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Segeberg Spurensuche nach dem Großbrand
Lokales Segeberg Spurensuche nach dem Großbrand
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22:41 06.06.2013
Von Silvie Domann
Das Hartenholmer Seniorenheim am Morgen nach dem Brand, der Sachschaden wird auf etwa 750 000 Euro geschätzt. Quelle: Fotos: Domann
Hartenholm

Der Geruch von verbranntem Holz und Kunststoff liegt in der Luft, an der Hartenholmer Dorfstraße ist nach dem Großfeuer in der SeniorenpensionRosengarten“ wieder Ruhe eingekehrt. Verkohlte Dachstühle und Fensterrahmen zeugen von dem Feuer. Autofahrer verlangsamen das Tempo, werfen einen Blick auf das Gebäude, einige Einwohner — zu Fuß oder auf dem Fahrrad — machen Fotos.

„Das war ein absolut beängstigendes Szenario, unsere gesamte Straße war voller Feuerwehr-, Polizei- und Rettungswagen. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Margret Göttsche, die gegenüber dem Seniorenheim wohnt und sofort ihre Terrasse für die Heimbewohner zur Verfügung gestellt hatte. Auf jeden Fall sei sie dankbar und froh, dass alle Bewohner aus dem brennenden Gebäude geholt wurden.

Das haben sie dem gelungen Einsatz von 144 Feuerwehrleuten zu verdanken, einer von ihnen ist der Einsatzleiter und stellvertretende Wehrführer Hartenholms, Maxim Wolff: „Alles ist reibungslos gelaufen, ich habe Material angefordert und habe alles erhalten“, sagte gestern der 42-Jährige gegenüber den LN. Nicht nur die super gute Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren, Polizei und des Rettungsdienstes lobte er, sondern auch den Inhaber der Seniorenpension. „Wir machen jedes Jahr eine Begehung, wir kennen uns also im Gebäude aus. Außerdem ist jedes Bett mit einem Rettungstuch ausgestattet. Eine freiwillige Sache, die nicht gefordert ist. So können wir zu zweit schnell eine Person retten. Diese Tücher haben 100-prozentig Menschenleben gerettet“, erklärte Wolff etwas übermüdet. Etwa acht Stunden, bis 2.15 Uhr, hätten die Löscharbeiten gedauert, zum Schluss seien nur noch die 20 Hartenholmer Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. „Danach haben wir noch Gerätearbeiten ausgeführt, wir waren gegen 3.30 Uhr zu Hause.“

Solch eine Großschadenslage habe er als Einsatzleiter noch nie erlebt, doch instinktiv habe er das Richtige gemacht. Und das haben auch andere so gesehen. „Ich habe durchweg positive Resonanzen von allen Verantwortlichen bekommen. Und außerdem wurde ich nicht von höheren Führungskräften der Feuerwehr abgelöst.“

Heute Abend werden sich die Hartenholmer Feuerwehrleute treffen, um den Einsatz nachzubereiten und Material und Fahrzeug zu pflegen. „Wir werden noch ein wenig Zeit brauchen, um diese Großschadenslage zu verarbeiten.“

Der Sachschaden wird auf etwa 750 000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei Bad Segeberg und das Landeskriminalamt haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „Wir können noch nichts sagen, ermitteln aber mit Hochdruck“, sagte Jenna Timm von der Kripo Bad Segeberg. Die Aufklärung der Brandursache könne noch mehrere Tage dauern, am Nachmittag sollten Brandmittel-Spürhunde vom LKA die Brandstätte absuchen.

• Video auf LN-online.

„Ein sehr beängstigendes Szenario.“
Margret Göttsche, Nachbarin

Silvie Domann