Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Silvesterbilanz: Dutzende Einsätze um den Jahreswechsel
Lokales Segeberg Silvesterbilanz: Dutzende Einsätze um den Jahreswechsel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 02.01.2020
Großer Schreck in Norderstedt: Am ersten Tag des neuen Jahres wird ein Junge mit einer Böllerverletzung an der Hand ins Krankenhaus gebracht. Quelle: Florian Büh
Bad Segeberg

Die Rettungskräfte hatten um den Jahreswechsel reichlich zu tun. Mit einem großen Schrecken startete eine Familie in Norderstedt-Garstedt ins neue Jahr: Der Rettungsdienst musste am ersten Tag des Jahres einen verletzten Jungen ins Krankenhaus bringen. Die Sanitäter waren zunächst von einer Amputationsverletzung ausgegangen, die sich der etwa Zehnjährige durch das Hantieren mit einem Böller zugezogen haben soll. Nach ersten Informationen stellte sich jedoch heraus, dass er nur oberflächliche Verbrennungen an der Hand erlitten hat.

Große Brände in Itzstedt, Seth und Kaltenkirchen

Für viele Feuerwehren des Kreises Segeberg war es eine unruhige Silvesternacht. „Zwischen 17 Uhr im alten Jahr und bis 4.30 Uhr mussten die Kräfte zu 35 Einsätzen ausrücken. Zumeist handelte es sich dabei um brennende Mülleimer, Hecken oder Überreste eines Feuerwerks“, teilt der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg, Sönke Möller, mit.

Vor allem Polizei und Feuerwehren hatten gut zu tun

Leider habe es auch drei größere Brände gegeben. Um 22.19 Uhr meldeten Anwohner in Itzstedt den Brand einer Garage. Die Feuerwehren aus Itzstedt, Nahe und Kayhude konnten den Vollbrand zügig löschen. Um 1 Uhr wurden die Wehren aus Seth, Itzstedt, Nahe, Kayhude und Oering zu einem Brand eines Einfamilienhauses in Seth alarmiert. Ein Müllbehälter zwischen Garage und Wohngebäude hatte Feuer gefangen. Das Feuer schlug auf das Dach über. Eine Garage und ein Überstand wurden beschädigt; am Haus in der Hamburger Straße entstand Sachschaden im fünfstelligen Bereich. Bei beiden Einsätzen wurde niemand verletzt.

Mann aus brennendem Container gerettet

Zu einem weiteren Feuer kam es gegen 2.30 Uhr in Kaltenkirchen. In einem Wohncontainer in der Straße Im Grunde, in dem noch eine Person schlief, brannte es aus ungeklärter Ursache. Der 39-jährige Bewohner der Unterkunft wurde durch die Feuerwehr Kaltenkirchen gerettet und durch den Rettungsdienst in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt und schließt fahrlässige Brandstiftung nicht aus.

Die Polizei Bad Segeberg hatte in der Silvesternacht ähnlich gut zu tun, wie in den Vorjahren. Zwischen 18 Uhr im alten Jahr und 6 Uhr am 1. Januar wurden die Beamten zu 100 Einsätzen im Kreis Segeberg gerufen. „Grund waren überwiegend alkoholbedingte Streitigkeiten und Körperverletzungen sowie Sachbeschädigungen und die Brände“, erklärt die Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg, Sandra Mühlberger.

Nachbarin mit Handgranate bedroht

So bedrohte in Norderstedt ein 33-Jähriger gegen 1.40 Uhr seine Nachbarin mit einer Handgranate. Er schlug mit Fäusten gegen Fenster und Türen des Hauses in der Müllerstraße. Laut Polizei drohte er ihr im weiteren Verlauf mit dem Tode und zeigte das Sprengstoff-Geschoss. Der Mann zog sich danach in seine Wohnung zurück. Dort überwältigten die Norderstedter Polizeibeamten den Norderstedter. Sie nahmen ihn in Gewahrsam, wo er sich weiter aggressiv verhielt. Bei der Handgranate habe es sich um eine Attrappe gehandelt, so die Polizei.

„Der Rettungsdienst musste 65 mal ausrücken und berichtete von drei verletzten Personen, deren Verletzungen auf unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk zurückgingen“, sagt Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein.

Die Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein nannte 54 Brandeinsätze, fünfmal technische Hilfeleistungen und 102 Einsätze für den Rettungsdienst. Ein Großfeuer in Bad Schwartau beschäftigte mehrere Feuerwehren. Am frühen Neujahrsmorgen musste die Autobahn 1 bei Ahrensburg aus Sicherheitsgründen voll gesperrt werden – wegen Feinstaub, extremem Nebel und einem Autobrand. 

In Bad Segeberg brannte eine Mülltonne und ein Baumstamm. Quelle: Feuerwehr

Ruhige Nacht in Bad Segeberg

In Bad Segeberg verlief die Nacht für die Feuerwehr vergleichsweise ruhig. Die Wehr löschte um 00.38 Uhr lediglich eine qualmende Mülltonne in der Theodor-Storm-Straße. Zwei Einsatzfahrzeuge waren vor Ort. Am Abend des 1. Januar brannte am Parkplatz des Ihlsee-Restaurants das Innere eines Baumstammes. „Ein echtes Schwedenfeuer“, sagt Dennis Schubring, Sprecher der Feuerwehr in Bad Segeberg. „Der Stamm wurde einmal aufgesägt, um besser an das Feuer heranzukommen.“

Letztlich sei es eine Nacht wie jede andere auch, sagt Christian Mandel, Sprecher der Rettungsdienst-Kooperation (RKiSH). Für Silvester typisch seien Fälle, bei denen die Menschen zu viel trinken oder feiern. Rettungswagen seien mit Böllern beworfen worden. Insgesamt waren zusätzlich Fahrzeuge im Dienst, die zumeist jedoch nicht benötigt wurden.

300 Feuerwehreinsätze im Land

In Schleswig-Holstein waren bis zum Neujahrsmorgen gut 300 Feuerwehreinsätze zu verzeichnen. Die meisten Brände wurden durch Silvesterfeuerwerk verursacht. Es gab mehrere Großbrände. Mehrere Personen zogen sich schwere Verletzungen durch Knallkörper zu – teilweise mit Fingeramputationen.

Landesbrandmeister Frank Homrich dankte den überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren, aber auch den Beamten der vier Berufsfeuerwehren im Land für ihren Einsatz in der Silvesternacht. „Unser flächendeckendes Netz an Feuerwehren hat sich auch in dieser besonderen Nacht wieder einmal bewährt. Ohne das Ehrenamt hätte unsere Sicherheitsarchitektur gravierende Schwächen“, so Homrich.

Von Irene Burow

Der Tod eines sechs Jahre alten Jungen im Freibad Bad Bramstedt hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht. Am kommenden Mittwoch beginnt der Prozess gegen fünf Personen wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung.

02.01.2020

Alarmzustand im Herzogtum Lauenburg: Immer mehr Unternehmen wollen sich im Kreisgebiet niederlassen. Doch auch immer öfter erhalten sie eine Absage, weil es schlicht an Gewerbeflächen fehlt.

02.01.2020

Ausflüge in die nähere Umgebung, Besuche im Ikea-Möbelhaus und Bastelarbeiten stehen bei der Kreativgruppe der Lebenshilfe hoch im Kurs. Vor Weihnachten wurden Kekse gebacken.

02.01.2020