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Segeberg Segebergs neues Jahrbuch: 200 Seiten geballte Geschichte(n)
Lokales Segeberg Segebergs neues Jahrbuch: 200 Seiten geballte Geschichte(n)
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08:00 20.11.2019
Das Heimatkundliche Jahrbuch 2019 für den Kreis Segeberg ist erschienen. Auf seinem Titel ist das Gutshaus Muggesfelde in der Gemeinde Nehms zu sehen. Quelle: hfr
Bad Segeberg

Rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsfest legt der Heimatverein des Kreises Segeberg sein neues Werk vor, das 65. Heimatkundliche Jahrbuch für den Kreis Segeberg. Es enthält plattdeutsche Texte und Wissenswertes über die künstlerische Vielfalt, Besonderheiten in der Natur und gibt einen Rückblick auf die Geschichte des Kreises.

Fünf Beiträge sind auf Platt

Auf 200, teils bebilderten Buchseiten erfährt der Leser Interessantes aus Vergangenheit und Gegenwart aus und über den Kreis Segeberg. Zahlreiche Autoren haben an diesem Werk unter Federführung von Ulrich Bärwald aus Sülfeld mitgewirkt. Er selbst nimmt die Leser mit auf eine Reise zurück ins Jahr 1945, als trotz aller Entbehrungen Weihnachten gefeiert wurde. Wer die plattdeutsche Sprache beherrscht, ist bei den Schilderungen klar im Vorteil, denn „Wiehnachten 1945“ ist einer von insgesamt fünf Beiträgen auf Platt.

Die Aufarbeitung der NS-Zeit

Gerade erst macht das Erstarken der rechten Szene in Sülfeld und Bad Segeberg deutlich, wie wichtig die Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte auch für Schleswig-Holstein und den Kreis Segeberg ist. Die Nationalsozialisten hatten das Gelände der „Kaltenkirchener Heide“ zur Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg und zur Festigung ihrer Gewaltherrschaft während des Krieges genutzt. Ab Herbst 1941 wurden entlang der heutigen Bundesstraße 4 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter interniert. Zum Ende des Krieges war im nördlichsten Barackenkomplex das Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme untergebracht.

Wie die Stadt Kaltenkirchen diese Vergangenheit aufgearbeitet hat, ist in dem Jahrbuch in einem Bericht von Dr. Gerhard Braas nachzulesen, der unter anderem den Gedenkpfad zur NS-Gewaltherrschaft in der Kaltenkirchener Heide beschreibt.

Berichte zur schwierigen Zeit nach Kriegsende

Auch weitere Berichte führen die Leser zurück in die schwierige Zeit unmittelbar nach Kriegsende in den Dörfern. Dabei schildert Andreas Fischer-Kappel eindrucksvoll das Kriegsende in der Gemeinde Nahe, die damit zu kämpfen hatte, eine große Anzahl an Flüchtlingen unterbringen und ernähren zu müssen. Trotz der schwierigen Umstände schlug Nahe den Weg zur kommunalen Selbstverwaltung ein.

Neue Themen gesucht

Bereits jetzt sucht Ulrich Bärwald Geschichten und Berichte zu interessanten Themen im Kreis Segeberg für die nächste Ausgabe des Jahrbuches 2020. Zu erreichen ist er unter der E-Mail-Adresse ulrich.baerwald@suelfeld.de.

Darüber hinaus beschreibt Axel Winkler das Wirken von Gustav Böhm, nach dem in Bad Segeberg eine ganze Wohnsiedlung benannt wurde; ebenso beeindruckend ist die Publikation von Wilhelm Sager über die Kriege der vergangenen Jahrhunderte in der Region Segeberg. In seinen Schilderungen beleuchtet er aufschlussreich, wie nah die Region an einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den Streitkräften des Warschauer Pakts war.

Die Mitglieder des Heimatvereins bekommen das Jahrbuch für ihren Jahresmitgliedsbeitrag von 16 Euro automatisch ins Haus geliefert. Das Buch ist darüber hinaus frei im Buchhandel erhältlich.

Von Petra Dreu