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Segeberg Die Zahl der Pendler im Hamburger Umland wächst
Lokales Segeberg Die Zahl der Pendler im Hamburger Umland wächst
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06:00 04.11.2019
Der Hamburger Hauptbahnhof ist ein Hauptziel der Pendler aus Segeberg, Stormarn, dem Herzogtum Lauenburg und Lübeck. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Bad Segeberg

Die Pendlerzahlen in den Hamburger Randkreisen Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg steigen immer weiter an. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren es 2013 noch 146 552 Segeberger, Stormarner und Lauenburger, die ihren Kreis verlassen mussten, um zur Arbeit zu kommen. 2018 pendelten bereits 162 237 Menschen zur Arbeit in einen anderen Kreis. Damit arbeiten in dieser Region mehr Menschen auswärts als in ihrer Heimat. In Stormarn sind 61,4 Prozent der arbeitenden Einwohner Pendler (57 786), im Herzogtum Lauenburg sind es 60,3 Prozent (44 749) und im Kreis Segeberg 53,9 Prozent (59 702). Die meisten der Pendler fahren jeden Morgen nach Hamburg, insgesamt sind das 97 080.

Neue LN-Serie für Pendler

Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer in Segeberg, Stormarn oder dem Herzogtum Lauenburg muss zu seiner Arbeitsstelle pendeln. Die neue LN-Serie wird nicht einfach nur eine Serie über, sondern vor allem eine Serie für Pendler. Wir berichten in den nächsten Monaten über die Sorgen, aber auch über die Vorteile des Pendelns, informieren über Rechte und gesundheitliche Folgen, wir geben Tipps zu Strecken und Fahrtmöglichkeiten und beleuchten das Thema in all seinen Facetten.

Mehr Auspendler als Einpendler

Es pendeln hingegen nur 107 983 Beschäftigte aus anderen Kreisen und Städten nach Segeberg (40 796 Einpendler), Stormarn (48 830 Einpendler) und in das Herzogtum Lauenburg (18 384 Einpendler). Auch hier kommen die meisten Personen aus Hamburg, insgesamt 38 217 Arbeitnehmer. Damit pendeln deutlich mehr Menschen aus den Hamburger Randkreisen hinaus als hinein.

Quelle: Wenzel

Zu hohe Immobilienpreise in den Großstädten

Für den Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklung Kreis Segeberg, Lars Wrage, sind die steigenden Zahlen kein Wunder. Er verweist auf wachsende Einwohnerzahlen. Tatsächlich ist die Zahl der Einwohner in allen drei Kreisen in den vergangenen zehn Jahren jeweils um mehr als 10 000 Menschen gestiegen. „Damit hat man natürlich auch mehr Pendler, vor allem, weil natürlich viele Hamburger dabei sind, die in das Umland gezogen sind, aber weiterhin nach Hamburg zur Arbeit fahren“, erklärt Wrage.

Genau dieser Trend ist für den Gewerkschafter Ralf Olschewski „alarmierend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom in den Randkreisen sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den vergangenen Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Holstein.

Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler mittlerweile gang und gäbe, betont Olschewski. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2 -Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Neue Gewerbegebiete als Chance

Für Wrage wird ein Hamburger Randkreis wie Segeberg zwar immer einen negativen Pendlersaldo behalten, der Wirtschaftsexperte sieht aber durchaus auch Potenzial, Unternehmen aus Hamburg anzulocken. „Viele Unternehmen in der Hansestadt haben Probleme, wenn sie sich ausweiten wollen. Wenn dann dazu noch immer mehr der Mitarbeiter dieser Firmen im Umland leben, kann es für die Firmen auch interessant werden, ihren Sitz zu verlegen oder Außenstellen zu errichten“, sagt Wrage. Da sei es dann eben die Aufgabe der Wirtschaftsentwicklung entlang der klassischen Entwicklungsachsen wie im Kreis Segeberg die A7 und die A21 oder in Stormarn an der A 1 neue Gewerbegebiete in Angriff zu nehmen oder bestehende zu erweitern. „Die Unternehmen kommen nur, wenn wir auch hingehen und Flächen anbieten“, sagt Wrage.

Pendeln erzeugt höheres Stressempfinden

Die Folgen des Pendelns für die Menschen selber sind dabei unterschiedlich. „Man muss sagen, dass Pendler ein Stück weit sogar gesünder sind als Nichtpendler. Außer, man betrachtet die psychischen Erkrankungen. Wenn ich pendle, habe ich ein höheres Stressempfinden“, sagt Albrecht Wehner aus dem Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse. Er und sein Team haben die Studienlage zum Thema Pendeln aufgearbeitet. Diese legen zudem nahe, dass die Deutschen das Pendeln einem Umzug vorziehen.

Rätselhafte Pendler

Mit dem Norden verbunden? 2353 Menschen zwischen Trave und Elbe (762 Stormarner, 756 Segeberger, 446 Lauenburger und 389 Lübecker) leben zwar hier im Norden, arbeiten aber in Bayern. Täglich pendeln wird da niemand. Wahrscheinlich können sich die meisten einfach nicht vom schönen Norden trennen und bringen es daher nicht über das Herz, sich umzumelden oder sie kehren an den Wochenenden an die Ostsee zurück. Verstehen könnte man es ja...

Anders ist das mit den 27 Bürgern aus Segeberg und Stormarn, die ausgerechnet in Erding arbeiten. Das war doch was... genau Erdinger Hefeweizen. Ist ja klar, dass die abends dann eh nicht mehr nach Hause fahren können.

Elf Lübecker arbeiten übrigens ausgerechnet in Darmstadt-Dieburg. Was macht man da? Eine Recherche im Internet ergibt, dass der Landkreis ein Hightech-Standort sein soll. Da gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, viel aus dem Home Office zu arbeiten und so mehr Lebenszeit im Norden zu verbringen.

Von Sven Wehde

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