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Segeberg Schackendorf: Planänderung für bis zu 200 Flüchtlinge
Lokales Segeberg Schackendorf: Planänderung für bis zu 200 Flüchtlinge
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22:01 25.03.2015
Schackendorf

Die Suche nach Wohnungen für Flüchtlinge ist derzeit das brennendste Thema in allen Gemeinden des Kreises Segeberg. Überall wird händeringend nach Wohnraum für die vielen, zum Teil schwer traumatisierten Menschen gesucht. Verschärft wird die Lage noch durch die Sanierung der Asylbewerberunterkunft in Schackendorf. Die Bauarbeiten können nur bei Leerstand des gesamten Gebäudes ausgeführt werden, folglich kommen die derzeit 80 Bewohner noch zu den 1900 Menschen hinzu, die der Kreis Segeberg unterbringen muss.

In Schackendorf stellte die Kreisplanung am Dienstag die vorgesehene Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gebiet der Asylbewerberunterkunft vor. Auslegt ist die Änderung auf bis zu 200 Menschen, die dort leben sollen. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erläuterte Heike Jendrny, Planerin beim Kreis Segeberg. Sie habe die Bauleitplanung vorgestellt. Es gebe die Option, die Asylbewerberunterkunft auf bis zu 200 Personen zu erweitern. Das werde gemacht, um sich die Möglichkeit dafür offenzuhalten und nicht in ein bis zwei Jahren den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan erneut ändern zu müssen. „Ob eine solche Option dann auch tatsächlich gezogen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt“, so Heike Jendrny auf LN-Anfrage.

Bisher sind in der Schackendorfer Gemeinschaftsunterkunft Plätze für 78 Menschen vorhanden. Nach der Sanierung sollen es 85 Plätze sein. Das 1955 errichtete Gebäude soll unter anderem neue Sanitäranlagen und Küchen erhalten. Geplant ist eine umfassende Dämmung der Außenwände, eine Erneuerung der Leitungen, der Heizungsanlage und des Brandschutzes. Umgesetzt werden sollen zudem Mindestvorgaben des Landes: Pro Asylbewerber müssen sechs Quadratmeter Fläche Wohn- und Schlafbereich zur Verfügung stehen, zwei weitere Quadratmeter stehen jedem Asylbewerber an Gemeinschaftsraum zu.

Nach mehreren Kostensteigerungen und einer Verpflichtungsermächtigung über ein halbe Million Euro liegen die Investitionskosten derzeit bei zwei Millionen Euro. 70 Prozent davon übernimmt das Land Schleswig-Holstein. Die Zahlen der unterzubringenden Flüchtlinge schweben derzeit wie ein Damoklesschwert über den Kreisen, Städten, Ämtern und Gemeinden. Auch in Schackendorf appellierte der stellvertretende Leiter des Amtes Trave-Land, Thomas Dziuk, an die Einwohner, Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

pd

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