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Segeberg Sollte Bad Segebergs FDP-Chefin eingeschüchtert werden?
Lokales Segeberg Sollte Bad Segebergs FDP-Chefin eingeschüchtert werden?
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19:39 22.05.2019
FDP-Stadtvertreterin Anna-Patricia Thomsen beklagt sich über Drohungen. Quelle: hfr
Bad Segeberg

Werden in der Bad Segeberger Stadtvertretung Politiker unter Druck gesetzt? Die FDP-Fraktionsvorsitzende Anna-Patricia Thomsen ist davon überzeugt. Sie beschwerte sich in der Stadtvertretersitzung am Dienstag über an sie persönlich gerichtete WhatsApp-Nachrichten im Vorfeld der Stadtvertretung, die nach ihrer Darstellung von Teilnehmern der Fridays-For-Future Bewegung abgeschickt worden und nach ihrer Meinung sogar strafrechtlich relevant seien. Man habe versucht, sie im Vorfeld der Sitzung durch Drohungen einzuschüchtern und die Entscheidung der Stadtvertretung zu beeinflussen, teilte sie in öffentlicher Sitzung mit. Ein Zuschauer im Saal forderte sie auf, nicht auf diese Weise die Jugendlichen der Bewegung im Saal zu verunglimpfen. Doch Thomsen blieb bei ihren Vorwürfen.

„Wir werden mit Schildern kommen“

Auf LN-Nachfrage teilte sie den Wortlaut der Nachrichten mit. In einer Mitteilung wurde gedroht. „Wir werden mit Schildern kommen, auf denen ,Schwachsinn’ oder sowas steht, und die hochhalten, wenn wir mit irgendeiner Aussage nicht zufrieden sind, also würde ich an Deiner Stelle nicht sagen, dass Du mit uns in Kontakt stehst, sonst könnte das eventuell unangenehm werden. (Mit Zwinker-Smiley dahinter) Die anderen Leute von FFF sind auch noch radikaler als ich.“ Weiter hieß es: „Na ja aber mach Dich darauf gefasst, dass Du eventuell ausgebuht wirst oder irgendetwas in die Richtung, falls Du uns ,instrumentalisieren’ willst. (Wie gesagt, ich habe damit nichts zu tun, aber andere Leute von FFF sind da sehr radikal, die würden das auch in Kauf nehmen)“.

Autor der WhatsApp hat sich entschuldigt

Lennart Stahl von Fridays for Future outete sich gegenüber den LN als Urheber der Nachrichten. Er kenne die FDP-Politkerin privat, habe mit ihr Kontakte über Fragen zur Organisation gehabt. Doch während des Kontaktes mit der FDP-Stadtvertreterin habe es bei den Jugendlichen immer mehr Befürchtungen gegeben, dass die FDP-Politikerin die Jugendlichen und ihr Anliegen für ihre parteipolitischen Zwecke instrumentalisieren könnte. Stahl: „Wir wollten auf keinen Fall, dass sie die Kontakte, die sie zu uns hat, jetzt für sich und ihre Partei ausnutzt.“ Man wolle parteipolitisch unabhängig bleiben.

Befürchtungen hätten immer mehr zugenommen, dass sie „Dinge über die Fridays-for Future-Bewegung sagen“ würde, die nicht stimmten. Sie hätten Angst gehabt, dass Anna Patricia Thomsen etwas erzählen würde, „das uns in ein falsches Licht stellen“ könnte. Deshalb der Hinweis, dass sie sich lautstark melden würden, wenn sie in der Sitzung etwas über die Bewegung sagen würde oder sie für ihre Parteizwecke vereinnahme. Er wollte keinesfalls mit den WhatsApp-Meldungen das Stimmverhalten der FDP in der Stadtvertretung beeinflussen. Darum sei nie gegangen. Stahl wunderte sich nur, dass, wenn sich Thomsen bedroht fühlte, sie dieses ihm nicht gegenüber geäußert habe, zumal man sich privat kenne. Sie habe stattdessen dafür die große Bühne der Stadtvertretung genutzt.

Er habe sich bei Anna-Patricia Thomsen entschuldigt, stellt Stahl klar und nehme das alles auf seine Kappe. Er wolle der Fridays for Future-Bewegung damit nicht schaden.

Die FDP will das im Nachhinein nicht auf sich beruhen lassen. Sie bittet nun schriftlich Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld, der in der Sitzung wegen einer Dienstreise von seinem ersten Stellvertreter Norbert Reher (CDU) vertreten wurde, um Stellungnahme der im „Vorfeld bekanntgewordenen Drohungen gegen Mitglieder der FDP-Fraktion und der Meinungsäußerungen/Kundgebungen seitens des Publikums“ während der Sitzung.

Wolfgang Glombik

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