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Segeberg Stadtwerke-Pionier feiert Jubiläum
Lokales Segeberg Stadtwerke-Pionier feiert Jubiläum
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11:00 16.06.2019
100 Jahre Stadtwerke Norderstedt Norderstedts OB Elke Christina Roeder mit ihren Werkleitern Theo Weirich, Jens Seedorff und Axel Gengelbach (von links). Quelle: Fuchs
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Norderstedt

Vor genau 100 Jahren als Stromwerk der Gemeinde Garstedt gegründet, gehören die Stadtwerke Norderstedt heute mit ihren rund 500 Mitarbeitern, die einen Jahresumsatz von 178 Millionen Euro und einen Jahresgewinn von 12,1 Millionen Euro (2017) erwirtschaften, zu den größten kommunalen Energieversorgern in Schleswig-Holstein. Mit einem Tag der offenen Tür im Wasserwerk Friedrichsgabe (21. Juli) und dem Familienfest im Stadtpark am See (4. August) soll dieses runde Jubiläum mit allen Bürgern groß gefeiert werden. Zumal auch das sehr erfolgreiche Tochterunternehmen wilhelm.tel, das inzwischen rund 200 000 Haushalte in Hamburg und den Kreisen Segeberg und Pinneberg mit Glasfaserleitungen mit dem schnellen Internet verbindet, in diesem Jahr seit genau 20 Jahren besteht.

Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder lobt den „Pioniergeist“, der seit vielen Jahrzehnten bei den Machern der Stadtwerke gepflegt werde und die Stadt weiter voranbringe. „Es sind diese klugen Köpfe, die mal anders, mal quer denken, die die Stadtwerke zu einem erfolgreichen kommunalen Unternehmen gemacht haben.“ Die Stadtwerke seien „Vordenker und Innovationstreiber für die städtischen Infrastrukturen.“

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Seit zwölf Jahren keine überirdischen Leitungen mehr

So versorgt das kommunale Unternehmen der größten Stadt des Kreises die Bürger nicht nur mit Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation. Als eines der ersten Energieversorger habe man schon seit den 1980er Jahren mit dem Bau von Blockheizkraftwerken auf eine eigene Stromerzeugung in Norderstedt gesetzt, sagt der Erste Werkleiter Jens Seedorff. „Wir haben die Daseinsvorsorge für die Bürger der Stadt immer wieder neu interpretiert.“ Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gebe es seit 2007 keine überirdischen Stromleitungen mehr, erklärt der Technische Werkleiter Axel Gengelbach. Das gesamte Stromnetz sei seitdem unter der Erde und damit weniger reparaturanfällig.

100 Jahre Stadtwerke Norderstedt 2007 wurde in Norderstedt die letzte Strom-Freileitung im Mittelspannungsbereich abgebaut und unter die Erde verlegt. Quelle: Fuchs

Und auch die Mobilität gehöre zu den Aufgaben der Stadtwerke. So sind sie 75-Prozent-Gesellschafter der Verkehrsgesellschaft Norderstedt, die 1996 die U-Bahn-Strecke vom Herold-Center in Garstedt bis nach Norderstedt-Mitte verlängert hat. Die Stadtwerke betreiben seit 1993 das Arriba-Erlebnisbad und sie haben auch federführend den 72 Hektar großen Stadtpark eigens für die Landesgartenschau 2011 geschaffen, den mit Strandbad und Wasserskianlage im Sommer und an den Wochenenden Tausende Menschen aus der ganzen Region zur Naherholung bevölkern.

Noch immer zu 100 Prozent kommunal

Im Gegensatz zu den Stadtwerken in Lübeck, Kiel oder Neumünster, die sich private Versorgungsunternehmen in die Gesellschaft geholt haben, sind die Stadtwerke bis heute zu 100 Prozent kommunal geblieben. Das soll auch so bleiben, betonen Oberbürgermeisterin Roeder und ihre drei Werkleiter. „Überall, wo sich kommunale Energieversorger private Zecken ins Boot geholt haben, sind sie ausgebremst worden“, bringt Werkleiter Theo Weirich seine Meinung deutlich auf den Punkt. Die Stadtväter hätten es so allein in der Hand, die Entwicklung selbst zu steuern, sagt der Mann, der vor 20 Jahren das damals bundesweit noch völlig neue Geschäftsfeld der Telekommunikation mit wilhelm.tel aus dem Boden gestampft hat, dessen Macher und Geschäftsführer er bis heute geblieben ist. „Diese Unabhängigkeit ist das wichtigste Pfand für die Stadt Norderstedt. Warum sollten wir da jemanden hereinholen, der nur Geld will?“

Die Jubiläumsfeiern

Die Jubiläumsfeiern zum 100. Geburtstag der Stadtwerke Norderstedt sind Sonntag, 21. Juli, im Wasserwerk Friedrichsgabe, das von 11 bis 17 Uhr öffentlich zugänglich ist. Von dort wird es auch eine Shuttle-Verbindung zum nahegelegenen Blockheizkraftwerk geben.

Zwei Wochen
später, am Sonntag,4. August, wird das Sommerfest „querbeet“ der Stadtwerke im Norderstedter Stadtpark die zu zahlreichen Spielen und Aktionen rund um Energie und Mobilität einladen. Der Eintritt ist jeweils kostenlos.

Burkhard Fuchs

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