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Segeberg Segebergs Tafel und DRK suchen händeringend ehrenamtliche Verstärkung
Lokales Segeberg Segebergs Tafel und DRK suchen händeringend ehrenamtliche Verstärkung
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06:00 13.08.2019
Immer mittwochs ist die Kleiderkammer des DRK an der Lübecker Straße geöffnet, doch es mangelt an tatkräftiger Unterstützung. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Feierabend. Viktor Fritz von seiner Tour zurückgekommen. Wahlstedt, Trappenkamp, Bad Segeberg. Die Kisten mit Lebensmitteln werden vom Sprinter ins Lager geschleppt, sortiert und für die Ausgabe vorbereitet. Für den 65-Jährigen ist die Schicht vorbei. Bei einer Tasse Kaffee plaudert er noch ein bisschen mit den Kollegen. Viktor Fritz ist ein Glücksfall. Der Wahlstedter gehört zur gesuchten Verstärkung im Ehrenamt. „Jeder, der mit anpackt, ist ein Glücksfall“, betont Hans-Joachim Wild, Vorsitzender der Segeberger Tafel.

Nachwuchssorgen beim Bürgerengagement wächst

Nicht nur bei den Feuerwehren, in den Sport- und anderen Freizeitvereinen müssen die Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden. Das Bürgerengagement hat überall Nachwuchsprobleme. Und damit sind nicht diejenigen gemeint, die voll im Job eingespannt sind. „Wenn jemand voll berufstätig ist, dann hat das keinen Zweck“, sagt Wild. Flexibilität sei wichtig.

Anja Hertel ist Ansprechpartnerin und hauptamtliche Mitarbeiterin beim DRK Ortsverein Segeberg und hofft auf ehrenamtliche Unterstützung in verschiedenen Bereichen. Quelle: Heike Hiltrop

So stehen viel mehr die fitten, reiferen Semester, die vielleicht gerade den Ruhestand angetreten haben, im oder kurz davor sind, im Fokus, bestätigt Anja Hertel, Ansprechpartnerin und hauptamtliche Mitarbeiterin beim DRK Ortsverein Segeberg. „Wir suchen Leute so ab 50 oder 60 Jahren, das wäre genau richtig“. Dabei hofft sie nicht nur auf deren Tatkraft, sondern auch auf neue Impulse und ein bisschen frischen Wind, den „Neue“ immer in eine bestehende Gruppe bringen.

Anpacken für das Gemeinwohl bei der DRK-Kleiderkammer und der Segeberger Tafel

Es ist Mittwochvormittag. Ein paar Damen stehen an den Regalen mit gebrauchter Kleidung, reichen Pullis oder Blusen, sorgen für einen reibungslosen Ablauf in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes. Das Durchschnittsalter der Ehrenamtlerinnen, die oft schon sehr lange dabei sind, liegt bei über 70 Jahre. „Hier in der Kleiderkammer benötigen wir dringend Unterstützung.“

Keine schwierigen Aufgaben

Aber auch bei den Blutspende-Terminen geht nichts ohne die Ehrenamtler, die die Spender betüddeln, Brötchen schmieren und den organisatorischen Ablauf unterstützen. Hertel: „Das sind keine schwierigen Aufgaben, trotzdem fehlen uns Leute.“ Es käme zwar immer mal jemand vorbei und schaut sich das an, aber nur wenige würden bleiben.

Jeder bestimmt das Maß seiner Hilfe selbst

„Wir hatten hier sogar schon Leute, die verwechseln uns mit einem Betrieb und fragen danach, was wir die Stunde zahlen würden“, erinnert sich Hans-Joachim Wild. 90 Männer und Frauen packen im Laden und im Lager des Landes ohne Kasse mit an und noch einmal etwa 30 Fahrer engagieren sich bei der Segeberger Tafel. Manche ein paar Stunden im Monat, andere drei Tage die Woche, je nachdem wie sich jeder einzelne einbringen möchte – und für den Job gibt es keinen einzigen Cent.

Es ist Bürgerengagement für das Gemeinwohl. Auch für Viktor Fritz, der über einen Nachbarn zur Tafel kam, der sich hier selbst engagiert. Er habe ihn angesprochen, sagt der Rentner: „Und ich habe mir das angeguckt, eine Tour zur Probe mitgemacht und nun fahre ich. So einfach ist das.“

Hier können sich potenzielle Helfer melden

Das DRK Bad Segeberg hat seine Geschäftsstelle in der Lübecker Straße 14. Sie ist montags und mittwochs zwischen 9 Uhr und 12 Uhr geöffnet. Telefonisch ist der Ortsverband unter 04551/16 10 erreichbar und per E-Mail unter info@drk-se.de.

Die Segeberger Tafel gibt an der Efeustraße 1 in Bad Segeberg Lebensmittel aus. Wer sich hier engagieren möchte kann telefonisch unter der Nummer 045 51/29 51 Kontakt aufnehmen, oder per E-Mail kontakt@segeberger-tafel.de.

„Wir brauchen jeden, aber besonders dringend Männer, die anpacken können. Kisten schleppen und sortieren: Wenn du das einen Vormittag lang machst, dann ist das schon Arbeit“, fasst Martina Hedke zusammen. Um 8.30 Uhr starten die Fahrer, so ab 10 Uhr zehn Uhr geht es im Lager und Laden los. Feierabend ist meist zwischen 14 und 15 Uhr. Wild: „Was wir brauchen ist Verlässlichkeit. Wir sind alle schon älter, da kommen Krankheitsausfälle vor. Aber ,comme ci, comme ça’ ist hier nicht. Was wir brauchen, ist Verlässlichkeit. Dafür erwartet jeden hier ein freundliches, aufgeschlossenes Team, das Menschen schnell integrieren kann.“

Von Heike Hiltrop

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