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Segeberg Segeberg: Schüler sollen kostenlos Bus fahren
Lokales Segeberg Segeberg: Schüler sollen kostenlos Bus fahren
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05:59 10.06.2019
Der Kreis arbeitet an der Schülerbeförderung: Im besten Fall profitieren alle Klassen und Berufsschüler. Quelle: Irene Burow
Segeberg

Alle Schüler sollen im Kreis Segeberg kostenlos zur Schule kommen. Das sieht ein Antrag der Wählergemeinschaft Wise vor. Bisher haben 6600 Schüler der Klassenstufen eins bis zehn einen Anspruch darauf, dass Kosten für Fahrkarten übernommen werden, sofern sie die nächstgelegene Schule wählen.

Die neue Regelung betrachtet auch alle anderen: Jugendliche der Klassen 11 bis 13, Berufsschüler, Privatschüler, Jugendliche aus Segeberg, die im Bundesland Hamburg zur Schule gehen und solche, die sich nicht für die nächstgelegene Schule entschieden haben. Betroffen wären rund 3800 Vollzeitschüler. Kosten: 1,1 Millionen Euro. Würden auch Teilzeitschüler aller Jahrgänge berücksichtigt, kommen noch mal 3200 Jugendliche beziehungsweise über eine Million Euro hinzu.

„Zu wenig Entlastung für Bürger“

„In den vergangenen Haushaltsvorbereitungen hatte sich herausgestellt, dass es dem Kreis finanziell mittelfristig relativ gut gehen wird“, erklärte Henning Wulf (Wise) den Antrag im jüngsten Umweltausschuss. „Wir haben dann 2,5 Millionen Euro für 50 neue Verwaltungsstellen bereitgestellt und über 20 Millionen für einen neuen Verwaltungsbau.

Weiterhin würden Millionen an die Gemeinden ausgeschüttet. „Für uns ist dabei noch zu wenig für den Bürger drin“, so Wulf. „Wir wollen vor allem Familien entlasten. Unser Ziel ist es, eine kostenlose Schülerbeförderung für alle zu erreichen.“ Im besten Fall würden mehr als 12 000 Eltern profitieren.

Diskussion seit November

Der Antrag auf komplette Kostenübernahme war erstmals im November in die Ausschüsse eingebracht worden. Die Verwaltung hat ein umfangreiches Papier erarbeitet, in welchem die Situation analysiert wird. Das heißt, wie viele Schüler das jeweils betreffen würde, und wie viel es schätzungsweise kosten würde.

Die Wise würde nach Möglichkeit am liebsten schon zum kommenden Schuljahr damit starten. Doch das Thema ist sehr komplex, die Finanzierung noch ungeklärt. Und es gibt viele offene Fragen: „Wer wie lange unterstützt wird, welche Schule besucht wird oder für welchen Bereich das gelten soll“, sagt Wulf selbst. Er ist jedoch davon überzeugt, dass die Kostenerstattung gut angenommen werden würde. „Dadurch hätten wir weniger Individualverkehr auf den Straßen und würden auch etwas für den Umweltschutz tun.“

Viele Details sind zu klären

Unterstützung gab es von der SPD. „Es ist wichtig, dass wir die Familien so früh wie möglich entlasten“, sagte Dieter Riemenschneider. „Wir könnten das vorsorglich in den Nachtragshaushalt einplanen.“ Für Matthias Ziebuhr (Wise) gibt es ebenfalls noch reichlich Klärungsbedarf: „Soll das für freie Schulwahl gelten? Was ist, wenn jemand bereits einen Beruf hat und eigenes Geld verdient?“

Kurt Barkowsky (CDU) ist „kein Freund davon, die Fahrkarten freizustellen“. Schüler, die bis jetzt keine Tickets kauften, kämen dann womöglich dazu. Schülern würde es zudem guttun, wenn sie fünf bis sechs Kilometer mit dem Rad zu Schule fahren würden. „Ich sehe eine große Bürokratie, die hier anläuft.“

Arbeitskreis wird gebildet

Er plädierte dafür, ähnlich wie im Kreis Ostholstein, die Gemeinden besser über die Kreisumlage zu entlasten. Laut AfD nehme man „zwei Millionen nicht mal eben aus der Portokasse“, sagte Heiko Evermann. Man solle die Schülerbeförderung auf die Haushaltsberatungen im Herbst vertagen.

Der Ausschuss sprach sich schließlich dafür aus, einen fraktionsübergreifenden Arbeitskreis zu bilden, der das Thema weiter vertieft. Die Fraktionen benennen bis zum kommenden Hauptausschuss Ende Juni die Mitglieder.

Irene Burow

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