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Segeberg Sechseinhalb Jahre Haft für Raubüberfall
Lokales Segeberg Sechseinhalb Jahre Haft für Raubüberfall
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22:15 05.05.2014
Hartenholm

Für den nächtlichen Überfall auf ein Ehepaar in Hartenholm muss ein 33-jähriger Angeklagter sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sah es gestern als erwiesen an, dass der Mann einer von drei Tätern war, die das Ehepaar am frühen Morgen des 16. Oktober 2013 in dessen Haus überfallen und dabei fünf Goldmünzen sowie rund 1000 Euro Bargeld erbeutet haben. Der Mann habe sich damit des erpresserischen Menschenraubes und des schweren Raubes schuldig gemacht, urteilte das Gericht in dem Indizienprozess.

Einen mitangeklagten 42 Jahre alten Bekannten des Mannes sprach die Kammer frei. Ihm sei die Tat nicht nachzuweisen. Der Mann soll für die erlittene Untersuchungshaft Entschädigung erhalten. Von einem weiteren Täter fehlt jede Spur. Alle drei Männer waren nach der Tat geflüchtet. Das Ehepaar blieb zwar körperlich unverletzt, aber geschockt zurück.

Laut Urteil hebelten die Räuber die Terrassentür des Hauses auf und durchsuchten zunächst das Erdgeschoss. Im oberen Stockwerk weckten sie dann die schlafenden Eheleute mit dem Strahl einer Taschenlampe ins Gesicht. Dabei wurde ihnen der Mund zugehalten. Einer der Räuber bewachte die beiden 63-Jährigen, während die anderen die Schlafräume durchsuchten. Danach zwangen sie den nach einem Schlaganfall gehbehinderten Mann, die Tresorkombination zu nennen. Das Trio flüchtete mit den fünf Münzen und dem Bargeld. Die armenisch und russisch sprechenden Männer hatten auf eine Beute von mehr als 50 000 Euro gehofft. Doch der Mann hatte seine Münzsammlung kurz zuvor verkauft.

Der 33-jährige Angeklagte wurde durch eine DNA-Spur am Tatort überführt. Er hatte dort aus einer Wasserflasche getrunken. Sein genetischer Fingerabdruck lag der Polizei bereits aus anderen Straftaten vor. Für ihn hatte der Staatsanwalt sieben Jahre und drei Monate Haft gefordert. Für den Mitangeklagten wollte er sechseinhalb Jahre Gefängnis. Die Verteidigung des 33-Jährigen kündigte Revision an.

Weder die DNA-Spur noch das Geständnis des Mannes vor der Polizei hätte aus formalen Gründen verwertet werden dürfen.

Zwar war eine sofort eingeleitete Fahndung nach den Täter zunächst erfolglos geblieben. Doch durch intensive Ermittlungen der Bezirkskriminalinspektion Kiel, zuständig für Serien-, Rauschgift- und Bandenkriminalität, und der Kripo in Bad Segeberg war man schließlich auf die Spur der zwei Angeklagten gekommen. In den Wohnungen der beiden Männer stellten die Beamten dann zahlreiche Beweismittel sicher.

In ersten Vernehmungen hatte der 32-Jährige die Tat in Hartenholm eingeräumt, so die Polizei in einer Mitteilung nach dem Überfall auf die alten Leute. Er und ein weiterer dringend Tatverdächtiger waren sodann dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl gegen die zwei Männer. Die Ermittlungen hinsichtlich des dritten Täters blieben dagegen erfolglos.

LN

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