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Segeberg Sicheres Zuhause: Neun Wohnungen für Frauen aus dem Frauenhaus
Lokales Segeberg Sicheres Zuhause: Neun Wohnungen für Frauen aus dem Frauenhaus
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17:00 28.10.2019
Im Norderstedter Stadtteil Garstedt entsteht zurzeit das landesweit einmalige Bauvorhaben. Quelle: Fuchs
Norderstedt

Ein landesweit bislang einmaliges Wohnprojekt entsteht zurzeit im Norderstedter Stadtteil Garstedt an der Ochsenzoller Straße. Dort baut das Diakonische Werk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein neun neue Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für Frauen, die Gewalt erlitten und im Frauenhaus Unterschlupf gefunden haben. Sieben dieser Wohnungen sind sozial gefördert und kosten nur 6,30 Euro je Quadratmeter kalt im Monat, erklärt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, Andrea Makies.

Schutz und bezahlbarer Wohnraum

Insgesamt investiert der Kirchenkreis hier 1,8 Millionen Euro, erklärt Michael Benthack, Architekt und Geschäftsführer von „Bauwerk kirchliche Immobilien“. „Hier entsteht ein schützendes Dach und ein sicheres Zuhause für Frauen, die Schutz brauchen und bezahlbaren Wohnraum suchen“, sagte Ministerin Sabine Sütterlin-Waack, die in der Landesregierung das Justiz- und Gleichstellungsressort leitet, jetzt beim Richtfest.

Immer öfter müssten Frauen, die vor ihren gewalttätigen Männern in den Schutz eines Frauenhauses geflüchtet seien, dort länger wohnen bleiben als nötig, führte die Ministerin aus. So hätten im vorigen Jahr 93 Frauen ein halbes Jahr und länger im Frauenhaus verbracht, weil sie keine normale Wohnung gefunden hätten. „Und man kann diese Frauen, die Zuflucht vor Gewalt im Frauenhaus gefunden haben, ja nicht einfach auf die Straße setzen“, ergänzte Probst Frie Bräsen vom Kirchenkreis.

„Ein Start in ein neues Leben“

Das Land habe dieses „einzigartige Bauvorhaben“ mit 105 000 Euro gefördert, sagte die Ministerin Sütterlin-Waack. „Im Norden gibt es nichts Vergleichbares.“ Zumindest hier in Norderstedt biete sich für einen Teil dieser Frauen und ihren Kindern bald „ein Start in ein neues Leben, das selbstbestimmt und ohne Gewalt auskommt.“

Architekt Michael Benthack und Andrea Makies vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein sind verantwortlich für das Bauvorhaben in Norderstedt. Quelle: Fuchs

Auch Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder lobte dieses „wichtige Projekt in unserer Stadt“. Es sei ohnehin „wünschenswert, dass jeder Mann und jede Frau hier so wohnen kann, wie er es gerne mag“, sagte die Verwaltungschefin. Allein das knappe Angebot und die hohen Mieten machten das oft nicht möglich. Umso wichtiger und dringender sei es dann, dass Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt waren, „einen Raum für sich und ihre Kinder für einen Neuanfang finden können“. Dies sei nun bald für einige dieser Betroffenen in Norderstedt möglich.

Fertigstellung Mitte 2020

Das dreigeschossige Wohnhaus wird nach Angaben des Bauherrn Benthack Mitte 2020 fertiggestellt sein. Für die Belegung werde das Diakonische Werk in Absprache mit den für die Frauenhäuser zuständigen Behörden geschehen, sagte Geschäftsführerin Andrea Makies. Sie wünsche sich, dass das Land solche Förderprojekte auch noch für andere Randgruppen der Gesellschaft aufsetze, wie zum Beispiel wohnungslose Menschen. So gebe es ein sehr erfolgreiches Projekt des Kirchenkreises, dass obdachlosen Menschen zu beinahe 100 Prozent wieder einen festen Job gebracht hätte. „Aber viele Teilnehmer finden einfach keine eigene Wohnung auf dem freien Markt und müssen weiterhin in Obdachlosenunterkünften leben.“

Von Von Burkhard Fuchs

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