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Segeberg Bad Segeberger Schüler analysieren 70 Jahre Grundgesetz
Lokales Segeberg Bad Segeberger Schüler analysieren 70 Jahre Grundgesetz
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14:00 29.06.2019
Amélie Weber, Lisa Wrobel, Jannik Richter, Leonie Steenbock, Lina Blunck und Louisa Wacker (v. li.) haben während der Projektwoche zwei Buswartehäuschen neu gestaltet und rechte Schmierereien beseitigt.
Amélie Weber, Lisa Wrobel, Jannik Richter, Leonie Steenbock, Lina Blunck und Louisa Wacker (v. li.) haben während der Projektwoche zwei Buswartehäuschen neu gestaltet und rechte Schmierereien beseitigt. Quelle: Petra Dreu
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Bad Segeberg

 Kurz vor der Zeugnisausgabe haben sich die Schüler der Schule am Burgfeld in der Unterrichtswoche vor den Ferien mit dem letzten Projekt des zu Ende gehenden Schuljahres noch einmal so richtig ins Zeug gelegt. Ihr Oberbegriff dafür: 70 Jahre Grundgesetz. Zwischen 30 Einzelprojekten konnten die rund 850 Schüler wählen, deren Ergebnis sie am vorletzten Schultag Eltern und Mitschülern präsentierten.

Menschenwürde, Religionsfreiheit und Frauenwahlrecht: 146 Artikel hat das deutsche Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 verkündet wurde und damit jetzt seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Bis heute ist es für die meisten Deutschen das wichtigste Regelwerk der Nachkriegszeit. Ob Würde, Freiheit, Gleichheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Asylrecht oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau: Viele Inhalte aus den Artikel sind heute – mehr oder weniger – selbstverständlich geworden.

Demokratische Strukturen in Gesellschaftsspielen

Die Schüler hatten sich während der Projektwoche mit den unterschiedlichsten Fragen zum Grundgesetz und darüber hinaus beschäftigt. Sogar auf die Suche nach demokratischen Strukturen in Gesellschaftsspielen und beim Sport sind sie gegangen. Eine Gruppe hat ein eigenes Lied mit dem Titel „Würde, Freiheit, Gleichheit“ geschrieben. Andere haben sich mit Tanz als politisches Ausdrucksmittel auseinandergesetzt. Der Umgang mit Medien und „Fake-News“ waren neben der Analyse, welche Artikel der Weimarer Verfassung es ins Grundgesetz geschafft haben, weitere Projektthemen.

Schüler setzten sich mit Fake-News und QR-Codes auseinander und erarbeiteten einen Podcast.

Eine Gruppe hat sich inhaltlich mit der Weimarer Verfassung auseinandergesetzt und dazu mit drei Sprechern einen professionell anmutenden Podcast aufgenommen, der auf der Homepage der Schule abgehört werden kann. Sein Titel: „70 Jahre Grundgesetz oder 70 Jahre Glück gehabt“. „Das Frauenwahlrecht war schon in der Weimarer Verfassung verankert“, weiß Luka Marleen Schmidt.

Artikel der Grundgesetzes auf Buswartehäuschen

Nachdem die Kreativen der Schule im vergangenen Jahr die Buswartehäuschen am Schul-Zob im Zuge der Auszeichnung „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ neu gestaltet hatten, kamen in dieser Woche zwei weitere Buswartehäuschen hinzu, die sie mit den Artikeln der Grundgesetzes und den „Menschenrechten“ bemalt haben.

Das jedoch war nicht die einzige Aufgabe der Schüler, die mit Pinseln, Farben und Einmalhandschuhen ausgerüstet auch eine undankbare Aufgabe zu erfüllen hatten. „Leider gab es ganz viele Nazi-Parolen und Hakenkreuze“, bedauerte Lina Blunck, die die Schmierereien zusammen mit Amélie Weber, Lisa Wrobel, Jannik Richter, Leonie Steenbock und jeder Menge Schleifpapier beseitigte.

Petra Dreu