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Segeberg Spielgeräte morsch: Bad Segeberg muss Rutschen und Klettertürme abbauen
Lokales Segeberg Spielgeräte morsch: Bad Segeberg muss Rutschen und Klettertürme abbauen
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10:06 26.09.2019
Hier stand einmal Pias Lieblingsgerät: Ein Kletterturm mit Rutsche. Pia hofft, dass bald wieder ein neues Spielgerät kommt. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Es gibt sie wohl doch noch, diese Gutachter zum Knuddeln, die – wenn es darauf ankommt – sämtliche Augen zudrücken. Die Stadt wurde jahrelang von so einem „netten“ Prüfer besucht, der die Spielgeräte regelmäßig in Augenschein nahm und offenbar manches durchgehen ließ. „Hervorzuheben ist der sehr gepflegte und sehr gute sicherheitstechnische Zustand Ihrer Kinderspielplatzanlagen“ lautete sein Gesamturteil im vergangenen Jahr. Eine bessere Note gibt es wohl nicht.

Elf Geräte wurden abgebaut, im Herbst soll das schicke Piratenschiff an den Fischteichen aufgebaut werden. Quelle: Privat

Doch das dicke Ende kommt zuletzt. Jetzt ist ein neuer Spielplatz-Sachverständiger am Drücker, der zu einer ganz anderen Expertise kommt. Elf Spielgeräte seien morsch, müssen abgebaut werden. Und sie waren tatsächlich morsch, bestätigte die Stadt. Die hat jetzt das Problem, wie sie in kürzester Zeit ihre etwas leer wirkenden Spielplätze wieder mit Rutsche, Schaukel und Co. möblieren kann.

Stadt arbeitet an Spielgeräte-Plan

Die Grünen machten Druck im Bauausschuss, forderten, dass Bad Segebergs Spielplätze sicher und zeitgemäß ausgestattet werden sollen. Und rennen bei der Stadtverwaltung damit offene Türen ein. „Wir arbeiten daran, im Oktober verlässliche Zahlen zu den Kosten vorzuweisen, erklärte Bauamtsleiterin Antje Langethal. Volker Stender (CDU) zeigte sich empört: „Da hatte der Prüfer wohl schon an seine Pension gedacht. Es kann nicht sein, dass uns nun aufgebürdet wird, innerhalb ganz kurzer Zeit neue Geräte anzuschaffen.“

Antje Langethal: Die Sicherheit der Kinder geht vor. Quelle: Wolfgang Glombik

Bei einem LN-Spielplatztest im Frühjahr hatte sich herausgestellt, dass das Geräte-Angebot für Jugendliche in der Stadt eher mau ist. Nun ist auch das Angebot für die Kleinsten ausgedünnt. Langethal: „Wir waren erschüttert, das stellt das Ergebnis der letzten Jahre in Frage.“ Natürlich könne es passieren, dass ein Gerät 2018 noch tragbar sei, aber ein Jahr später nicht mehr. Irgendwann komme der Zeitpunkt, dass ein Gerät einfach kaputt sei.

Aber vom Sachverständigen sei immer die Nachricht gekommen, alles sei super. „Die neuen Ergebnisse können wir nicht ignorieren, auch wenn wir uns ärgern. Die Sicherheit der Kinder geht vor!“ So ganz ohne ist das nicht: Bricht ein Klettergerüst zusammen und Kinder verletzen sich, werden die Prüfergebnisse des Sachverständigen von der Staatsanwaltschaft zur Bewertung herangezogen. Und dass Geräte morsch waren, das habe der Bauhof beim Abbauen gemerkt. Eine Mutter sagte den LN, dass die Stadt am Steinkamp noch kurz vor dem Abriss das Dach vom Kletterturm liebevoll repariert habe. Doch nach dem strengen Gutachter-Blick musste das Teil sofort weg.

Lange Lieferzeiten bei Spielgeräten

Die kolportierten Kosten von 100 000 Euro habe sie so nicht bekanntgegeben, betonte Langethal gegenüber den LN. Nun sind die Summen für den Spielgeräte-Ersatz aber so exorbitant hoch, dass das in die Investitionsplanung für den Nachtragshaushalt aufgenommen werden soll. An den Schulen des Schulverbandes mussten auch Geräte abgebaut werden. Besonders betroffen vom Spielgeräte-Schwund seien die Plätze Steinkamp, Apfelgarten und Bornwischen, berichtet Langethal.

Aus der Ferne sah der Turm mit Rutsche am Steinkamp noch gut aus. Aber der Gutachter senkte den Daumen. Kürzlich wurde er abgerissen. Quelle: Wolfgang Glombik

Leider gebe es bei Schaukel oder Klettergerüst lange Lieferzeiten: Es könne mehr als sechs Monate dauern bis dort nach einer Bestellung wieder etwas stehe. Die Stadt werde die Neuanschaffungen über zwei bis drei Jahre strecken. Herbei gesehnt werden die Geräte auf jeden Fall von den Familien: Im Rathaus hätten sich schon Eltern beschwert, sagt Antje Langthal.

Nachholbedarf bei Spielgeräten: Beim LN-Spielplatz-Test im Frühjahr stellte sich heraus, dass für Jugendliche wenig geboten wird. Quelle: Glombik

Weitere Nachrichten aus dem Kreis Segeberg gibt es hier.

Von Wolfgang Glombik

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