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Segeberg Schackendorf: Enorme Mengen Trinkwasser versickert
Lokales Segeberg Schackendorf: Enorme Mengen Trinkwasser versickert
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19:09 13.02.2019
Trinkwasser ist wertvoll – doch in Schackendorf versickerten Tausend Kubikmeter unbemerkt. Quelle: dpa
Schackendorf

Sauberes Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Schon kleinen Kindern wird in der Schule eingebläut, wie wichtig Wasser ist und dass man sorgsam damit umgehen muss. Ein solches Selbstverständnis und mehr Aufmerksamkeit hätte sich die Gemeinde Schackendorf auch gewünscht, denn dort sind in eineinhalb Jahren 90 000 Kubikmeter sauberes Trinkwasser abhanden gekommen, irgendwo versickert und keiner hat davon etwas bemerkt.

Fehler beim Prüfen der Rechnung bemerkt

Zwischen 37 000 und 42 000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht Schackendorf im Jahresdurchschnitt. Im Jahr 2016 gab es einen ersten Anstieg auf 53 000 Kubikmeter, 2017 waren es bereits 72 000 Kubikmeter, 2018 dann sogar 96 000 Kubikmeter hochwertiges Trinkwasser, das der Wasserversorger Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg (EWS) nach Schackendorf geliefert hat.

Beschlüsse der Gemeindevertretung

In einer Einwohnerinformationhatte die Gemeinde interessierten Bürgern erläutert, dass sie das komplette Gemeindegebiet überplanen möchte, um den Dorfcharakter erhalten zu können und mehr Einfluss auf Bauanträge zu haben, die ohne vorhandene Bebauungspläne lediglich den Vorgaben des Baurechts unterliegen.

In der anschließenden Sitzung der Gemeindevertretung verpflichtete Bürgermeister Alexander Scheffler (WGS) die neue Gemeindevertreterin Ursula Krajewski, die ebenfalls der Wählergemeinschaft angehört. Sie rückte für Inga Pardon-Lüdtke nach.

In nächster Zeit wird der Kindergarten die Gemeindevertretung beschäftigen, die einen Trägerwechsel für die Einrichtung anstrebt. Auf ein Interessenbekundungsverfahren hat es zwei Bewerber gegeben, die ihre Konzepte in nicht öffentlicher Sitzung einem Gremium aus Gemeindevertretern, Kindergartenleitung und Elternvertretern vorstellen werden. Am selben Abend soll eine Beschlussempfehlung für eine außerordentliche Gemeindevertretersitzung ausgesprochen werden, die voraussichtlich am 13. März stattfinden soll.

Noch vor dem möglichen Trägerwechsel zu Beginn des neuen Kindergartenjahres jedoch ist Feiern angesagt. Der Kindergarten wird nämlich am 25. Mai 25 Jahre alt. Ein Festausschuss plant die Sause, an der sich die Gemeinde mit 300 Euro beteiligt.

4000 Euro hat Schackendorf im neuen Haushalt für Spielgeräte vorgesehen. Um nicht am Bedarf der Kinder vorbeizuplanen, sollen diese in die Auswahl eingebunden werden. Dafür hat die Gemeinde eine Kinder- und Jugendbeteiligung am 16. März vorgesehen.

Außerdem wurde ein Bauantrag für den Ausbau eines Dachgeschosses positiv beschieden. Grünes Licht gab es zudem für die Errichtung eines Wohngebäudes auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots.

„Dass etwas nicht stimmen kann, ist uns im November vergangenen Jahres bei der Prüfung der Jahresrechnung 2017 im Finanzausschuss aufgefallen. Erst hieß es, dass die Wasserpreise gesenkt werden könnten, plötzlich aber hatte das Amt eine Erhöhung von 32 auf 68 Cent kalkuliert. Uns war sofort klar, dass da etwas nicht stimmen kann“, sagte Bürgermeister Alexander Scheffler (WGS) am Dienstag in der Sitzung der Gemeindevertretung.

Zunächst forderte er bei der EWS die detaillierten Verbrauchszahlen für seine Gemeinde an. Als dabei Fehler ausgeschlossen werden konnten, machte er sich zusammen mit Alt-Bürgermeister Jürgen Göttsch auf die Suche nach den zusätzlichen Wassermassen. Leider Fehlanzeige. Im gesamten Gemeindegebiet deutete nichts auf eine Leckage größeren Ausmaßes hin.

Fachfirma suchte das Leck

Am 17. Dezember beauftragte die Gemeinde für 1900 Euro eine Fachfirma, die fündig wurde. Das kostbare Nass floss auf einem Privatgrundstück aus einem Leck in einer Stahlleitung. Streng genommen hätte der Eigentümer den Schlamassel am Hals, den jedoch möchte die Gemeinde nicht im Regen stehen lassen. „Der Eigentümer hätte gar keine Chance gehabt, auf die Leckage aufmerksam zu werden. In dem Bereich gibt es keine Wasserzähler, und äußerlich deutete rein gar nichts auf ein Leck hin“, sagte Scheffler.

Aber wo sind die 90 000 Kubikmeter Trinkwasser geblieben? Mit der Menge könnten immerhin 666 666 Badewannen gefüllt werden. Einzige Erklärung: Das wertvolle Gut ist im sandigen Boden einfach sang- und klanglos versickert.

Gemeindevertretung kritisiert höhere Abschlagszahlen

Der Frust in der Gemeindevertretung ist groß. „Anhand der Abnahmezahlen konnte man ganz genau sehen, dass der Verbrauch im Juli 2017 enorm in die Höhe geschnellt ist und konstant hoch blieb. Das hätte doch jemandem auffallen müssen, bei der EWS, aber auch im Amt Trave-Land. Stattdessen sind höhere Abschlagszahlungen angewiesen worden, ohne uns darüber zu informieren“, kritisierte Angelika Aust (WGS). Das sieht Alexander Scheffler ähnlich. „Nach meinem Verständnis müsste doch irgendwo eine rote Lampe aufleuchten, wenn solche gravierenden Änderungen eintreten.“ Er hofft, mit der EWS eine einvernehmliche Lösung zu finden, denn immerhin beläuft sich der Schaden auf 50 000 bis 60  000 Euro.

Petra Dreu

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