allem über eine verbesserte Bühnen-Infrastruktur mit Überdachung, ausreichend Sitzplätze und Toiletten.“ Die SPD adressiert ihren Beschluss „als offene Forderung“ an die Stadtpolitik. „Wir sehen das als Impuls. Die erste große Frage ist: Wie soll Kultur im öffentlichen Raum gestaltet werden?“ Der zweite ungeklärte Punkt sei die Finanzierung. „Wir haben in Bad Segeberg einen Kulturbeauftragten, der mit jährlich Budget von 5000 Euro auskommen muss und 4500 Euro für die Volksbankbühne ausgibt . ..“

Finanzierung über Null-Euro-Kulturschein oder Karl-May-Spiele

Ein Gedankenspiel, aber auch schon ein alter Hut: Mittel aus den Karl-May-Spielen für die Kultur einzusetzen. „Die bringen gut 1,3 Millionen Euro in den Haushalt“, argumentiert der Sozialdemokrat. Für jedes verkaufte Karl-May-Ticket, könne beispielsweise ein Euro in andere Kulturprojekte fließen, die Tourismusabgabe könne umgewidmet oder ein „Null-Euro-Kulturschein“ eingeführt werden. Der sei andernorts sehr erfolgreich.

Bisheriges Engagement soll nicht geschmälert werden

„Zu einer Kurstadt wie Bad Segeberg gehören Kurkonzerte. Ich bin mir sicher, dass sie machbar sind und eine Lösung gefunden werden kann. Kunst und Kultur müssen in den öffentlichen Raum und nicht nur in Hallen“, betont Magnus Wittern. Dabei wolle er das bisherige Engagement nicht schmälern, „aber alle unter einen Hut bringen. Es gibt viele tolle Aktivitäten in der Stadt, aber es fehlt die Koordinierung.“

Veranstaltungen am Großen Segeberger See

Der Null-Euro-Schein

Der Duisburger Zoohatte ihn als erster in Deutschland: Giraffe Kiringo, Tiger Elroy und Koalabär Thalera prangen seit 2016 auf ihrem Null-Euro-Schein. Andere zogen nach. Kiel etwa mit dem Geldschein, auf dem das Segelschulschiff Gorch Fock übers Meer schippert.

Der Null-Euro-Schein ist kein Zahlungsmittel, aber er sieht aus, wie eine echte Banknote. Genau das macht offenbar den Reiz des Souvenirs für Sammler aus. Die Idee: Der Differenzbetrag zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis könnte bei einem Bad Segeberger Null-Euro-Schein in Kulturprojekte fließen.

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Von Heike Hiltrop