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Segeberg Keuchhusten: Sventana-Schule wurde am Freitag geschlossen
Lokales Segeberg Keuchhusten: Sventana-Schule wurde am Freitag geschlossen
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21:34 02.03.2018
Nachdem eine Lehrerin an Keuchhusten erkrankt ist, wurde der Unterricht an der Sventana-Schule schon in der Nacht zu Freitag abgesagt.  Quelle: Archivfoto: dpa
Bornhöved

Das komme selten vor, bekannte Segebergs Schulrat Jürgen Hübner, der die Schließung der Schule nach dem Auftreten der meldepflichtigen, hoch ansteckenden Erkrankung veranlasst hatte. Keuchhusten kann trotz Impfung auftreten. Für 515 Schüler fiel der Unterricht aus, von 38 Lehrer-Kollegen seien 24 mit einem „Betretungsverbot der Schule“ belegt worden. Sie zeigten Hustensymptome. Es bestehe der Verdacht, dass sich Lehrkräfte angesteckt haben.

Für Montag hat Schulrat Hübner entschieden, dass an der Schule nur eine Notversorgung im Grundschulbereich sichergestellt werde. Hier stünden nur zwei Lehrkräfte zur Verfügung. Die Eltern sollen möglichst ihre Kinder zu Hause lassen. Von der fünften bis achten Klasse falle Montag der Unterricht aus. Bei den Kindern der höheren Klassenstufen, die sich jetzt auf ihren Schulabschluss vorbereiten, könne die Sventana-Schule den Unterricht aber garantieren. Diese Schüler müssten erscheinen.

Es gehe nicht um ein Ausbrechen der Krankheit, so Hübner, hier würden vor allem Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Alle, die husten, stehen im Verdacht, Träger des Erregers zu sein.“ Noch in der Nacht zu Freitag hat Hübner Unterrichtsverbote erlassen. Die Eltern seien rechtzeitig informiert worden, nur in einem Fall musste ein Kind vor Ort betreut werden.

Lehrkräfte müssen zum Arzt

Lehrkräfte, die im Verdacht stehen, den Erreger in sich zu tragen, müssten zum Arzt. Ein Abstrich werde vorgenommen. Wenn kein Erreger gefunden werde, solle das Gesundheitsamt informiert werden, so Hübner. Das entscheide, ob die Kollegen in die Schule zurückkehren können. „Die Gesundheit von Lehrern, Schülern und auch Eltern geht vor“, bekräftigte er gegenüber den LN. Ob auch Kinder angesteckt wurden, sei noch nicht klar. In einem Elternbrief fordert die Schule Eltern auf, die kommenden Wochen auf Hustensymptome zu achten. Treten sie auf, dürfe das Kind nicht in die Schule. Sofort sollte ein Arzt besucht werden. Ein Abstrich werde eingeschickt und das Ergebnis an die Gesundheitsbehörde geschickt. „Nur das Gesundheitsamt kann Ihr Kind ,gesundschreiben‘“, heißt es im Brief. Die Schulleiterin selbst war nicht bereit, den LN Auskunft zu geben.

„Die Eltern haben sehr verständnisvoll reagiert“, lobte Hübner. Er hoffe jetzt auf viele eingehende „Negativbefunde“ , dann werde er jeden Tag entscheiden, ob und in welchem Umfang Unterricht an der Sventana-Schule stattfinden könne.„Noch handelt es sich nicht um einen Ausbruch. Wir sind aber darauf eingestellt, dass die Lage wachsen kann“, heißt es von Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege. „Wir konzentrieren uns erst einmal auf das Leit-Symptom Husten.“ Sobald (Kontakt-)Personen dieses zeigen, gelten sie bis zum Ausschluss als krankheitsverdächtig und dürfen dann nicht in die Schule gehen.

Keuchhusten sei nicht lebensgefährlich, könne aber Säuglingen und Hochbetagten gefährlich werden. Auffällig sei die lange Dauer des krampfartigen Hustens. Andernorts gelte Keuchhusten als der „100-Tage-Husten“. Die Inkubationszeit nach Ansteckung bis zum Ausbruch könne ein bis drei Wochen betragen. Im Anschluss an die Inkubationszeit sei das Risiko, andere anzustecken, am höchsten.

Von Wolfgang Glombik