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Segeberg EPF: Abschied von Portugal mit gemischten Gefühlen
Lokales Segeberg EPF: Abschied von Portugal mit gemischten Gefühlen
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12:04 06.08.2019
Beim Kulturauftritt überzeugten die Bad Segeberger auch mit tollen Tanzeinlagen. Quelle: Matthias Ralf
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Bad Segeberg/Cantanhede.

„Ich habe das EPF als eine große Familie kennengelernt, in der jeder auf den anderen aufpasst“, sagte Sarah Kühl nach ihrer ersten Teilnahme beim European Peoples’ Festival. Die 19-jährige Leezenerin gehörte der 45-köpfigen Delegation aus Bad Segeberg und Umgebung an, die die deutschen Farben eine Woche lang in Cantanhede (Portugal) vertrat. Mit Platz vier im Endklassement und überwiegend positiven Eindrücken kehrten die Segeberger jetzt vom EPF zurück.

Gute Laune trotz organisatorischer Mängel

„Die warmherzigen und hilfsbereiten Menschen in Portugal bezaubern mich stets aufs Neue“, meinte Gesa Runge aus Bad Segeberg. „Sogar der katholische Pfarrer verteilte Küsschen.“ Die Bad Segeberger Delegation lobte die nette Atmosphäre in den höchsten Tönen. Es gab aber auch kritische Stimmen: „Die Leute und das Zwischenmenschliche waren top“, urteilte York Pawlowski aus Bad Segeberg. „Aber die Gesamtorganisation war kein Vergleich zu den Jahren zuvor.“ Die Abläufe waren aufgrund einiger Mängel auf Seiten der Organisation etwas komplizierter als bei den bisherigen Festivals. Die Portugiesen, die wegen interner Probleme in den vergangenen zwei Jahren nicht am EPF teilnehmen konnten, waren bemüht, den Gästen aus ganz Europa eine schöne Woche auf der iberischen Halbinsel zu ermöglichen. Leider konnten in Cantanhede nur wenige Freiwillige gewonnen werden, die sich um das Wohl der knapp 600 Teilnehmer aus 15 Nationen kümmerten. Es fehlte daher an vielen Stellen an der nötigen Unterstützung. Termine wurden mehrfach kurzfristig verschoben, ohne dass die Delegationen angemessen darüber informiert wurden. Die meisten Gäste nahmen die Defizite mit Humor und ließen sich ihre gute Laune nicht verderben. Das durchweg sonnige Wetter half dabei.

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Jan Brauer (v.l.), Alfonso Marey, Frank Sukowski und Gesa Runge kochten für Deutschland. Es gab Spargel und Holsteiner Schinken als Hauptgericht. Quelle: E-Mail-LN-Segeberg

Sportlich nicht so erfolgreich

„Der größte Erfolg in diesem Jahr ist die allgemein gute Stimmung und der Teamgeist mit vielen neuen Mitfahrern“, sagte Alfonso Marey aus Wittenborn. Aus sportlicher Sicht war das Abschneiden des Segeberger Teams allerdings durchwachsen. Der sechste Platz beim Schwimmen war die beste Platzierung. Basketball (9. Rang), Fußball, Pétanque und Beachvolleyball blieben etwas hinter den Erwartungen zurück. Die meisten Punkte sammelte Deutschland in der Parade, die in diesem Jahr erstmals bewertet wurde. Für die lebhafte Performance in Wildwest-Kostümierung gab es den dritten Platz. Beim Kulturauftritt kamen die Kostüme erneut zum Einsatz. Nadine Kühl aus Leezen hatte sich eine aufwendige Show nach Karl-May-Vorbild ausgedacht und über einige Wochen mit der Gruppe einstudiert. Das Stück erntete viel Beifall, dennoch reichte es am Ende nur zu Rang sieben.

Andrea Schmitt (v.l.), Alexander Scheffel und Sarah Kühl waren vom EPF in Portugal begeistert. Quelle: E-Mail-LN-Segeberg

Mit Spargel und Schinken Punkte gesammelt

Beim Kochwettbewerb konnten Alfonso Marey, Jan Brauer, Gesa Runge und Frank Sukowski mit Spargel und Holsteiner Schinken punkten. Ein guter fünfter Platz zeigte, dass das regionale Gericht auch dem Rest Europas schmeckt. Dagmar Kilian landete beim Malen auf dem zehnten Rang und Steffen Gloe holte beim Fotowettbewerb Platz fünf. Trotz vieler Platzierungen im Mittelfeld verpasste die deutsche Delegation im Gesamtergebnis nur knapp den Sprung aufs Treppchen. Den Gesamtsieg holte sich Litauen vor Luxemburg und Spanien. Die wichtigste EPF-Trophäe, der Fair-Play-Pokal, ging in diesem Jahr erstmals als das Team aus Luxemburg.

Dirk Gosch (Mitte) aus Bad Segeberg feierte mit polnischen Freunden vor dem deutschen Stand. Quelle: E-Mail-LN-Segeberg

„Großartige Menschen und schöne Momente“

„Eine tolle Erfahrung, wie Völkerverständigung funktionieren kann“, zeigte sich Vitali Schanz begeistert. Für den Bad Segeberger war es die erste Teilnahme, aber seiner Aussage nach sicher nicht die letzte. „Es war eine Woche mit großartigen Menschen, neue Freunden und vielen schönen Momenten, die Erinnerung bleiben werden. Ein bisschen Olympia-Feeling und jede Menge Spaß“, erklärte Dagmar Kilian aus Bad Segeberg. „Ich bin gern wieder mit dabei.“ Matthias Gosch, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des EPF, zog ebenfalls ein positives Fazit: „Die portugiesische Gelassenheit und Herzlichkeit ist einmalig. Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben.“ Mit dem Auftreten seiner eigenen Delegation war der Bad Segeberger ebenfalls sehr zufrieden. „Tolles Team, sehr harmonisch“, meinte Gosch.

Die EPF-Familie zieht weiter und trifft sich im nächsten Jahr in Finnland. Die Vorfreude auf das einwöchige Ereignis in Skandinavien ist bei den Bad Segebergern bereits groß. Informationen unter epfev@web.de.

Von Matthias Ralf