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Segeberg Steinkauz soll im Kreis Segeberg wieder heimisch werden
Lokales Segeberg Steinkauz soll im Kreis Segeberg wieder heimisch werden
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11:52 07.11.2019
Arne Blohm-Sievers (56) vom Verein Passopp und Stephan Mense von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten setzen den kleinen Steinkauz zum Überwintern in die neue Voliere. Quelle: Sven Wehde
Trappenkamp

Vor mehr als 40 Jahren, als Arne Blohm-Sievers noch ein kleiner Junge war, hörte er merkwürdige Geräusche, direkt unter dem Dach. Der 13-Jährige schlich leise zum Fenster – und sah plötzlich in die neugierigen Augen dreier Steinkauzjunge, die fast fröhlich auf der Antenne unter dem Dach hin und her wippten. Da war es um den Jungen geschehen, heute ist er 56 Jahre alt, trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck heimischer Eulenarten und hat eine Mission: Er möchte gemeinsam mit seinem Verein Passopp aus Wensin den sehr selten gewordenen Steinkauz wieder im Kreis Segeberg heimisch machen. „Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein nur 130 bis 150 Brutpaare, hier in der Region sind es nur drei bis vier Paare“, erklärt Blohm-Sievers. Das Ziel des Vereins sei es, wieder 15 Brutpaare im Kreis anzusiedeln.

Verein züchtet den Nachwuchs selbst

Das ehrgeizige Ziel ist nicht einfach zu erreichen. Der Verein züchtet selbst den Nachwuchs, den er dann aber nicht im Herbst, sondern immer erst im nächsten Frühjahr auswildert. Dabei gilt auch für die Zuchtpaare die Regel, dass kein Steinkauz länger als ein Jahr in einer Voliere bleibt. „Die Gefahr, dass die Tiere den Winter nicht überleben, ist sonst einfach zu groß“, sagt der Eulen-Experte und Vorsitzende des Vereins für Landschafts- und Naturschutz. Da die Vögel aber nicht alle zusammen gehalten werden können, braucht er für jedes Paar eine eigene große Voliere zum Überwintern. „Sieben haben wir bisher, zwei davon sogar auf Fehmarn, aber wir brauchen mehr“, sagt er.

Erlebniswald baut neue Voliere

Hilfe kommt jetzt vom Erlebniswald Trappenkamp, der extra eine große neue Voliere gebaut hat. „Wir haben den Betriebshof umstrukturiert und hatten Platz, da helfen wir gern“, sagt Stephan Mense von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Außerdem habe man mit dem Falkner Dietmar Damm und seinem Greifvogelzentrum gleich den Experten vor Ort. „Der hat sich auch gleich bereit erklärt, die Vögel über den Winter zu versorgen“, sagt Blohm-Sievers dankbar. Die Voliere wird jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Im Frühjahr werden Vögel ausgewildert

Ende März werden die Tiere dann in die Freiheit entlassen. „Wir setzten sie dann gleich zu einer von uns gebauten Niströhre und wenn wir Glück habe, hat das Weibchen dann schon Eier im Bauch“, hofft Blohm-Sievers. Und wenn die Segeberger Glück haben, können sie die Steinkäuze dann schon bald hören und auch sehen, denn die Tiere leben gerne in Kulturlandschaft und in Siedlungsnähe. „Oft sind sie auch schon tagsüber draußen, zum Beispiel dösen sie gern mal in der Sonne“, sagt Blohm-Sievers schmunzelnd.

Heimische Eulen

Zu den häufigsten in der Region vorkommenden Eulenarten gehört der Uhu, der zugleich mit rund 60 bis 70 Zentimetern Länge die größte Eulenart ist. Ebenso weit verbreitet sind der Waldkauz, der für seinen Ruf bekannt ist, der gerne mal in alten Horrorfilmen verwendet wird. Die Waldohreule gehört ebenfalls zu den am häufigsten vorkommenden Eulen in ganz Mitteleuropa.

Selten trifft man in der Region hingegen die Schleiereule, die durch ihre helles Gefieder und den Gesichtsschleier besonders auffällt und eben den Steinkauz.

Ganz selten istder Sperlingskauz, der mit einer Größe zwischen 16 und 19 Zentimetern die kleinste Eulenart ist und aufpassen muss, dass er nicht selbst zum Futter größerer Eulenarten wird. Ähnlich steht es um den etwas größeren Raufußkauz von dem es in ganz Deutschland nur noch etwa 2500 Brutpaare gibt. Noch viel seltener ist die Sumpfohreule von der in ganz Mitteleuropa nur noch 100 Brutpaare gibt. In Deutschland kommt sie eigentlich nur noch als Zugvogel und nicht mehr als Brutvogel vor.

Ein legendärer Vogel

Wenn der Steinkauz in der Region Segeberg wieder stärker heimisch wird, gibt es einen „Promi“ mehr im Kreis. Denn der Steinkauz ist nicht irgendeine Eule. Sie trägt den wissenschaftlichen Namen Athene noctua (nächtliche Athene). „Es ist die Eule aus den antiken Sagen und sie gilt als Sinnbild der Göttin Athene“, erklärt Experte Arne Blohm-Sievers, „in Griechenland ist sie weit verbreitet.“ Daher komme auch der Spruch „Eulen nach Athen tragen“. „Weil sie dort eben schon genug haben“, sagt Blohm-Sievers. Im Gegensatz zu Deutschland, wo er mit insgesamt rund 6000 Paaren als stark gefährdet gilt. Der berühmte Kauz war sogar auf den Drachmen-Münzen abgebildet.

Von Sven Wehde

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