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Segeberg Bankkunden horten mehr als vier Milliarden Euro
Lokales Segeberg Bankkunden horten mehr als vier Milliarden Euro
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19:00 08.05.2019
Bilanz 2018 der Sparkasse Südholstein, der Vorstand Martin Deertz, Andreas Fohrmann, Eduard Schlett Quelle: Oliver Vogt
Neumünster/Bad Segeberg

Das dicke, rote Sparschwein, das die Kundenhalle der Zentrale in Neumünster verschönert, symbolisiert die Lage der Sparkasse Südholstein recht gut: Mehr als vier Milliarden Euro (4,024) haben die rund 140 000 Giro-Kunden aus Segeberg, Neumünster und Pinneberg derzeit auf der hohen Kante, gegenüber dem Jahr 2017 noch einmal eine Steigerung um 202,3 Millionen Euro.

Der Bestand an Wertpapieren wuchs 2018 zwar mit rund 232 etwas stärker auf insgesamt 899 Millionen Euro an. Trotz andauernder Niedrigzinsen und der geringen bis nicht vorhandenen Renditeerwartungen hält der Großteil der Kundschaft aber an den klassischen Sparprodukten fest. „Das Sicherheitsbedürfnis ist offenbar extrem hoch“, sagt Andreas Fohrmann, Vorstandschef der Sparkasse Südholstein.

Etwas mehr Risikobereitschaft Forhmann zwar begrüßen, zumal die Renditeerwartungen für Kunden auf dem Kapitalmarkt deutlich höher seien. Dass viele ihr Geld der Sparkasse anvertrauen, weil sie es dort sicher und trocken wähnen, auch wenn es keine Erträge bringt, freue ihn aber auch.

Gewinn legte 2018 um 6,7 Prozent zu

Darüber hinaus gibt es für den Sparkassen-Vorstand wenig Grund zur Klage über das Ergebnis des Jahres 2018. Angesichts anhaltender Niedrigzinsen könne man damit sehr zufrieden sein, so Fohrmann. Auf der Ertragsseite legte die Bank gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Millionen auf 135,2 Millionen Euro zu. Abzüglich aller Kosten bleiben davon 38,4 Millionen Euro als Gewinn übrig – ein Plus von 6,7 Prozent.

„Unser Wachstumsmotor bleibt der Mittelstand, da sind wir am meisten gewachsen“, erklärt der Vorstandschef. Insgesamt belief sich die Höhe der ausgezahlten Kundenkredite 2018 auf 4,25 Milliarden Euro, eine Steigerung von 3,3 Prozent. 175 Millionen Euro mehr als im Vorjahr wurden dabei an Unternehmen und Selbstständige ausgezahlt.

Zwar mögen sich die Vorzeichen auf dem Weltmarkt etwas eintrüben. „Bei unseren Kunden merken wir bisher aber nichts davon, die gute Dynamik in der regionalen Wirtschaft ist ungebrochen“, sagt Vorstandsmitglied Martin Deertz. Ein Wachstumshemmnis sei für viele Betriebe eher der leer gefegte Arbeitsmarkt.

Vier Auszeichnungen als „Beste Bank“

Groß geschrieben werden sollen bei der Sparkasse Südholstein weiterhin die Themen Beratung und Kundenzufriedenheit. Dass man dabei auf dem richtigen Weg sei, zeigten auch die Bewertungen von Bankentestern: In gleich vier Bereichen – Privatkunden, Firmenkunden, Private Banking und Baufinanzierung – wurde die Sparkasse Südholstein im Bankentest der Zeitung „Die Welt“ zur „Besten Bank in Schleswig-Holstein“ gekürt. „Ein Sieg gleich in vier Bereichen ist ungewöhnlich, das hatten wir auch noch nie“, sagt Fohrmann.

Vor allem in der Eigenheimfinanzierung habe sich die Sparkasse 2018 einen großen Schritt auf die Wünsche der Kunden zubewegt. So biete die Bank nicht mehr nur Finanzierung zu eigenen Konditionen an, sondern vermittelt auch Verträge für rund 100 andere Kreditinstitute. „Damit schaffen wir Marktransparenz und finden für den Kunden jeweils das Angebot, das am besten für ihn passt“, erklärt Fohrmann das Konzept.

Rasanter Trend Richtung Digitalisierung

Eine weitere Ausdünnung des Filialnetzes wie 2017, als im Zuge der Neuausrichtung acht von damals 36 Filialen geschlossen wurden, schließt Fohrmann gegenwärtig aus. „Das wäre auch nicht angemessen, da der Beratungsbedarf eher steigt.“ So hätten die Mitarbeiter der Bank 2018 mehr als 60 000 umfassende Beratungsgespräche mit ihren Kunden geführt, das war im Girokundenbereich fast jeder zweite.

Sparkasse in Zahlen

Bilanzsumme: 5,181 Milliarden Euro (2017: 5,116)

Zinsüberschuss: 97,5 Millionen Euro (2017: 96,7)

Provisionsüberschuss: 36,3 Millionen Euro (2017: 35,7)

Betriebsergebnis vor Bewertung: 38,4 Millionen Euro (2017: 36)

Kundeneinlagen: 4,024 Milliarden Euro (2017: 3,82)

Kundenkredite: 4,25 Milliarden Euro ( 2017: 4,12)

Kernkapitalquote: 12,6 Prozent (2017: 12,8)

Gesamtkapitalquote: 14,7 Prozent (2017: 14,4)

Mitarbeiter: 907 (2017: 925)

Filialen: 28 (2017: 36)

Es zeige sich aber auch, dass der Trend deutlich in Richtung Digitalisierung gehe. Denn 84 000 Kunden wickelten ihre Bankgeschäfte inzwischen Online ab; die vor drei Jahren gestartete Sparkassen-App für Smartphones werde inzwischen von 26 000 Kunden genutzt. Auch das Angebot der Online-Filiale, die eine Beratung bei Bankgeschäften auch über Telefon oder Videochat für zu Hause anbietet, sei mit 10 000 Online-Beratungen im vergangenen Jahr überaus erfolgreich. „Das ist ein sich rasant fortsetzender Trend, auf den wir natürlich reagieren werden“, so Fohrmann.

Oliver Vogt

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