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Segeberg Insekten willkommen: Blumenmeer statt Geröll-Vorgarten
Lokales Segeberg Insekten willkommen: Blumenmeer statt Geröll-Vorgarten
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18:38 17.04.2019
Danuta Dwenger (64) aus Bad Segeberg ist bestens vorbereitet: In ihrem Garten soll es summen und brummen. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Osterglocken in voller Blütenpracht, Hyazinthen, Primeln, Forsythien: Im Garten von Danuta Dwenger ist es bunt –und es ist lebendig. Genau so, wie es die 64-jährige Bad Segebergerin gerne hat. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, hier nur Schotter rumliegen zu haben“, erteilt sie dem Trend zur toten Gesteinsfläche eine klare Abfuhr.

Reichlich versiegelte Fläche in einem Neubaugebiet in Wahlstedt: Hier finden Insekten und anderen Tieren nichts. Quelle: Heike Hiltrop

Gärten des Grauens“ nennt der Naturschutzbund (Nabu) die Vorgärten, die mehr einer Geröllwüste gleichen (die LN berichteten). Denn hier finden weder Bienen noch Vögel irgendetwas. Die ungewöhnliche Modeerscheinung steht im krassen Widerspruch zu Initiativen wie dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern, das mehr als 1,5 Millionen Menschen unterstützt haben. Im Erlebniswald Trappenkamp wurde gerade eine 800 Quadratmeter große Fläche für seltene, heimische Wildblumen aufgewertet – ein Teil des Projektes „Blütenmeer 2020“ der Stiftung Naturschutz.

Stadtgärten als wichtiges Refugium für Insekten

Der Trend sei umso bedauerlicher, kritisieren Naturschützer, als gerade Stadtgärten und Parks zunehmend zum wichtigen Refugium für Insekten und andere Tiere geworden seien, da intensiv genutzten Äckern mit zunehmend zu monotonen Flächen das Landschaftsbild bestimmen.

Tütenweise kleine Insektenparadiese statt graues Geröll

„In meinem Garten summt und brummt es. Ich liebe es, wenn die Bienen und Hummeln hier unterwegs sind“, sagt Danuta Dwenger. Menschen wie sie setzen bunte Kontrapunkte. „Die schönen Tage um Ostern werde ich zum Pflanzen nutzen. Es steht schon alles bereit“, zeigt sie auf einen ganzen Tisch mit Schmetterlingsflieder, Clematis und anderen Blüh-Pflanzen. „Blumenwiese“ und „Insektengarten“ heißen die bunten Samen-Mischungen, die daneben in vielen Tütchen parat stehen – jedes von ihnen ein kleines Insekten-Paradies.

Auch in den Kommunen wird versucht, dem Trend zum Geröll-Vorgarten Paroli zu bieten: „Wir haben bei unseren Neubaugebieten darauf geachtet, das Grünstreifen angelegt und Bäume gepflanzt werden müssen“, sagt Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU). Zudem seien Knickstreifen erhalten geblieben.

Eine insektenfreundliche Fläche, die regelmäßig Besuchern offen steht, ist der Schmetterlingsgarten am Kastanienweg in Bad Segeberg. Das Projekt der örtlichen Nabu-Gruppe öffnet am 11. Mai seine Pforten für Besucher (nach Anmeldung). Mehr Infos im Internet unter nabu-badsegeberg.de.

Heike Hiltrop

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