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Segeberg Sammlung von Papier weiter beim WZV?
Lokales Segeberg Sammlung von Papier weiter beim WZV?
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21:10 27.02.2018
Bad Segeberg

Schon während der jüngsten Haustarifverhandlungen des Wege-Zweckverbandes hatte Verbandsvorsteher Jens Kretschmer die Option der Fremdabfuhr als Reaktion auf steigende Personalkosten ins Spiel gebracht und letztlich das bestehende System von Diplom-Ingenieur Christoph Tiebel, Geschäftsführer der Hamburger Atus GmbH unter die Lupe nehmen lassen. Seine Analyse stellte Tiebel den Mitgliedern des Abfallwirtschaftsausschusses jetzt vor und gab dabei Empfehlungen ab, wie die Kosten der PPK-Abfuhr im bestehenden System minimiert werden könnten. „Erst wenn dies auf Dauer nicht greift, sollte die PPK-Sammlung durch Dritte durchgeführt werden“, sagte Christoph Tiebel im Ausschuss.

Berg aus Pappe und Papier

16 556 Tonnen Papier, Pappe und Kartonagen haben die WZV-Mitarbeiter im vergangenen Jahr transportiert. Das entspricht einer durchschnittlichen Menge von 87,6 Kilogramm je Einwohner.

Verbesserungsvorschläge, die mithelfen sollen, die PPK-Abfuhr wirtschaftlicher zu machen, hatte der Fachmann gleich mehrere parat. Unter anderem riet er von zwei unterschiedlichen Sammelsystemen ab, denn diese seien immer ungünstiger als nur ein System. Tiebel gab den Ratschlag, die Depotcontainer-Sammelstellen aufzugeben. „Bei einem Vollanschluss mit blauen Tonnen müssen diese Depotcontainer-Systeme nicht weiterbetrieben werden. Anderswo sind sie auch längst abgeschafft worden. Das spart eine Menge Geld“, ist er überzeugt.

Auch gab er die Empfehlung ab, mehr Seitenlader als Hecklader einzusetzen, denn Seitenlader seien günstiger, weil sie mit weniger Personal unterwegs seien. Im Verbandsgebiet gebe es mehr Strecken, die auch mit Seitenladern angefahren werden könnten. Dass von dem Experten die Empfehlung für eine Ausschreibung der PKK-Abfuhr ausblieb, freute die Ausschussvorsitzende Karin David: „Ich habe Bauchschmerzen gehabt, als ich davon gehört habe. Wir als öffentlich-rechtlicher Entsorger sollten unsere Arbeitskräfte halten, denn gute Mitarbeiter sind Mangelware.“ So dachten offensichtlich auch die anderen Ausschussmitglieder, die sich letztlich einstimmig dafür aussprachen, die Depotcontainer einzusparen, Touren zu optimieren, das Personal zu halten und nur die PPK-Verwertung auszuschreiben.

„Das wird morgen Thema im Hauptausschuss sein. Der trägt schließlich die wirtschaftliche Verantwortung“, sagte der Verbandsvorsteher nach der Abstimmung. Die gestrige Sitzung des Hauptausschusses fiel allerdings nach einer internen Besprechung der Mitglieder mit Jens Kretschmer und Justiziar Nis Nissen aus. „Es fehlten noch Zahlen für die PPK-Sammlung und zum weiteren Vorgehen bei der Breitbandversorgung“, so der Vorsitzende Gerd Lentföhr.

Petra Dreu