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Segeberg Steine fliegen auf A 21: Auto einer Familie getroffen
Lokales Segeberg Steine fliegen auf A 21: Auto einer Familie getroffen
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21:29 01.08.2018
Die Brücke der K 12 ist nur eine von dreien, die unmittelbar bei Schwissel über die Autobahn 21 führen. Von hier aus wurden offenbar gezielt Steine auf vorbeifahrende Autos geworfen. Quelle: Foto: Irene Burow
Schwissel

Die neuen Vorfälle ereigneten sich auf der Kreisstraße 12, die von Schwissel nach Bebensee führt. Mitten in der Nacht von Sonntag zu Montag ist „offenbar gezielt ein Auto getroffen worden, in dem eine Familie in Richtung Norden unterwegs war“, sagt Arnd Habermann, Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg. „Lediglich die Tatsache, dass der Stein das Fahrzeug im Bereich der oberen Windschutzscheibe beziehungsweise des Dachs, also der A-Säule traf, verhinderte ein Durchschlagen in das Innere des Autos.“

„Der Stein traf das Dach. Nur deshalb wurde ein Durchschlag ins Innere verhindert.Arnd Habermann Polizeisprecher

In dem Wagen war eine polnische Familie in Richtung Norden unterwegs. Etwa zwischen 0.30 und 1 Uhr war es an der Stelle zu Steinwürfen gekommen, ihr Auto getroffen. Hinweise auf den oder die Täter gibt es nicht, gesehen hatten die Insassen niemanden. Klar ist nur: In dem Fall sind Steine sowohl in Fahrtrichtung Norden, als auch in Fahrtrichtung Süden von der Autobahnbrücke geworfen worden.

Bereits am Sonnabend zuvor, am 28. Juli, wurden gegen 22 Uhr mehrere Steine von der Brücke auf die Autobahn geworfen – in Fahrtrichtung Norden. In diesem Fall ist glücklicherweise bislang kein Geschädigter bekannt, heißt es von der Polizei. Die alarmierten Beamten sicherten die Spuren und räumten die Steine von der Fahrbahn.

Wird daraus jetzt eine Serie? Die Polizei sucht den Täter und bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung. In beiden Fällen hat die Kriminalpolizei in Bad Segeberg die Ermittlungen übernommen – wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchten Totschlags. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wer beispielsweise verdächtige Personen oder Fahrzeuge in dem Bereich und zu den Tatzeiten gesehen hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 04551/8840 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Vor knapp zwei Wochen hatte es bereits einen ähnlichen Fall auf der A 20 gegeben. Bei Weede war am 20. Juli von einer Brücke ein 69-jähriger Autofahrer beworfen worden. Er war von Lübeck nach Bad Segeberg unterwegs. Der Stein, der fast die Größe eines durchschnittlichen Handballs hatte, fiel auf die Windschutzscheibe, diese ging aber nicht zu Bruch. Fahrer und Beifahrerin blieben unverletzt.

Kurz zuvor hatte der Mann zwei Personen auf der Brücke registriert. Gegen die Verdächtigen wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Ob es eine Verbindung zu den beiden neuen Zwischenfällen auf der A 21 gibt, es sich womöglich um den- oder dieselben Täter handelt, ist gegenwärtig noch unklar.

Im Frühjahr hatte eine Serie von 19 Steinwürfen von Brücken auf die A 7 und auf die B 200 im Norden Schleswig-Holsteins für Aufsehen gesorgt, die schließlich in polizeiliche Ermittlungen wegen versuchter Tötung mündeten. Die meisten Steinwürfe, verübt zwischen Februar und Mai, gingen glimpflich aus, doch eine Autofahrerin war in der Nacht zum 9. Mai von einem großen Stein schwer verletzt, beinahe getötet worden. Sie wurde am Oberkörper getroffen, anschließend durchschlug der Stein die Heckscheibe. Ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger aus dem Kreis Schleswig-Flensburg wurden nach monatelangen Ermittlungen festgenommen. Sie haben die Taten gestanden, die Gründe blieben unklar. Sie hatten zunehmend größere Steine verwendet.

Von Irene Burow

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