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Segeberg TV-Richter hört sich Sorgen an
Lokales Segeberg TV-Richter hört sich Sorgen an
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23:00 05.12.2016
Bundespräsidentenwahl-Kandidat der Freien Wähler, Alexander Hold (2.v.r.), mit David Barg, Thomas Thedens und Rainer Schuchardt (v.l.). FOTO: FUCHS
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Norderstedt

Stippvisite des Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl in Norderstedt. Alexander Hold aus Kempten im Ostallgäu in Bayern, am Fuße des Märchenschlosses Neuschwanstein, den die Freien Wähler für die Bundesversammlung am 12. Februar nächsten Jahres nominiert haben, besuchte den Verein Krankentransporte, Behinderten- und Altenhilfe e.V. (KBA). Der wickelt seit 2004 die jährlich etwa 800 Rettungsdienst-Einsätze in Norderstedt ab.

Als Kreisvorstandsmitglied des Deutschen Roten Kreuzes in seinem Heimatkreis Schwaben setze er sich für ehrenamtliches Engagement ein, sagte der Vorsitzende seiner Fraktion im Kemptener Stadtrat. Die beiden Landtagswahlkandidaten der Freien Wähler, Thomas Thedens (für Norderstedt) und Rainer Schuchardt (Segeberg- West) hatten Hold zum KBA gelotst, um sich über deren Aktivitäten im Rettungs- und Krankentransport zu informieren.

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Ein Thema war die geplante Neuordnung des Rettungsdienstes. „Es gibt eigentlich keinen Grund, diese gute Kooperation zu beenden und jemanden anderen damit zu beauftragen“, sagte KBA-Vorstand David Barg. Auch wenn seine 55 Rettungsdienstmitarbeiter vom RKiSH übernommen werden sollen, bestünde die Gefahr, dass die anderen über 200 Mitarbeiter im Kranken- und Rollstuhltransport sowie Bluttransfusions- und Organdienst sowie die Motorradstaffel ihren Job verlieren könnten, weil dem KBA die wirtschaftliche Grundlage entzogen wäre. „Es fehlt dann eine weitere Identifikationsfigur für ehrenamtliches Engagement im gesundheitlichen Bereich.“ Die Zukunft der Norderstedter Rettungsleitstelle wäre ebenfalls nicht mehr gesichert.

Alexander Hold zeigte Verständnis für diese Bedenken. So gebe es auch in seiner Heimat immer wieder Befürchtungen, dass Konzerne sich in den Rettungsdienst einmischen könnten. Er ist zurzeit auf einer Art Deutschland-Tour, um Werbung für sich und die Freien Wähler zu machen, die nach Angaben von Schuchardt 90 Mitglieder in Schleswig-Holstein und neun in Norderstedt hätten und am 7. Mai zum zweiten Mal bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein antreten würden. „Wir sind vor allem im ländlichen Raum, aber auch in den Kreistagen von Steinburg, Pinneberg und Rendsburg-Eckernförde vertreten.“

Kandidat Hold, der manchen Fernsehzuschauern von seiner Rolle in der TV-Serie „Richter Alexander Hold“ bekannt sein könnte, die mehr als 2000 Folgen hat, rechnet sich selbst keine große Chancen aus, sich gegen Frank-Walter Steinmeier durchzusetzen, den SPD und CDU/CSU als Nachfolger von Joachim Gauck nominiert haben. „Die Freien Wähler haben elf Wahlmänner in der Bundesversammlung.“ Aber aus seinen Gesprächen mit den Bürgern habe er Kritik herausgehört, die sich dagegen ausspricht, dass die Wahl im Hinterzimmer entscheiden wird. „Demokratie braucht Alternativen.“ bf

LN