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Segeberg Der Stadtbus läuft und läuft und läuft
Lokales Segeberg Der Stadtbus läuft und läuft und läuft
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18:52 07.12.2018
Der Bad Segeberger Stadtbus ist heute für viele Bürger das Fortbewegungsmittel in der Stadt. Jetzt finanziert ihn der Kreis. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

 Für Dieter Schönfelds Verhältnisse klang das fast euphorisch: „Das wird etwas Gutes, eine angenehme Sache“, sagte der Bürgermeister nach dem Kreistagsbeschluss. Der Kreis nimmt der Stadt die Trägerschaft für den Stadtbus ab und schultert das Jahr für Jahr anfallende Defizit von 540 000 Euro. Erleichterung bei der Stadt: Sie war mit einem hohen Defizit von fast zwei Millionen Euro in die Haushaltsberatungen 2019 gegangen, reduzierte selbst das Minus um 722 000 Euro und kann jetzt ohne Stadtbus mit Miesen von „nur“ 300 000 Euro rechnen. Es bedeute auch für die Gemeinden im Schulverband eine Entlastung von 340 000 Euro, wenn der Kreis die Kosten der Schülerbeförderung komplett übernimmt, so Schönfeld. Der Stadtbus sei bei allen hohen Kosten für die Bevölkerung „eine gute Sache“. Vor Jahren klang das bei den Politikern noch ganz anders.

2002 wurden von dem damaligen SPD-Bürgermeister Udo Fröhlich der Stadtbus aus der Taufe gehoben. Er enthüllte vier silberne Midi-Busse, die fortan zum festen Bestandteil des Stadtbildes gehören sollten. Polstersessel gab es nicht, nur spartanische Holzsitze. Fröhlich rechnete damals vor: „Wenn jeder Bad Segeberger nur zwei Mal im Monat fährt, dann wären wir an der schwarzen Null." Doch diese Rechnung ging nie auf. Wird der Stadtbus eingestellt? Immer wieder wurde darüber seit seiner ersten Fahrt diskutiert. Zumal der Stadtbus vor 17 Jahren längst noch nicht so beliebt war. Das lag nicht nur an der „Holzklasse“: Leere „Geisterbusse“ fuhren durch die Stadt. Heute spricht ein Busfahrer gegenüber den LN „von guter Auslastung“. Gerade Senioren nutzten das Angebot, berichtet er.

Mit dem Start des Projekts war festgelegt worden, dass die Stadt für das Ende des vierten Betriebsjahres, 2006, ein Sonderkündigungsrecht nutzen könne. Die CDU witterte damals ihre Chance, das bei ihr unbeliebte Stadtbus-Projekt zu beenden. Doch sofort regte sich Widerstand, bei einem Bürgerbegehren sammelten die Initiatoren ohne große Mühe über 2000 Unterschriften pro Stadtbus. Der schon geplante Bürgerentscheid entfiel. Die CDU-dominierte Stadtvertretung lenkte ein. Resultat: Der Stadtbus läuft und läuft und läuft.

Wolfgang Glombik

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