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Segeberg Segeberger Feuerwehrball mit pikantem Kabarett
Lokales Segeberg Segeberger Feuerwehrball mit pikantem Kabarett
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12:30 04.11.2019
Ganz schön sportlich: Die Tänzer unter der Leitung von Alexandra Reinthal schwitzten an den Paddeln. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Wenn die Feuerwehr Bad Segeberg zum alljährlichen Feuerwehrball mit Vorführung des neusten Programms der Gesangs- und Kabarettgruppe lädt, werden die Beinmuskeln beim Tanzen und die Bauchmuskeln beim Lachen gleichermaßen strapaziert. Mit einem herrlich erfrischenden Programm nahm die Feuerwehr ihre Gäste mit auf eine Kreuzfahrt durch die Problemzonen der Stadt.

Ein dezentes Bühnenbild mit Leuchtturm und stilisiertem Boot, Akteure gekleidet im Matrosenlook oder in edler Abendgarderobe und der Kapitän in weißer Uniform: Was die Feuerwehrleute den rund 300 Ballgästen geboten haben, die zur Musik von „Babs und Friends“ über das Parkett des Vitalia Seehotels schoben, konnte sich sehen lassen. Mit vielen kleinen Nadelstichen nahm die Kreuzfahrtcrew Bad Segeberg und die Eigenarten seiner Bewohner aufs Korn nahm.

Das Kabarettprogramm in Bildern

Streifzug durch die Wunden einer Stadt

Der Nelkenweg, die Wohnraumnot in guten Lagen, der Südstadtpark, die Friday-For-Future-Freitags-Demos, das Kreis-Museum des Visionärs Asmund Hintz, der Parkplatz-Frust während der Karl-May-Spiele, die dunklen Gassen der Kalkbergstadt und sogar das ganz besondere Verhältnis vom Bauausschuss- Vorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) und Bauamtschefin Antje Langethal hatten die Textschreiber Marion David, Mark Zielinski und die beiden Ollis der Feuerwehr (Oliver Schulz und Oliver Svensson) in süffisante Worte verpackt.

Wolfgang Tödt schrieben sie trotz seines Geschlechts zu, multitaskingfähig zu sein: „Er kann mehrere Probleme auf einmal produzieren.“ Der Vorstellung, dass die beiden Widersacher gemeinsam an der Reling stehen und sinnierend über das Meer der Stadt schauen, folgte die eindringliche Warnung von Oliver Schulz, der das Programm wieder locker flockig und mit Biss moderiert hatte: „Frauen können 28 Mal hintereinander ,aha’ sagen. Mindestens zwölf davon sind tödlich.“

Parkplatznot am Kalkberg

Angesichts der Park-Angst der Kalkberg-Anwohner vor dem nächsten Sommer musste auch die Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH Ute Thienel dran glauben: „Es ist ja schön, dass sie die Zuschauerzahlen verdoppelt hat, für die Anwohner aber scheint es, als habe sie die Zahl der Parkplätze gleichzeitig halbiert.“ Das unterstrich der Chor zur Musik von Heinz-Rudolf Kunzes größtem Hit: „1000 Mal geparkt, 1000 Mal gar nichts gesagt. 1000 und noch einmal – und es hat Zoom gemacht.“

Deutlich wurden die Feuerwehrleute beim Engagement für die Jugend, der mit den Querelen rund um den Südstadtpark abermals ein Strich durch die Rechnung gemacht worden ist. Das verdeutlichte der Chor musikalisch: „Jugendliche wurden nicht gefragt. Man hat sie einfach fortgejagt“.

Zankapfel Feuerwehrhaus

Aber es gab auch nachdenkliche Töne in eigener Sache zum Desaster ums Feuerwehrhaus. Die Feuerwehr sei zu einem Spielball der Kommunalpolitik geworden und werde als Dienstleister betrachtet. Schulz: „Wir wollen keinen Spa-Bereich, sondern Duschen. Aber was denkst denn Du?“, fragte er das Publikum. Ebenso deutlich wurde der Chor nach der Melodie von „Alles, was ich will, bis du“ der Münchener Freiheit: „In das Haus passt nichts mehr rein, ohne Duschen fahr’n wir nicht mehr heim.“

Die Streitigkeiten um die Umgestaltung des Segeberger Wohnzimmers „Marktplatz“ thematisierte Schulz ebenfalls: „Alles ist seit Monaten bekannt. Als ich gehört habe, dass sich der Ausschuss nicht rechtzeitig mitgenommen fühlt, war ich mitgenommen.“ Am liebsten würde er ein großes Zelt über Bad Segeberg stülpen: „Dann ist der Zirkus komplett.“

Viel Lob gab es unter anderem von Bürgervorsteherin Monika Saggau „Ihr wart wunderbar. Die Worte zum Feuerwehrhaus sind mir unter die Haut gegangen. Jedem Segeberger ist klar, dass wir euch brachen.“

Von Petra Dreu

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