Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg So geht Jagd und Waldschutz: Landesforsten im Gespräch mit Segebergern
Lokales Segeberg So geht Jagd und Waldschutz: Landesforsten im Gespräch mit Segebergern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 24.08.2019
Wildschweine, Rehe und Hirsche. Das Bild zeigt den Abschluss einer Drückjagd. Quelle: dpa
Wahlstedt/Glashütte

Jäger wollen nur das eine: Tiere totschießen. Auf diesen kurzen Satz könnte man die Kritik der Gegner herunterbrechen, die an den Wanderwegen im Segeberger Forst unlängst mit Gedichten dazu auf sich aufmerksam gemacht hatten. Doch mit der Reaktion der Landesforsten hatten sie offensichtlich nicht gerechnet. Die nahmen die Gelegenheit wahr und luden zur offenen Diskussion ein.

Gereimter Protest kam gut an bei den Landesforsten Quelle: Landesforsten

„Bisher haben wir nur gehört, dass wir nicht schießen sollen. Aber was die eigentliche Kritik ist, wissen wir nicht“, argumentierte Tim Scherer, Direktor der Landesforsten Schleswig-Holstein. So viel vorweg: Das wird auch weiter so bleiben. Es saßen zwar 16 Männer und Frauen in Glashütte zusammen, doch die Reim-Verfasser waren nicht darunter. Das wurde schnell klar.

Der Wald als CO2 Speicher

Vielmehr hatten Naturschützer, Wanderer und Jäger die Gelegenheit für ein Gespräch genutzt. Gemeinsam mit Scherer, Steffen Ahnert (zuständig für die Jagd im Landesforst) sowie Glashüttes Revierförster Matthias Sandrock ging es zunächst um den Wald im Allgemeinen, um Entwicklung und den Wald als wichtigen CO2 -Speicher.

Zehn Prozent der Landesforsten sind Naturwald

So staunte Winfried Wilken, Befürworter von möglichst viel Urwald, nicht schlecht, als er erfuhr, dass jüngst hinter dem Hundefreilauf in Wahlstedt auf mehr als 14 Hektar aus Wirtschafts- Naturwald geworden ist. „Der sich noch verändern wird, wenn weitere Fichten herausgenommen werden“, sagte Scherer. Und bei Schönmoor werden bis 2021 weitere Flächen naturnah vernässt.

Bürger und Forstleute im Dialog

Wilkens These, Rehe könnten doch ruhig ein paar Bäume anknabbern, die Landesforsten seien nur auf gutes Holz aus, ließ Scherer nicht gelten. Einzukunftsfähiger Wald, der dem Klimawandel trotzen kann, sei das Ziel. Doch der müsse zunächst die Chance haben zu wachsen. Scherer: „Die Population der Wildarten, die wir bejagen, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. Sie leben im Mais, und wenn der geerntet wird, dann stapeln sie sich fast im Wald, weil sie woanders nichts finden. Wir jagen Reh-, Dam- und Schwarzwild im Rahmen unseres Auftrags, den Wald zu schützen.“

Abschussplan regelt die Jagd

Auch das Wie der Jagd überraschte manchen Zuhörer, denn in den Landesforsten wird sechs Monate im Jahr gejagt. „An zwei Tagen im Jahr machen wir den Wald zu und veranstalten Drückjagden. Das ist unsere Strategie. Sie am stressärmsten und darum tierschutzrechtlich viel besser“, betonte Matthias Sandrock aus seinem Revier. Ansonsten gebe es einen Abschussplan, ergänzte Steffen Ahnert.

Antworten zum Wald

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforstensind ein Wirtschaftsbetrieb, der sich selbst finanziert. Gewinne machen sie nicht. Lediglich für besondere Naturschutzmaßnahmen, den Erlebniswald Trappenkamp oder Neuwald-Anpflanzungen gebe es nach eigenen Angaben zusätzliche Mittel. Über die Homepage www.wald-dialog.de gibt es viele Antworten rund um den Wald im Norden. Bürger können sich hierüber auch mit ihren Fragen an die Landesforsten wenden.

Dessen Aufstellung richte sich nach der Herleitung der Bestandszahlen. Einbezogen in die Planungen würden auch die Ergebnisse der Vorjahre, die körperliche Konstitution, der Zustand der Vegetation an Knicks und im Wald sowie die Anzahl der Wildunfälle. An seiner Aufstellung arbeiten im Segeberger Forst die Reviere Glashütte, Hartenholm, Heidmühlen, Rickling und Hamdorf mit. Die sogenannte Strecke der erlegten Tiere werde jedes Jahr veröffentlicht.

„Schade, dass die Verfasser der Gedichte offenbar nicht da waren.“

Jäger, die einen Tages- oder Kurzjagderlaubnisschein erwerben, würden streng kontrolliert. Scherer: „Sie helfen uns, den Abschussplan zu erfüllen. Die dürfen auch nicht einfach irgendwas schießen, das ist alles genau vorgegeben“, ergänzte Steffen Ahnert. „Und in den genannten Revieren herrscht für alle Formen der Erlaubnisscheine in den Monaten Februar bis April sowie Juni und Juli Jagdruhe.“

„Schade, dass die Verfasser der Gedichte offenbar nicht da waren. Ich habe mich über die Art der Reaktion der Landesforsten sehr gefreut.“, fasst Gast Michael Haase zusammen. Auch Winfried Wilken und Klaus Hannemann lobten den Umgang mit der Kritik. „Und wenn der Bedarf da ist, wiederholen wir so etwas gerne“, schloss Tim Scherer.

Von Heike Hiltrop

Von den Feuerwehr-Bikern „Flaming Stars“ kam die Idee zur Ausfahrt der Kommunalpolitiker. 18 Männer und eine Frau rollten am Sonnabend mit ihren Maschinen zugunsten der Tafelstiftung von Wahlstedt aus an die Ostsee. Aber ganz gemütlich.

24.08.2019

Am Freitag haben die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg die Marke von 300 000 Besuchern geknackt. Drei Vorstellungen früher als in der Rekordsaison 2018. Jubiläumsgast war Lore Schümann aus Pansdorf, die als Geschenk 3000 Euro erhielt.

24.08.2019

Die Löwen fauchen beängstigend. Tiertrainer Martin Lacey muss mehr als einmal vor den Pranken zurückweichen. Und er wird laut. Ist das alles nur Show?

23.08.2019