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Segeberg Fröhliche Schüler-Demo für Klimaschutz auf Bad Segeberger Marktplatz
Lokales Segeberg Fröhliche Schüler-Demo für Klimaschutz auf Bad Segeberger Marktplatz
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18:16 15.03.2019
Mit dem Megafon brachte Benjamin mächtig Stimmung und auch Disziplin in die Demo auf dem Marktplatz. Er ließ sogar durchzählen. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

 Es ist ein fröhliches Getöse, fast schon Partystimmung auf dem Marktplatz. An die 400 Schüler demonstrieren am Freitag im Bad Segeberger Zentrum für mehr Klimaschutz. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, wird skandiert. Mit Sprechchören, lauten Trommeln und Tröten machen die Jugendlichen, die von Schulen aus Bad Segeberg und dem Umland kommen, auf sich aufmerksam.

„Macht mal mehr Stimmung“, ruft Benjamin vom Brunnenrand, tanzt über den Platz. Es gibt ansteckende Fröhlichkeit, aber auch nachdenkliche Töne: „Ich möchte, dass meine Kinder nicht in Geschichtsbücher blicken und sich denken: Warum haben sie sich so entschieden? – Warum haben sie nichts geändert? – Es war doch absehbar“, ruft die 17-jährige Rahel aus Rickling den Teilnehmern der Demo zu.

Nina Swoboda demonstriert seit 14 Wochen mit Unterstützung ihrer Mutter jeden Freitag für Klimaschutz. Quelle: Glombik

Gemeinschaftsschule am Seminarweg mit zwei Klassen dabei

Mittendrin im Getümmel ist auch wieder Nina Swoboda (15), die schon seit 14 Wochen freitags streikt – nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Anfangs stand sie noch alleine da. Jetzt strahlt sie über das ganze Gesicht. So viele Jugendliche sind dabei. „Wir haben sehr für diesen Aktionstag geworben.“ Aus der Gemeinschaftsschule am Seminarweg seien zwei zehnte Klassen dabei. Auch aus der Gemeinschaftsschule am Burgfeld. Zusammen mit ihrer Mutter Dominque Swoboda hat sie die Demonstration angemeldet.

Die Jugend ist doch für die Belange ihrer Generation verantwortlich

Wie immer ist es ein friedlicher Protest mit Megafon, Liedern und Transparenten. Und immer mehr Ältere scheinen sich der Aktion „Fridays for Future“ anzuschließen. Klaus Westphal, pensionierter Regionalmanager des Kreises, macht einen Stop bei der Demo: „Wer soll es denn sonst machen? Die sind für die Belange ihrer Generation verantwortlich, die unter dem Klimawandel viel mehr leiden wird als wir. Wir Ältere sind da viel zu abgebrüht – die sind es noch nicht, und das ist gut so.“ Mit Unverständnis reagiert er, als er hört, dass einige Schüler dafür Sanktionen zu befürchten haben.

Schulen drohten offenbar mit „Missbilligungen“

Im Städtischen Gymnasium sollen die Schüler der Oberstufe, so berichtet eine demonstrierende Schülerin, ein ausdrückliches Verbot bekommen haben, am Freitag dem Unterricht fernzubleiben. Die Schüler hätten zu erscheinen, sonst gelte das als unentschuldigtes Fehlen. Im Wiederholungsfall drohe hier eine „Missbilligung“ , eine unter Schülern gefürchtete Sanktionsmaßnahme. Deshalb seien aus dem Städtischen Gymnasium auch weniger Schüler dabei gewesen, berichtet Demo-Mitorganisator Lennart Stahl von der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp. Auch vom Berufsbildungszentrum hätten sich Schüler entschlossen mitzumachen. „Die Demonstration auf dem Marktplatz ist wie aus dem Bilderbuch gelaufen“, zieht er später Bilanz.

Polizei lobt die friedliche Haltung

Auch Polizeibeamter Uwe Pawlowski, der die Demo beobachtet, zeigt sich von der friedlichen Haltung sehr angetan. Später seien weitere Schulklassen dazugestoßen, die vorher noch Arbeiten geschrieben hätten. „Respekt, hier gibt es keine Schulschwänzer“, sagt er schmunzelnd. Noch ein Lob: „Die werfen hier ja gar nichts weg“, habe ihm der für die Stadtreinigung zuständige Uwe zugerufen. Tatsächlich: Müllvermeidung ist auch Klimaschutz.

Wolfgang Glombik

Die Einsatzkräfte mussten wegen eines Unfalls ausrücken und leisteten Hilfe. Auf der Rückfahrt vom Einsatz kam es zum nächsten Alarm wegen eines erneuten Unfalls.

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