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Segeberg Segeberger Feuerwehr im Einsatz für Störche
Lokales Segeberg Segeberger Feuerwehr im Einsatz für Störche
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14:02 19.03.2019
Das Storchenteam der Segeberger Feuerwehr und Bernd Kröger (3. v. re.) dankten Arno Tiefenbach (2. v. re.) für seinen jahrelangen Storchen-Einsatz. Quelle: Petra Dreu
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Bad Segeberg

Seit 1967 unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg den Naturschutzbund (Nabu) bei der Pflege von Storchenhorsten. Fast immer hatte dabei Brandmeister Arno Tiefenbach den Hut auf. Jetzt, nach rund 40 Jahren, hat er die Aufgabe als Koordinator sowie die Liste mit den einzelnen Horststandorten an seinen Nachfolger Dennis Schubring übergeben. Als verantwortlicher Gruppenführer der Bad Segeberger Drehleiter hat er sich vorgenommen, diese Aufgabe mit Unterstützung seines Teams in den nächsten Jahrzehnten fortzuführen.

Wehr überprüft Nester auf Fremdkörper

Jedes Jahr im März machen sich die Einsatzkräfte der Bad Segeberger Wehr mit der Drehleiter auf den Weg, um Nester rund um Bad Segeberg für die kommende Saison fit zu machen. Am vergangenen Sonnabend fuhren die Feuerwehrleute die Ortschaften Kükels, Leezen, Fredesdorf, Seth, Todesfelde und Bark an. Die Nester wurden auf Fremdkörper wie Angelschnüre, Scherben und Plastikfolien kontrolliert, die Nistoberfläche spatentief abgetragen, aufgelockert und wieder mit Holzschnitzeln und Stroh verfüllt.

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Segebergs Störche in Zahlen

Im vergangenen Jahr nisteten im gesamten Kreis Segeberg 35 Storchenpaare, die 47 Junge aufgezogen haben. Laut der Statistik des Naturschutzbundes (Nabu) ist die Anzahl der Storchenpaare und ihres Nachwuchses im Vergleich zum Jahr davor nahezu konstant geblieben. 2017 waren es ebenfalls 35 Horste mit 44 Jungstörchen. Erst im Vergleich mit den Zahlen vor mehr als 80 Jahren wird deutlich, dass es um den Storchenbestand nicht rosig bestellt ist. Laut Nabu waren 1934 im Kreisgebiet noch 65 Nester mit 135 aufgezogenen Jungen dokumentiert.

„Im Jahr müssen wir immer mal wieder zu verletzten und toten Störchen ausrücken, die sich in ihren Nestern befinden“, sagt Arno Tiefenbach. Dessen Hilfe war zuletzt im Juli des vergangenen Jahres erforderlich, nachdem Anwohnern aufgefallen war, dass ein Jungstorch in Blunk sein Nest nicht verlassen konnte. Leider hatte in diesem Fall die Mühe der Feuerwehr keinen Erfolg. Im Wildpark Eekholt musste der Storch eingeschläfert werden (Die LN berichteten).

Nicht nur die gute Sache und die Unterstützung des Nabu beim Storchenschutz treiben die Feuerwehrleute an, sie freuen sich darüber, dass sie in allen Dörfern stets herzlich aufgenommen werden. Auch wenn die Feuerwehrleute bei ihren „Storchen-Einsätzen“ immer Nistmaterial dabei haben, wird es in den meisten Dörfern bereitgestellt. Nicht nicht nur das: „Ob Frühstück, Kaffee oder Mittagessen, wir werden in den Gemeinden rund um Bad Segeberg immer gut versorgt“, erzählt Arno Tiefenbach. Wie auch am Wochenende: Nachdem das Storchennest in Kükels wieder bezugsfertig war, wurden er und die weiteren Helfer vom Nabu-Storchenhorstbetreuer Bernd Kröger und seiner Familie zum Frühstück eingeladen. Der Storchen-Fachmann bedankte sich bei der Gelegenheit bei Arno Tiefenbach für die gute Zusammenarbeit in mehr als drei Jahrzehnten.

Petra Dreu