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Segeberg Seniorenheim brennt nieder - alle gerettet
Lokales Segeberg Seniorenheim brennt nieder - alle gerettet
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19:58 06.06.2013
Quelle: Silvie Domann
Hartenholm

18.17 Uhr „Feuer groß im Rosengarten“, wenige Minuten später trifft die Freiwillige Feuerwehr Hartenholm vor der Seniorenpension Rosengarten ein. Starke Rauchentwicklung ist zu sehen, ein Zimmer im Altbau brennt. Innerhalb von etwa acht Minuten sind die 35 Bewohner, darunter vier Schwerstpflegefälle und elf Mitarbeiter, evakuiert. DRK-Rettungskräfte kümmern sich um die Senioren im Garten des benachbarten Grundstücks.

Feuerwehrfahrzeuge und Polizeiwagen säumen die Dorfstraße, überall sind Feuerwehrleute mit Atemschutz zu sehen. Flammen schießen aus dem Dach des Neubaus, dicke schwarze Wolken türmen sich auf, schon von weitem ist die große Rauchsäule zu sehen. Auch der Leiterwagen der Bad Segeberger Feuerwehr wird gebraucht. Vom Leiterkorb aus werden die Dachziegel aufgehackt und nach Brandnestern im Dachgebälk gesucht.

„Das Zimmer hat lichterloh gebrannt, zum Glück war es leer“, sagt Maxim Wolff, Einsatzleiter und stellvertretender Wehrführer der Wehr Hartenholm. Zweimal habe man das gesamte Gebäude nach Personen durchsucht und niemanden gefunden. Und anschließend die Menschen auf der Sammelstelle gezählt. Schnell habe man den Zimmerbrand gelöscht. Doch dann sei es zu einer Durchzündung gekommen. „Wir konnten die Zwischendecke nicht erreichen. Dort hatte sich bereits ein Schwelbrand gebildet“, so Wolff. Sauerstoffzufuhr habe dann zu einem Durchzünden geführt, so dass sich das Feuer auf den gesamten Gebäudekomplex ausbreitete und weitere Freiwillige Feuerwehren nachgeordert wurden. Letztlich waren die Feuerwehren Hartenholm, Hasenmoor, Schmalfeld, Struvenhütten, Kaltenkirchen, Alveslohe und Bad Segeberg vor Ort.

144 Feuerwehr-Einsatzkräfte löschten das Feuer und verhinderten so ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude.

In der Verletzten-Sammelstelle konnten sowohl die zum Teil schwerst pflegebedürftigen Bewohner sowie die elf Mitarbeiter zum ersten Mal wieder durchatmen und zur Ruhe kommen. Einige Bewohner saßen in Feuerwehrjacken gehüllt oder mit Decken zugedeckt auf Stühlen und tranken heißen Tee, mit dem sie von den Einsatzkräften der hauptamtlich besetzten Rettungswachen versorgt wurden. Die schwerst pflegebedürftigen Bewohner lagen auf speziellen Matratzen, die gezogen werden konnten, auf dem Rasen und wurden von den Rettungskräften versorgt, Mitarbeiter des Pflegeheims sprachen ihnen Mut zu.

Immer wieder kamen Nachbarn vorbei, um sich zu vergewissern, dass die alten Menschen gut versorgt waren. Auch gegenüber dem Pflegeheim standen die Nachbarn und schauten fassungslos auf das Gebäude, das immer wieder durch Anbauten erweitert worden war. Von dem Dach blieben nur noch die Dachsparren übrig. Alle Dachpfannen hatten die Feuerwehrleute vorsorglich entfernt, um auch die letzten Brandnester entdecken zu können.

Ein Bewohner wurde durch das Feuer leicht verletzt und vorsichtshalber in die Uniklinik Lübeck transportiert. Alle anderen Bewohner wurden noch gestern in das Psychiatrische Krankenhaus des Landesvereins für innere Mission nach Rickling gebracht. Von dort war Dr. Wolfram Schreiber, Facharzt für Neurologie, nach Hartenholm geeilt und gab sich zuversichtlich. „Die allgemeinärztliche und die psychologische Versorgung sind bei uns sichergestellt“, so Schreiber. Ein positives Fazit zog Dennis Oldenburg, Pressesprecher der Feuerwehr: „Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr und die schnelle Evakuierung der Bewohner ist lediglich eine Person leicht verletzt worden.“

Silvie Domann und Petra Dreu

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