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Segeberg Segebergs Schulen mit Courage rufen zum Sternmarsch auf
Lokales Segeberg Segebergs Schulen mit Courage rufen zum Sternmarsch auf
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10:51 20.11.2019
Nach der Demo gegen Rechts „Bad Segeberg bleibt bunt“ am 9. November wollen nun die „Courage-Schüler“ auf die Straße gehen. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Bad Segeberg

Das Engagement gegen rechte Gewalt reißt nicht ab. Nach der großen Demo am 9. November in Bad Segebergund dem Vielfalt-Match in Sülfeld rufen jetzt Schulen zum Flaggezeigen auf. Nämlich jene, die sich in den vergangenen Jahren bewusst gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt ausgesprochen haben.

Jugendliche der „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ wollen sich am Donnerstag, 28. November, auf dem Bad Segeberger Marktplatz versammeln. Dazu ruft das Netzwerk auf. In Bad Segeberg gibt es vier Schulen, die diesen Titel tragen: das Städtische Gymnasium, die Dahlmannschule, die Schule am Burgfeld und das Berufsbildungszentrum (BBZ). Im Kreis Segeberg sind es aktuell 16 Schulen.

Der Aktionstag

Die Aktion am 28. November sieht vor, dass Schüler in Bad Segeberg in Gruppen zum Marktplatz ziehen. Vom Städtischen Gymnasium geht es um 14.30 Uhr los. Ab 15 Uhr gibt es auch für die anderen Schulen Programm auf dem Markt – mit Rede- und Musikbeiträgen. Politiker und Künstler sind angefragt. „Viele für Vielfalt. Segebergs Schulen bleiben bunt“ lautet das Motto. Es werden Kuchen und Getränke verkauft.

Geplant ist, dass die Schüler in Gruppen in die Innenstadt laufen. Die Jugendlichen können sich am Aktionstag vom Unterricht befreien lassen, heißt es am Städtischen Gymnasium. „Seit einigen Wochen ist in Bad Segeberg und Umgebung das Thema Rechtsextremismus leider wieder sehr präsent“, steht in einem Aufruf, der an Schüler und Eltern verteilt wurde. „Unsere Schule gehört diesem Netzwerk an, das jede Form von Diskriminierung und Ungleichbehandlung Einzelner oder Gruppen aufgrund ihrer Herkunft, Sprache, kulturellen, religiösen oder sexuellen Orientierung ablehnt.“

Verbindung über Schulgrenzen hinaus

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich um keine Schulveranstaltung handelt. Es sei aber ein Termin, der „als Schulgemeinschaft verbinden und zusammenbringen kann“. Auch über Schulgrenzen hinaus. Eingeladen sind neben Schülern auch Lehrkräfte, Eltern und alle, die Flagge zeigen wollen für Toleranz, Menschlichkeit und Vielfalt. „Extremismus und Gewalt haben mit dieser Vielfalt allerdings nichts zu tun.“

Die Courage-Schulen haben sich bei einem Treffen Anfang November über die aktuelle Situation in Segeberg ausgetauscht, teilt die Landeskoordinatorin des Netzwerks, Medi Kuhlemann, auf Anfrage mit. „Wir wollten über die Situation informieren, einen Austausch über Aktivitäten der Netzwerkschulen anregen und Handlungsmöglichkeiten im aktuellen Kontext aufzeigen.“ Dabei hätten sich die Schulen in Eigenregie zusammengetan, um die Aktion zu planen.

Städtisches war erste Schule mit Courage

Das Städtische Gymnasium war die erste „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Kreis. Das war im Jahr 2008. Damals sammelte eine Hand voll Schüler 850 Unterschriften. Die Jugendlichen waren ein halbes Jahr lang von Klasse zu Klasse gegangen. Denn 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter müssen sich so gegen Diskriminierung aussprechen. Es ist eines der Kriterien zur Selbstverpflichtung, sich gegen Diskriminierung einzusetzen.

Zum Selbstverständnis zählt auch, einmal im Jahr ein Projekt gegen Diskriminierung durchzuführen. Weitere Schulen folgten. Keine Selbstläufer: Die Auszeichnung zu erlangen, war an den Schulen mitunter ein Kraftakt. Die Verleihungen wurden schließlich groß gefeiert.

Courage-Schulen haben prominente Paten

Im Kreis Segeberg gibt es 16 Schulen im Netzwerk. Das Städtische Gymnasium in Bad Segeberg seit 2008. Der Pate: Publizist und Rechtsextremismusexperte Andreas Speit. Die Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp (2011, Radiomoderator Philipp Kolanghis); die Dahlmannschule in Bad Segeberg (2014, Radiomoderator Frank Bremser); die Jürgen-Fuhlendorf-Schule in Bad Bramstedt (2015, Diakon der Evangelischen Kirche Bad Bramstedt, Martin Markowka), die Schule am Burgfeld in Bad Segeberg (2015, Sänger Pohlmann), das Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg (2016, Fußballtrainer Horst Hrubesch und TV-Entertainer Elton), die Sventana-Schule Bornhöved (2016, Leichtathlet Lars Moeller), die Annette von Rantzau-Gemeinschaftsschule in Rohlstorf (2016, Hansapark-Chef Christoph A. Leicht); die Olzeborchschule in Henstedt-Ulzburg (2016, Bürgermeister Stefan Bauer); die Schule im Alsterland in Nahe/Sülfeld (2017, Innenminister Stefan Studt und die Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann); das Copernikus Gymnasium in Norderstedt (2017, die Hamburger Ska-Punk-Band „Rantanplan“), die Paul-Due-Jensen-Gemeinschaftsschule in Wahlstedt (2018, Hannover 96 II-Fußballer Marco Drawz); die Gemeinschaftsschule Auenland in Bad Bramstedt (2018, Sänger Johannes Oerding und der Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich); die Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark in Norderstedt (2018, Bundestagsabgeordneter Dietmar Bartsch); das Lise-Meitner Gymnasium in Norderstedt (2018, Bundestagsabgeordneter Dietmar Bartsch); die Regionalschule Erich Kästner in Kaltenkirchen ist als Courage-Schule anerkannt, aber noch ohne Verleihung des Titels.

In Schleswig-Holstein gibt es aktuell 84 Schulen im Courage-Netzwerk. Darunter neun Berufsschulen, sechs Grundschulen und fünf Förderschulen. In Deutschland sind es mehr als 3200 Schulen. Mehr Infos: akjs-sh.de

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