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Segeberg Segebergs Marktbeschicker sehen Umbau des Marktplatzes kritisch
Lokales Segeberg Segebergs Marktbeschicker sehen Umbau des Marktplatzes kritisch
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20:00 21.08.2019
„Hier werden auch meine Steuergelder verschwendet.“ Markthändler Jens Fehrs sieht die Pläne zur Umgestaltung des Marktplatzes sehr kritisch. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Sie liefern uns die süßesten Früchte – aber mit ihnen ist nicht immer gut Kirschenessen: Bad Segebergs Marktbeschicker sehen die Pläne, die die Stadt mit dem Umgestaltung des Marktes hat, meist kritisch und fordern vor allem mehr Informationen ein. Derartige Vorwürfe nahmen auch bei der Veranstaltung am Montag im Bürgersaal breiten Raum ein. Am Mittwoch, auf dem Wochenmarkt, war neben dem Kauf von Eiern, Gemüse, Obst, Fisch und Käse die Umgestaltung der Stadtmitte und der LN-Berichtdarüber großes Thema.

Händler sind unzufrieden mit der Informationspolitik

Blumenhändler Nobert Micheels steht hier seit fast 50 Jahren. Er findet, dass die „Befindlichkeiten der Marktbeschicker“ bei der Planung überhaupt nicht bedacht worden seien. „Warum hat die Stadt die Händler nicht gleich mit ins Boot geholt?“, kritisiert der Sprecher der Bad Segeberger Marktleute.

„Die Infopolitik war schwach.“ Norbert Micheels steht auf dem Bad Segeberger Wochenmarkt schon seit fast 50 Jahren Quelle: Glombik

Micheels: „Die Infopolitik der Stadt war uns gegenüber ganz schwach gewesen.“ Die Planung mit den breiteren Randzonen für die umliegenden Geschäfte, dem neuen Pflaster, den versenkbaren Stromkästen sei an den Hauptbetroffenen, die hier sonnabends und mittwochs stehen, vorbei passiert. Die Aufstellung der Stände, die Abläufe auf dem Marktplatz seien genau festgelegt.

Ein Markthändler hatte im Rathaus lauthals geklagt: „Wir müssen hier unser Geld verdienen und an 100 Tagen im Jahr die Leute bespaßen. Ohne uns ist die Innenstadt doch meist tot.“ Tatsächlich ist der Wochenmarkt für Bad Segebergs City der Frequenzbringer. Im Bürgersaal hatte Bauamtsleiterin Antje Langethal versucht, die aufgebracht wirkenden Händler zu beruhigen. „Ich kann ihnen versichern, dass sie beteiligt werden.“

„Langsam platz uns der Kragen“

Doch der alarmierte Stefan Wegener vom Landesverband der Schausteller und Markthändler wunderte sich, dass seine Leute „bei derart einschneidenden Maßnahmen“ keine Einladung bekommen haben. „Sollen wir die Füße stillhalten? Langsam platzt uns der Kragen.“

„Uns platzt der Kragen.“ Stefan Wegener, Sprecher der Marktbeschicker, (Bildmitte) ist empört. Quelle: Glombik

Gemüse- und Obsthändler Jens Fehrs aus Hartenholm, dessen Familie seit 55 Jahren ihren Stand auf dem Bad Segeberger Marktplatz hat und schon fünf Uhr morgens parat steht, schüttelt nur den Kopf, wenn er die Pläne sieht. „So viele Steuergelder für unsinnige Maßnahmen.“ Er wundere sich auch, dass die Stadt bei der Sanierung nicht gleich die alten Kabel und Rohrleitungen ’rausreißen möchte. „Soll das hier in wenigen Jahren noch mal alles aufgerissen werden?“ Auch seien die versenkbaren Stromkästen doch sehr störungsanfällig und wartungsintensiv. Warum würden stattdessen nicht kleinere und unscheinbare Trafokästen direkt am Brunnen-Rondeel montiert? Auch dass das Pflaster komplett erneuert werde, sehe er nicht ein. Barrierefrei? „Ich habe noch niemanden gesehen, der hier den Adler gemacht hat.“ Er wisse auch nicht, wohin der Wochenmarkt in der monatelangen Bauzeit 2021 umziehen solle.

„Es darf nur ein Miteinander geben, kein Gegeneinander“: Inge Bröhan hat Verständnis für die Platzsanierung. Quelle: Glombik

Mehr Platz für Geschäfte sinnvoll

Inge Bröhan aus dem Alten Land sieht die Sanierung des Marktplatzes hingegen als notwendig an. „Ich habe hier schon ältere Menschen gesehen, die über Kabel und das unebene Pflaster auf dem Marktplatz gefallen sind.“ Dass die umliegenden Geschäfte mehr Platz bekommen sollen, ergebe Sinn. Zur Infoveranstaltung sei sie extra mit ihrem Mann aus dem Alten Land angereist. „Immerhin haben wir jetzt gehört, was hier geplant wird. Das betrifft uns ja wirklich. Es kann hier mit den Geschäftsleuten nur ein Miteinander sein und kein Gegeneinander.“

Von Wolfgang Glombik

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