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Segeberg Staatsanwaltschaft in der Kritik
Lokales Segeberg Staatsanwaltschaft in der Kritik
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22:16 22.07.2013
Vor ein paar Wochen gingen Dompteure in Kiel auf die Straße, um gegen Behördenwillkür in Kooperation mit „Peta“ zu demonstrieren. Quelle: Foto: Hiltrop
Bad Segeberg

Zwei Monate ist es her, dass die Staatsanwaltschaft Kiel in Norderstedt zusammen mit dem Segeberger Veterinäramt und der Polizei in einer Großrazzia beim Zirkus Las Vegas Elefantendame „Gitana“ beschlagnahmt hatte. In einem den LN vorliegenden Beschluss stellt das Landgericht Kiel nun fest, dass der Elefant den Eigentümern bis zur Verhandlung nicht hätte weggenommen werden dürfen. Doch das Tier ist längst verkauft worden: an den der „European-Elephant- Group“ (EEP) nahestehenden Tierpark „Pairi Daiza“ in Belgien; offenbar in Kooperation mit der EEP und der Tierschutzorganisation „Peta“, die nach eigenen Angaben maßgeblich an der Aktion beteiligt war.

Wie berichtet, rückte in den frühen Morgenstunden des 8. Mai die geballte Ordnungsmacht beim Zirkus Las Vegas an. ElefantGitana“ wurde betäubt und mit einem Kran in einen Container gehievt, der sich von dort direkt auf den Weg nach Belgien gemacht hatte. Die Behörden argumentierten mit schweren Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Der Elefant leide unter starken Verhaltensstörungen, deformierten Hinterbeinen und Minderwuchs, hieß es seinerzeit, zudem werde er einzeln gehalten.

Viel ist von den Vorwürfen nicht übrig geblieben. Zwar wird sich Eigentümer Hardy Weisheit vor Gericht wegen des Vorwurfs „der zumindest zeitweiligen Einzelhaltung“ verantworten müssen. Im Übrigen aber kommt Richterin Maren Bittel in ihrem Beschluss zu dem Ergebnis, dass „keine Handlungen bezüglich der Elefantenkuh ersichtlich sind, die den Verdacht einer Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes begründen“.

Schon im Mai warfen Elefantenbesitzer, Rechtsanwälte und der Bundesverband der Tierlehrer der Staatsanwaltschaft Rechtsbeugung vor. „Eine Entziehung des Besitzes wegen der nur möglicherweise in Betracht kommenden Entziehung ist unverhältnismäßig, so lange durch andere Maßnahmen sichergestellt werden kann, dass das Wohl des Tieres nicht weiter beeinträchtigt wird. Dies ist der Fall“, rüffelt Richterin Maren Bittel in ihrem Beschluss und kommt zu dem Ergebnis, dass die Elefantendame mit Auflagen durchaus bei ihrem Eigentümer hätte bleiben können. Dafür sprächen die beträchtlichen Kosten von Beschlagnahme und Transport, die Belastung des Tieres sowie der „erhebliche Eingriff in die Grundrechte des Eigentümers“.

Dompteur Hardy Weisheit machte sich also auf den Weg nach Belgien, um seine Elefantenkuh zurückzuholen, die seit über 20 Jahren in der Familie lebt. Doch dort verweigerte man die Herausgabe des Tieres, man ließ ihn gar mit Unterstützung der Polizei des Platzes verweisen, berichtet Weisheit am Telefon. Schließlich hätte man das Tier ordnungsgemäß erworben.

Die sogenannte Notveräußerung der Elefantenkuh hatte die Staatsanwaltschaft Kiel selbst auf den Weg gebracht. Äußern will sie sich dazu offiziell nicht, allerdings hieß es auf LN-Nachfrage, dass Weisheit sich ja einen neuen Elefant kaufen könne, wenn er das Geld aus diesem Verkauf bekomme.

Der von Hardy Weisheit mit dem Fall beauftragte Rechtsanwalt Prof. Ernst Fricke hat jetzt seinerseits Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, denn er sieht in dem behördlich angeordneten Elefantentransport eine vorsätzliche Tierquälerei.


Das war keine Beschlagnahmung oder Tierbefreiung, das war aus meiner Sicht ein abgekartetes Spiel mit Enteignung. Es ist nie festgestellt worden, ob der Elefant im Zirkus leidet.“ „Claus Kröplin, Verband der Tierlehrer

Heike Hiltrop

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