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Segeberg Spring Break: Veranstalter spricht von Bedrohung
Lokales Segeberg Spring Break: Veranstalter spricht von Bedrohung
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20:00 14.06.2019
Die Reste des geplanten Spring-Break-Festivals in Bornhöved. Quelle: Oliver Vogt
Segeberg

Der Veranstalter des Spring Break Festivals soll beim Aufbau des Geländes in Bornhöved bedroht worden sein. In einer offiziellen Stellungnahme auf der Homepage heißt es: Die Absage der Veranstaltung „lag nicht nur an den erhöhten Auflagen, sondern auch daran, dass wir am Montag und am Mittwoch massiv bedroht wurden“.

Außerdem sei ihnen der Zugriff auf die Internetseite entzogen worden. „Erst seit Anfang dieser Woche haben wir wieder Kontrolle über die Seite.“

„Leute wussten nichts, das ist das Schlimmste“

Auf Nachfrage erklärt Veranstalter Dennis Usko, er sei zweimal vor Ort „erpresst“ worden. Er habe 10 000 Euro zahlen sollen. Ihm und seiner Familie sei Gewalt angedroht worden. Von wem, dazu wollte er keine Details nennen. Für ihn sei das jedoch hauptsächlich der Grund gewesen, die Reißleine zu ziehen – die Veranstaltung am 31. Mai und 1. Juni wegen Sicherheitsbedenken abzusagen.

„Diese Art von Gewalt hätten wir niemals für möglich gehalten. Die Leute wussten nichts davon, das ist das Schlimmste“, sagt er. Während der Abnahme des Geländes am 29. Mai seien die Planer nur deshalb nicht vor Ort gewesen, weil sie bei der Polizei gewesen seien. „Es ging um unsere Sicherheit.“

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Das wird den Ticketkäufern auch auf der Homepage erklärt: „Wir mussten zunächst völliges Stillschweigen darüber bewahren, was vorgefallen war und die Beamten ihre Arbeit machen lassen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Polizei. . .Dank euch fühlen wir uns jetzt wieder sicher.“

Den Behörden sei das auch bekannt gewesen. „Insofern ist es uns unerklärlich, wieso berichtet wird, wir seien zu dem Abnahmetermin einfach nicht erschienen.“ Und weiter: „Als wir später unsere Partner und die Künstler*innen über diese Vorgänge in Kenntnis gesetzt haben, erfuhren wir viel Solidarität und Unterstützung.“

Polizei bestätigt zwei Anzeigen

Die Polizei bestätigt auf Nachfrage, dass in diesem Zusammenhang zwei Anzeigen vorliegen und bearbeitet werden: eine wegen versuchter Nötigung sowie eine wegen Nötigung. Die Vorgänge seien jedoch nicht so dramatisch wie geschildert, hieß es aus der Pressestelle.

Das Spring Break Open Air war am 29. Mai zwei Tage vor Veranstaltungstermin offiziell abgesagt worden – aus Sicherheitsbedenken. Zunächst hieß es zur Begründung, dass die Auflagen der Behörden zu spät gekommen seien. Die Erfüllung der Auflagen in so kurzer Zeit, die von Usko geschilderte Bedrohungslage und die Planung an sich: Offenbar war Ende Mai Vieles zusammengekommen.

Zäune: Viel mehr wurde nicht aufgebaut in Bornhöved. Quelle: Oliver Vogt

Homepage seit Pfingsten wieder erreichbar

Die Homepage war kurz nach der Festival-Absage nicht mehr erreichbar. Die Facebookseite, auf der es viele Rückmeldungen enttäuschter Fans gegeben hatte, ebenso. Inzwischen gibt es wieder eine Frontseite der Homepage, auf der eine Entschuldigung ausgesprochen wird und wo betroffene Ticketkäufer sich melden können.

„Wir wollen das so nicht stehen lassen, wir lassen uns das nicht bieten“, sagt Dennis Usko zum Thema Gewalt, aber auch zur Gesamtsituation. „Das Statement war uns wichtig. Wir stehen für Toleranz und sind gegen jegliche Form von Gewalt.“ Auch wolle er aufklären, was tatsächlich vor Ort passiert sei. Die Erstattung der Ticketpreise sei inzwischen angelaufen, versichert er. Bis zum 18. Juni soll jeder sein Geld zurückerhalten, hatte er Anfang Juni versprochen.

Festival 2018 war gut verlaufen

Was auch immer tatsächlich zur Absage der Großveranstaltung mit 10 000 Besuchern geführt hat: Ganz unerfahren war der Veranstalter nicht. Im September 2018 hatte das Festival Premiere gefeiert. Laut Bürgermeister Reinhard Wundram sei da „alles wunderbar gelaufen“. Der namhafte Musiker DJ Tomekk bescheinigte tags darauf: „Wow, da überlegt sich Dennis so: ich mache ’n Springbreak Festival im September, buche mir Dante Thomas und Dj Tomekk mit Sean Finn und Kerstin Ott, und zack stehen 5000 Leute aufm Acker in Bornhöved. . . Respekt, was für eine geile Show.“

„Es ist schon schade“, resümiert Bürgermeister Wundram die Absage in diesem Jahr. Einer Neuauflage des Open Airs steht er offen gegenüber. „Es muss aber planbar und machbar sein für alle Seiten. Viel guter Wille war jedenfalls dabei.“  

Irene Burow

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