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Segeberg Segebergs neue Windkraftgebiete
Lokales Segeberg Segebergs neue Windkraftgebiete
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22:12 22.08.2018
Segeberg

Großenaspe: Rund um Großenaspe sind mehrere kleine Flächen weggefallen, dafür neue hinzugekommen. Die wohl größte Fläche des Kreises von 284,7 Hektar liegt westlich von Großenaspe nahe bereits bestehender Anlagen.

Neue Windenergie-Planung des Landes: Viele Flächen im Kreis Segeberg sind verkleinert worden oder entfallen ganz. Wenige neue sind hinzugekommen. Einwendungen zum neuen Entwurf sind ab 4. September möglich, bis zum 3. Januar 2019. Ein Überblick:

Groß Kummerfeld, Gönnebek: 163,6 Hektar sind für das Land denkbar. Damit verbleibt nur etwa die Hälfte der Anfangsplanung. Inwiefern Radarsignale einer Station des Deutschen Wetterdienstes in Boostedt gestört werden, muss im Genehmigungsverfahren geklärt werden.

Schmalensee, Damsdorf: Zwischen Trappenkamp und Damsdorf verbleibt eine minimale Fläche von 41,8 Hektar von ursprünglichen 318 Hektar. Der Umwelt zuliebe werden große Teile nicht übernommen. Der nördliche Bereich orientiert sich eng an zwei bereits genehmigten Windrädern. Maßnahmen für den Schutz von Rotmilanen müssen noch geklärt werden.

Nehms: 31,8 Hektar verbleiben nördlich von Nehms. Die reduzierte Ausweisung gilt als noch vereinbar mit der Natur, wie dem Schlamersdorfer Moor.

Travenhorst: 26,6 Hektar sind westlich von Travenhorst vorgesehen. Die Belastung des Naturraums soll in Grenzen gehalten werden. Aus diesem Grund sind weitere Flächen weiter südlich gestrichen worden. Der Eingriff in Gehölzstrukturen, Kleinstbiotope und den Lebensraum für Großvögel werde verringert.

Heidmühlen: Die Fläche von 28,2 Hektar östlich von Heidmühlen verändert sich kaum. Bei unbebauten Flächen ist hier ein Abstand von 1000 Metern zu Ortschaften einzuhalten. Zu beachten ist außerdem, dass die Fläche zwischen zwei Waldgebieten des Staatsforstes Segeberg und an der Radesforder Au liegt.

Rickling, Wahlstedt: Nur ein Teilbereich von 83,2 Hektar im Nordwesten von Wahlstedt hat sich als geeignet herausgestellt. Aufgrund des Flugplatzes, 1000 Meter Abstand zu Rickling und Wahlstedt schrumpft die Fläche erheblich. Wegen einer Wetterradarstation wird die Höhe der Windräder möglicherweise beschränkt.

Weede: 26,1 Hektar groß sind die verbleibenden zwei Teilbereiche nördlich von Weede. Durch den 1000-Meter-Abstand zu Siedlungen reduziert sich die Fläche deutlich. Die von vielen Einwendern befürchtete Umzingelung ist dann nicht mehr gegeben, ein östlicher Flächenteil wird nach wie vor nicht ausgewiesen. Die übrige Fläche überlagert sich nicht mehr mit dem Naturraum. Die erneute Prüfung hat jedoch nicht gänzlich zum Ausschluss der Fläche geführt: Repowering ist auf beiden Seiten der K 62 nach wie vor möglich.

Pronstorf: Die Fläche von 217 Hektar an der Kreisgrenze zwischen Wulfsfelde und Reinsbek bleibt unverändert.

Neuengörs, Weede: 148,7 Hektar bleiben, verteilt auf zwei Gebiete nordöstlich von Neuengörs.

Mözen, Bebensee, Leezen: 64,2 Hektar bleiben zwischen B 432 und A 21 und damit nur fast ein Drittel der ursprünglichen Fläche. Grund: Der Abstand von 1000 Metern zum nächsten Ort muss eingehalten werden. Die langgestreckte Form ermöglicht Windräder von Nord nach Süd. Ein Gebiet östlich der A 21/nördlich von Schwissel entfällt.

Neuengörs, Bühnsdorf, Feldhorst, Rehhorst: Die Fläche an der Kreisgrenze, südlich von Stubben und Willendorf, wird aufgrund von nötigen Abständen neu zugeschnitten. Auch die Wildwechselstelle am Hainholz sorgt für Verkleinerung im Westen. Auf den übrig gebliebenen 30 Hektar sind Rotmilane zu beachten. Die Fläche gilt insgesamt als zumutbar für die beiden Ortschaften: Es verbleiben große Sichtkorridore.

Groß Niendorf, Neversdorf, Travenbrück: Westlich von Groß Niendorf wird die Fläche deutlich kleiner: 23,5 Hektar gelten als machbar. Grund dafür ist vor allem ein Seeadlerbrutplatz. Die Fläche liegt innerhalb eines schmalen Grünstreifens, wo bereits Anlagen stehen. Diese genießen nur noch Bestandsschutz und werden abgebaut. Diese vorübergehende Mehrbelastung wird für tolerabel gehalten.

Sievershütten, Struvenhütten: Mit 26,1 Hektar wird die Fläche nur etwa halb so groß wie anfangs geplant, damit Siedlungsabstände gewahrt werden.

Hasenmoor, Schmalfeld, Struvenhütten: Auf 60,8 Hektar östlich von Schmalfeld können Windräder stehen. Auch diese Fläche wird viel kleiner: Aus fünf Teilflächen sind zwei geworden.

Gründe sind der Abstand zu Schwarzeneck sowie eine Überlagerung für den Weiterbau der A20. Insgesamt besitzt der Biotopkomplex des Hartenholmer/Struvenhüttener Moors große Bedeutung: Das Brutgebiet und bedeutende Jagdhabitat für Fledermäuse muss im Genehmigungsverfahren beachtet werden.

Diese Gebiete entfallen: 107,2 Hektar zwischen Daldorf und Blunk. Überschneidungen mit Natur, Landschaftsraum wie der Blunkerbach-Niederung sowie Großvogelhorsten ist zu hoch.

Mehrere große Flächen entfallen rund um Todesfelde, Seth und Struvenhütten. Würden alle Aspekte wie Wildbrücke und A20-Bau berücksichtigt werden, würden die Flächen insgesamt zu klein werden. Östlich von Trappenkamp werden 259,5 Hektar weiterhin nicht eingeplant, weil die Fläche vollständig mit Rohstoffabbaugebieten überlappt.

Genauso sieht es für ein größeres Areal zwischen Rickling und Heidmühlen aus. Nordöstlich von Garbek bleibt das Konfliktrisiko mit Natur und Landschaft hoch, die zwei Flächen sind weiter nicht vorgesehen. Nordöstlich von Wakendorf I entfällt eine Fläche von 33,7 Hektar. Hier brütet der Seeadler. Mit dem Wahren von Abständen wäre die übrige Restfläche zu klein. Nördlich von Groß Rönnau sind drei Gebiete mit einer Größe von insgesamt 113,9 Hektar nicht übernommen worden. Der Eingriff in die Natur wäre zu hoch, Seeadler-Brutplatz und kleinteilige Knickstruktur werden laut Planung geschont.

Zwischen Seth und Leezen entfallen 406,2 Hektar. Nach Abzug von Abständen zu Ortschaften und empfindlichem Naturraum, wie dem Holmer Moor, ließ sich das Areal nicht halten. 26 Hektar fallen östlich von Kisdorferwohld weg.

Die Daten und Karten sind einsehbar über das Portal bolapla-sh.de.

LN

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