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Segeberg Spring Break Open Air in Bornhöved ist abgesagt
Lokales Segeberg Spring Break Open Air in Bornhöved ist abgesagt
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19:14 29.05.2019
Das Open Air im Jahr 2018 sollte am 31. Mai und 1. Juni wiederholt werden. Quelle: Mehr Management
Segeberg/Bornhöved

Das Spring Break Open Air in Bornhöved ist offiziell abgesagt worden. Das haben die Polizei und das Amt Bornhöved in einer gemeinsamen Presseerklärung bekanntgegeben.

Jörg Tietgen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Bornhöved, bestätigt: „Mittwochmittag sollte das Gelände bei einem Vorort-Termin abgenommen werden mit dem Ziel der Genehmigung“, sagt er. Während alle beteiligten Behörden dort gewesen seien, habe der Veranstalter angerufen und abgesagt. „Er hat den Antrag für das Festival zurückgezogen.“

Antrag wegen Sicherheitsbedenken zurückgezogen

Der Grund: Sicherheitsbedenken. Weitere Gründe seien nicht genannt worden. „Alle Behörden sind informiert. Damit entsprechend Wege gefunden werden, dass niemand doch zu der Veranstaltung fährt.“ Die Polizei bittet alle Teilnehmer ausdrücklich, das Veranstaltungsgelände in Bornhöved nicht aufzusuchen.

Schwere Vorwürfe gegen das Amt

Der Veranstalter schildert das Vorgehen anders. Demnach habe das Ordnungsamt Bornhöved wohl „kalte Füße“ bekommen und den Kreis zu spät in Kenntnis gesetzt. „Der Kreis Segeberg hätte viel früher informiert werden müssen“, sagt Organisator Dennis Usko. Erst am 16. Mai sei dem Team ein 16-seitiger Anforderungskatalog vom Kreis zugesandt worden.

Demnach sollte unter anderem eine Wasserleitung von 1,5 Kilometern gelegt werden. „Das hätte mal eben 80 000 Euro gekostet“, sagt Usko. Essbares Geschirr, strenger Naturschutz, mehr Streckenpersonal und die Einhaltung der Bäderregelung des Landes – wegen eines Swimming-Pools – sollen unter anderem gefordert worden sein.

Veranstalter: „Wir haben alle Anforderungen erfüllt“

Aufgaben, die in zwei Wochen naturgemäß nur schwer umzusetzen seien. Und die es beim Festival im vergangenen September so nicht gegeben habe. „Wir haben Tag und Nacht gearbeitet“, sagt Usko. „Auf einmal ist eine Armee an Behörden auf uns zugerast. Aber ich nehme sie in Schutz: Alle haben zugeliefert und wollten es möglich machen. Wir sind alle Kompromisse eingegangen. Wir hatten eine Biologin da, Ingenieure und Brandschutzfachleute. Wir haben für alles eine Lösung gefunden.“

Doch in der Kürze der Zeit seien die Auflagen nicht zu erfüllen gewesen. Man habe um Verschiebung der Abnahme gebeten, vergeblich. „Das Amt wusste seit Monaten Bescheid. Es ist eine riesen Sauerei“, sagt Usko. „Wir holen große Künstler nach Bornhöved. Und das Amt spielt mit unseren Existenzen.“ Es wäre eine große Chance für die Gemeinde gewesen, sagt er.

Alle Tickets werden erstattet

Für die Besucher bedauert er, was passiert. „Sämtliche Karten können zurückgegeben werden; alle Tickets werden zurückerstattet“, versichert Usko.

Das Festival sollte am Freitag, 31. Mai, losgehen. Laut Veranstalter sind rund 10 000 Karten für beide Tage verkauft worden. Namhafte DJs sollten auflegen, die bekannte Berliner Band Culcha Candela sollte am Freitagabend auftreten. Weil mehr Karten verkauft wurden, als zunächst angenommen, war das Sicherheits- und Verkehrskonzept noch einmal überarbeitet worden. Musikfans wurden bei Facebook täglich auf dem Laufenden gehalten.

Ein Screenshot kursierte am Mittwoch in dem Netzwerk, auf dem von einer Absage des Festivals zu lesen ist. Im genauen Wortlaut: „Aufgrund der derzeitigen Aufbaugegebenheiten des Spring Break Festival 2019 in Bornhöved müssen wir euch leider mitteilen das wir die Veranstaltung absagen. Unserer Einschätzung nach kann nach folgenden Gesichtspunkten die Veranstaltung nicht stattfinden: keine Infrastruktur wie Strom Aggregate und Verteiler; keine ausreichende Wasserversorgung; keine ausreichende Umzäunung des Veranstaltungsgeländes; keine Sanitäranlagen und keine Bühnentechnik sowie Bühne.“

Fall für die Anwälte?

Weiterhin sollen vertragliche Vereinbarungen was Künstler, Veranstaltungsdauer und Schanktechnik anbelangt, nicht eingehalten worden sein. „Wir haben die oben stehenden Kenntnisse auch erst heute erhalten und sahen uns deswegen gezwungen, sämtliche Unterlagen unserem Anwalt zu übergeben. Es tut uns sehr leid, was hier passiert“, heißt es im Screenshot. Usko betont: „Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen und die Anwälte einschalten.“

Über Monate waren Fans auf der Facebook-Seite über die Planungen des Festivals auf dem Laufenden gehalten worden. Wer auch immer am Ende die Reißleine gezogen hat: Es ist schade für die Gemeinde. Die Beteiligten hatten in den vergangenen Monaten fieberhaft an der Umsetzung gearbeitet. „Eine Veranstaltung dieser Größenordnung haben wir im Amtsbereich noch nie gehabt“, sagt Verwaltungsleiter Jörg Tietgen. „Es wäre schön gewesen, wenn die Region dadurch bekannter geworden wäre.“

Irene Burow

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