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Segeberg Bereit für den 500. Geburtstag
Lokales Segeberg Bereit für den 500. Geburtstag
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10:22 11.03.2019
Die Rantzau-Kapelle in der Hamburger Straße in Bad Segeberg Quelle: Lothar Kullack
Bad Segeberg

Versteckt liegen sie nicht gerade in der Hamburger Straße, die Rantzau-Kapelle und der Obelisk, die heute an den großen Statthalter, Financier und Humanisten Heinrich Rantzau (1526-1598) erinnern. Zur besonderen Attraktion sind diese Zeugnisse der Vergangenheit bisher aber auch nicht erhoben worden. „Da geht deutlich mehr“, sagt Manfred Quaatz von der „Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau“.

In sieben Jahren soll gebührend gefeiert werden

In sieben Jahren will der aus der Volkshochschule entstandene Arbeitskreis den 500. Geburtstag gebührend feiern. Unter anderem hat man bereits mit dem Landes-Pferdesportverband gesprochen, ob zu diesem Anlass nicht ein großes Aufgebot von Reitern mitwirken könnte. Als der Dänenkönig Christian IV. nämlich 1595 auf dem Weg zur Brautschau nach Brandenburg in Segeberg Halt machte, habe Rantzau sich um Unterstellmöglichkeiten für 700 Pferde kümmern müssen, heißt es in alten Zeitzeugnissen. Nun: Gleich 700 Pferde werden Reiter und Rantzau-Arbeitsstelle sicher nicht aufbieten wollen und können, aber ein imposantes Bild zum 500. sollte die Szenerie in sieben Jahren allemal liefern.

Mehr Beachtung gewünscht

Spätestens zu diesem Geburtsjahr will die Arbeitsstelle auch erreichen, dass Rantzau-Kapelle und Obelisk mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. „Die heutige Beachtung reicht uns bei weitem nicht aus“, sagt Quaatz, der seit dem 875. Stadtjubiläum im Jahr 2009 immer wieder im zeitgerechten Gewand als Heinrich Rantzau auftritt. Die Arbeitsstelle ist emsig damit beschäftigt, zum Thema Rantzau insgesamt zehn Bände mit 168 Aufsätzen und 4460 Seiten zu erarbeiten. Die Bücher sind Unikate und können in der Stadtbücherei eingesehen werden. Später soll auch eine Übertragung auf Computer-Sticks möglich sein.

Die „Segeberger Pyramide“ ließ Heinrich Rantzau – der Statthalter und Amtmann gleich dreier dänischer Könige von Christian III. über Friedrich II. bis Christian IV. – zu Ehren des 1588 verstorbenen Friedrich II errichten. Die Pyramide, genau „480 Schritte vor Segeberg“ gelegen und angeblich in nur 220 Tagen errichtet, war einst stolze acht Meter hoch, gekrönt noch von einem zehn Meter hohen Dach. Im Inneren fand man Triumphbögen, die von den Taten des Königs und derer des Johann Rantzau, Feldherr und Vater des Satthalters, zeugten.

„Segeberger Pyramide“ fast ein Weltwunder

In ihrer Zeit schon fast wie ein Weltwunder betrachtet, verfielen die empfindlichen Kalksteinmauern über die Jahrhunderte, bis Graf Friedrich zu Breitenburg, Patron der Stiftung, die Pyramide 1770 schließlich abreißen und durch die heutige, weitaus kleinere Kapelle ersetzen ließ. Bereits von der Pyramide hatte Rantzau stets als „Sacellum“ (Kapelle) gesprochen, wurde sie doch zum Tode seines geliebten Fredericus II. errichtet.

Rantzaus 493. Geburtstag wird gefeiert

Es ist kein runder Geburtstag, das wahrhaftig nicht, dafür aber ein hochbetagter: Das Internat Schloss Rohlstorf und die „Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau“ begehen am Montag,11. März, in einer öffentlichen Festveranstaltung in der Galerie des Gutes Rohlstorf den 493. Geburtstag von Heinrich Rantzau (1526-1598). Von 14.30 Uhr an spricht neben Gastgeberin Annette von Rantzau und Mitgliedern des Arbeitskreises Kreispräsident Claus Peter Dieck.

Den Festvortrag zum Thema „Heinrich Rantzau, der Humanist“ hälft Professor Dr. Oliver Auge von der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Schüler der Gemeinschaftsschule haben eine Präsentation erarbeitet, und die Gruppe „Anglis Clamant“ aus Kiel spielt Lieder aus der Zeit Rantzaus.

Weitaus besser erhalten - und das vor allem Dank einer Restaurierung vor wenigen Jahren -_ ist der 1590 begonnene Rantzau-Obelisk. Auf einem Unterbau aus Feldsteinen trägt ein zweistufiger Sockel aus Granitquadern das obere Postament, das aus gemauertem Sandstein besteht. Laut alten Quellen soll der Obelisk noch von einer großen vergoldeten Krone mit daran hängenden Glocken gekrönt gewesen sein – alles zusammen allein schon ein Drittel des gesamten Denkmals hoch und 1748 bei einem schweren Sturm zerstört.

Obelisk wurde 2016 saniert

Anlässlich der Sanierung des Obelisken meinte 2016 die Restauratorin Stephanie Silligmann: „Es macht keinen Sinn, diese Spitze wieder herstellen zu wollen. Außer einer Zeichnung gibt es keine weiteren Quellen – nachher restauriert man etwas, das es so gar nicht gegeben hat.“

Stattdessen wurde mit einem Aufwand von rund 119 000 Euro die Mauern des acht Meter hohen Obelisken und die ihn umgebenden Anlagen restauriert. Die Stadt trug davon knapp 50 000, vom Landes-Denkmalschutz kamen 43 000 und von der Stiftung Denkmalschutz weitere 20 000 Euro.

Lothar Kullack

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