Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Vor 30 Jahren: Bad Segeberg zeigte sich vor Millionenpublikum
Lokales Segeberg Vor 30 Jahren: Bad Segeberg zeigte sich vor Millionenpublikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 10.09.2019
Ganz Deutschland schaute übers ZDF zu: Die Kameras waren auch auf die Kleinkapelle des Kindervogelschießenvereins gerichtet. Quelle: Privat
Bad Segeberg

Es war live vor 30 Jahren. Auch der damalige Zeitungsreporter der Lübecker Nachrichten war angetan von der Aufführung im September 1989. Aus dem Bad Segeberger Kalkbergstadion wurde das ZDF-Sonntagskonzert übertragen. „Pünktlich um 12 Uhr wurde es still im weiten Kalkbergrund, als die letzten Sekunden vor der Sendung über Lautsprecher gezählt wurden.“ Nur schade, dass im großen Stadion lediglich etwa 2500 Besucherinnen und Besucher saßen. So mussten die Kameraleute trotzdem versuchen, die dünne Kulisse so zu filmen, dass gute und vor allem mächtige Stimmung aus dem Stadion bei den Fernsehzuschauern ankam.

Auftritt der Kinderkapelle war zunächst nicht geplant

Die Sendung war damals eine Institution vor allem beim älteren Publikum. Moderatorin Jutta Arzt, die in Bad Segeberg mal im Trachtenkleid, mal dem Umfeld der Karl-May-Spiele angemessen als Squaw oder Saloon-Dame auftrat, war damals ein Star. Und mit dabei beim Musikpotpourri war auch die Kleine Kindervogelschießenkapelle. Die war anfangs gar nicht für den Auftritt vorgesehen. Doch Peter Specht, damals Leiter der Musikkapelle, setzte sich vehement dafür ein. „Ich hatte davon Wind bekommen, dass solch ein Konzert geplant war und habe mich dann gleich bei den Verantwortlichen gemeldet“, erzählt er. Die Tra­venthaler Spielmannzüge, der Segeberger Spielmannzug und die Großkapelle waren ja schon eingeplant.

Peter Specht freut sich auf die große Wiedersehens-Feier in der Berghalle. Vor 30 Jahren standen die Bad Segeberger und auch seine Kleinkapelle im Fokus der ZDF-Zuschauer. Quelle: Glombik

Auch der Segeberger Männerchor und die Gruppe „Folk Train“ sollten auftreten. Doch es fehlten offensichtlich Kinder. Specht: „Die beim ZDF waren so ganz froh, dass wir uns gemeldet haben, und wir mussten gleich zu Probeaufnahmen.“

Peter Specht hat die Kleine Kapelle von 1964 bis 1993 ausgebildet. „Wir hatten damals 19 Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren.“ Die Truppe war nicht ganz unerfahren, stand gern im Rampenlicht und trat bei Vogelschießen auf den Dörfern, bei Hochzeiten und runden Geburtstagen auf. Aber das alles war nichts gegen diesen großen Wurf im Fernsehen. Doch das lief nicht spontan. „Wir mussten jedes Mal zu den Vorspielterminen des ZDF im damaligen Intermar-Kurhotel“, erinnert sich Specht.

Es wurde bis ins Kleinste geprobt

Auch wenn die Eltern natürlich begeistert waren, dass ihre Kinder im Fernsehen auftreten sollten – Ordnung musste sein: Das ZDF verlangte sogar „eine Ausnahmebewilligung“ für die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen beim Sonntagskonzert. Specht erinnert sich: „Das war ja auch Arbeit und musste alles bis ins Kleinste geprobt werden. Es gab Stellproben, ich musste die Kinder zusammenhalten. Kurzum, es war für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung.“ Der LN-Reporter berichtete, wie sich die Spielmannszüge „Schlag auf Schlag“ abwechselten. Und der damalige Bürgermeister Jörg Nehter nutzte die Gelegenheit, vor der Kamera für die Kalkbergstadt zu werben.

Sie waren beim ZDF-Konzert für die Kleine Kapelle dabei

Damals als Kinder Fernsehstars für einen Tag: Die Musikerinnen und Musiker der „Kleinen Kindervogelschießenkapelleapelle“ werden sich sicherlich gern nach 30 Jahren die Videoaufnahmen ihres Auftritts im Stadion ansehen: Sandra Bohn, Benjamin Bohn, Maike Brodersen, Vanessa Flocks, Yvonne Gluth, Christine Mohr, Ingo Möller, Doris von Pirch, Dirk von Pirch, Julia Poggenberg, Marlen Prahl, Janine Prahl, Angela Scholtz, Karina Schultz, Alexander Specht, Mathias Tiegs, Daniela Tiegs, Nadine Trozki und Markus Weißler.

Stolz wie Oskar: Die Kleinkapelle. Die Kinder waren vor 30 Jahren beim Konzert im Kalkbergstadion dabei. Quelle: Glombik

Schöne Stimmung soll wieder hochkochen

Das damalige Lampenfieber bei den Musikern, die schöne Stimmung bei den Proben und im Stadion – das alles soll jetzt am Sonnabend, 14. September, von 19.30 Uhr an im Antiquariat Berghalle „wieder hochkochen“, hofft Peter Specht. Zusammen mit Stadthistoriker Hans-Werner Baurycza präsentiert er einen öffentlichen Bilder- und Filmvortrag über das ZDF-Sonntagskonzert – 30 Jahre danach. Der Eintritt ist frei.

Von Wolfgang Glombik

Der Förderverein der Wollspinnerei in Bad Segeberg möchte einen musealen Bogen von der Synagoge über ein Museum Wollspinnerei bis hin zum angedachten Kreis- und Stadtmuseum schlagen und touristisch nutzen.

09.09.2019

Mit einem 500 PS starken Audi hat sich ein Autofahrer eine rasante Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Beamten wollten das Fahrzeug kontrollieren. Fahrer und Auto wurden schließlich in Wulfsfelde erwischt.

09.09.2019

Feueralarm in einer Wahlstedter Firma, die Additive herstellt: 130 Kräfte waren im Einsatz. THW, DRK, Polizei und fünf Feuerwehren arbeiteten Hand in Hand, um für den Notfall gut vorbereitet zu sein.

09.09.2019