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Segeberg Sparkasse setzt neuen Zaster-Laster ein
Lokales Segeberg Sparkasse setzt neuen Zaster-Laster ein
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21:48 17.04.2018
Sparkassen-Vorstandschef Andreas Fohrmann am Geldautomat der neuen mobilen Filiale, die den Kunden in den Orten ohne Geschäftsstelle jetzt noch mehr Service ermöglichen soll. Quelle: Fotos: Fuchs
Neumünster/Bad Segeberg

2003, unmittelbar nach der Fusion der beiden Kreissparkassen Segeberg und Pinneberg, hatte diese noch bei 5,7 Milliarden Euro gelegen. Dafür hat sich seitdem der Wertpapierumsatz auf den neuen Höchststand von 924 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Immer mehr Kunden legten ihr Geld lieber in Aktien- und Immobilienfonds an, da sie auf dem Sparbuch praktisch keine Zinsen mehr bekämen.

Die anhaltende Niedrig-Zinsphase mache es aber schwer, mit den Einlagen der Kunden (3,8 Milliarden Euro, plus 4,6 Prozent) Geld zu verdienen, zumal die Sparkasse selbst 0,4 Prozent Strafzinsen für eigene Einlagen bei der Europäischen Zentralbank abführen müsse. Gleichwohl konnte die Sparkasse aber im vierten Jahr in Folge das Betriebsergebnis steigern, das jetzt 36 Millionen Euro vor Steuern betrug, sagte Fohrmann. Die Kernkapitalquote liege jetzt bei 11,7 Prozent (Vorjahr: 11,4 Prozent).

Bis auf 60 Millionen der ehemals rund 160 Millionen Euro habe die Sparkasse einen Großteil der Stützungsgelder, die der Giroverband und die Haspa-Holding 2009 und 2014 dem angeschlagenen Kreditinstitut gewährten, zurückgezahlt, erläuterte Vorstand Martin Deertz während der Bilanz-Pressekonferenz. „Wir sind jetzt im Wesentlichen von den Lasten befreit.“

Mit 78 000 Sparkassenkunden (von insgesamt 140000), die ihre Bankgeschäfte online abwickelten, sei die Internet-affine Kundschaft jetzt erstmals in der Mehrzahl, führte Vorstandschef Fohrmann aus. „Das ist jetzt gekippt.“ Vier Mitarbeiter kümmerten sich darum und hätten 2017 allein 10000 Gespräche online mit den Kunden geführt.

Das Telefon-Banking, das 30 Mitarbeiter im Call-Center der Sparkasse in Pinneberg bedienen, solle weiter forciert werden. So hat die Sparkasse im Februar 2018 eigens fünf Werbefilme im Internet dafür geschaltet, die seitdem 40000 Mal aufgerufen worden seien. Gleichwohl würde die Mehrheit der Kunden immer noch die persönliche Beratung wünschen, die es voriges Jahr in 67 000 Gesprächen mit Privat- und Geschäftskunden in den 28 Filialen der Sparkasse Südholstein gegeben habe.

„In den nächsten Jahren sind keine weiteren Filialschließungen geplant“, versicherte Fohrmann. Im Gegenteil: 2019 sollen in Norderstedt (Ohechaussee, ehemalige Postfiliale) und Trappenkamp zwei neue Geschäftsstellen eröffnet werden. Erst Ende 2017 hatte die ehemals größte Sparkasse des Landes acht Geschäftsstellen (zwei in Neumünster, je eine in Norderstedt, Bad Segeberg, Bornhöved, Geschendorf, Henstedt-Rhen und Ellerbek) geschlossen. 2003 beschäftigte die Sparkasse noch 1300 Mitarbeiter in 51 Filialen, jetzt sind es 925 Beschäftigte, 36 weniger als im Vorjahr, in 28 Filialen.

Als Ausgleich für die geschlossenen Geschäftsstellen werden seit Herbst vorigen Jahres sieben Gemeinden, in denen es zuvor eine Sparkassenfiliale gab, einmal wöchentlich von einem Fahrzeug mit Geldautomaten angefahren. Dies sind die Gemeinden Bornhöved (dienstags, 9 bis 12 Uhr, Gemeinde-Parkplatz Berliner Platz), Geschendorf (dienstags von 13 bis 16 Uhr, ehemalige Gaststätte Lindenhof, Dorfstraße 49), Hartenholm (donnerstags von 9 bis 12 Uhr, Bäckerei Michely, Dorfstraße 24) und Henstedt-Rhen (donnerstags von 13 bis 16 Uhr, Wochenmarkt Wilstedter Straße/Norderstedter Straße).

Dieses Angebot werde von den Kunden unterschiedlich gut angenommen, sagte Fohrmann. „Wir zählen dort zwischen zehn und 60 Geldabhebungen je Besuch.“ Damit die Kunden an diesen mobilen Filialen künftig auch ihre Kontoauszüge ausdrucken und Banküberweisungen am Terminal tätigen können, hat die Sparkasse eigens ein neues, gepanzertes Fahrzeug für etwa eine Viertelmillion Euro nach den Wünschen der Kundschaft angeschafft. Dies werde von Freitag, 20. April, an im Einsatz sein und den bisherigen Kleinbus ablösen. Zwei Mitarbeiter beantworten Fragen und leisten Hilfe. Über eine Rampe ist Rollstuhlfahrern der Zugang möglich. Sie sollten auch außen am Fahrzeug den Geldautomaten bedienen können. Fohrmann: „Unsere Kunden freuen sich so sehr über diese mobilen Filialen, dass sie den Mitarbeitern sogar Kuchen mitbringen.“

Sparkasse Südholstein in Zahlen

5,12 Milliarden Euro betrug 2017 die Bilanzsumme des Unternehmens (Vorjahr: 4,94 Milliarden, plus 3,5 Prozent).

Zinsüberschuss: 96,7 Millionen Euro (96,8 Millionen, minus 0,1 Prozent) Betriebsergebnis: 36,0 Millionen Euro (34,3 Millionen, plus 5,0 Prozent) Kundeneinlagen: 3,82 Mrd. (3,65 Mrd., plus 4,6 Prozent) Kredite: 4,12 Mrd. (4,0 Mrd., plus 2,7 Prozent) Filialen: 28 (36) Girokonten: 140000 (unverändert) Kernkapitalquote: 11,7 Prozent (11,4 Prozent).

Burkhard Fuchs

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