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Segeberg Segebergs Landrat erwartet Umsicht und Weitsicht von den Bürgern
Lokales Segeberg Segebergs Landrat erwartet Umsicht und Weitsicht von den Bürgern
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16:42 20.03.2020
Segebergs Landrat Jan Peter Schröder richtet sich mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung.
Segebergs Landrat Jan Peter Schröder richtet sich mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung. Quelle: Lothar Kullack
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Bad Segeberg

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, arbeiten darf man gerade sowieso nicht, die Schule ist dicht, also warum nicht mit ein paar Leuten treffen und den Auftakt des Frühlings genießen? Dazu ein ganz klares „Nein!“ von Landrat Jan Peter Schröder, der alle Segeberger eindringlich dazu auffordert, in den nächsten Wochen zu Hause zu bleiben und dort auch keine Gäste zu empfangen – egal, wie schön das Wetter ist, egal, wie viel freie Zeit man gerade hat, egal, wie lange man die beste Freundin nicht gesehen hat und egal, wie sehr man sich in den eigenen vier Wänden langweilt.

Jugendliche zu Umsicht und Weitsicht aufgerufen

Umsicht und Weitsicht erwartet er dabei auch und vor allem von Jugendlichen, denn es gehe um nicht mehr oder weniger als das Leben ihrer Großeltern. „Ich weiß natürlich, dass die Verbote, die wir in den vergangenen Tagen verhängt haben, eine drastische Einschränkung für jede und jeden von uns bedeuten. Und glauben Sie mir: Wüssten wir einen anderen Weg, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen – wir würden ihn gehen. Doch so schwer Sie die Maßnahmen ganz persönlich auch treffen: Denken Sie immer auch an die, die besonders schwer erkranken können oder – das muss ich leider so sagen – auch daran sterben werden. Wir wissen alle, dass das Virus weitere Menschenleben kosten wird, auch bei uns im Kreis Segeberg“, sagt Landrat Schröder.

Davor dürfe niemand die Augen verschließen. Was oftmals wie ein dummer Spruch daherkomme, sei in unserer aktuellen Lage wortwörtlich zu nehmen: „Jede und jeder Einzelne zählt, wenn es darum geht, die Zahl der Schwerkranken und Toten möglichst gering zu halten. Je weniger wir uns begegnen, desto weniger Möglichkeiten hat das Virus, sich zu verbreiten, und desto eher können wir zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren. Bis dahin aber gilt es, jegliche Kontakte zu Freunden und Freundinnen, Bekannten,Nachbarn, Arbeitskollegen und -kolleginnen sowie auch zu Fremden zu vermeiden“, lautet Schröders Appell.

„Nicht zum Spaß mit anderen Menschen treffen“

Die Menschen sollten sich in Supermärkten nicht länger als notwendig auf halten und Abstand halten. Und: „Treffen Sie sich in dieser schwierigen Zeit, von der im Moment noch niemand weiß, wann sie vorbei sein wird und was uns allen noch bevorsteht, nicht zum Spaß oder aus Langeweile mit anderen Menschen! Weder drinnen noch draußen. Wir werden wieder Spaß haben und das Leben genießen können, aber jetzt ist dafür kein Platz in dieser Welt“, so Schröder.

„Schwachsinnige Corona-Partys“ sind das Allerletzte

Es gehe um nicht mehr und nicht weniger als darum, unser altes Leben zurückzubekommen. Das aber funktioniere nur, wenn auch der Letzte und die Letzte endlich begreife, dass das alles kein Spiel oder politische Willkür sei, sondern blanker Ernst. Egoismus, Gleichgültigkeit, Besserwisserei, blöde Sprüche und „schwachsinnige Corona-Partys“ seien im Moment schlichtweg das Allerletzte. Schröder: „Wir dürfen unsere Mediziner und Pflegekräfte nicht an die Grenzen des Machbaren bringen, denn damit riskieren wir den Tod Hunderttausender. Wer also nicht will, dass die 75-jährige Nachbarin, der chronisch kranke Freund oder gar die eigene Oma stirbt, der bleibt ab jetzt zu Hause und verlässt Haus oder Wohnung nur noch zum Arbeiten oder kurz zum Einkaufen.“

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Von LN