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Segeberg Tempo 120 bei Bornhöved: Geschwindigkeitserhöhung auf A 21 vertretbar
Lokales Segeberg Tempo 120 bei Bornhöved: Geschwindigkeitserhöhung auf A 21 vertretbar
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18:50 27.05.2019
Gute Nachrichten von Torsten Conrad, Direktor des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr: Nun gilt 120 statt 80 Stundenkilometer. Quelle: .  Heike Hiltrop
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Bornhöved

 Das dürfte Autofahrer zwischen Segeberg und Kiel freuen: Es darf wieder schneller gefahren werden auf dem neuen Autobahnteilstück zwischen Trappenkamp und Wankendorf – und zwar ganz offiziell. Am Montagmorgen sind die Tempo-80-Schilder auf der schadhaften Strecke abgeschraubt und durch neue mit dem Aufdruck „120“ ersetzt worden. Obwohl kurz nach der Freigabe mysteriöse große und kleine Löcher im Asphalt entdeckt worden waren, tendierte die Akzeptanz für die niedrige Geschwindigkeit bei Nutzern gegen Null.

Ausweitung gestoppt

„In Ordnung ist die Strecke nicht, aber wir können erfreulicherweise feststellen, dass die Schadensbildung zum Stillstand gekommen ist“, sagt Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein. Mit einem spezialisierten Messfahrzeug mit Laser-Sensorik und Bildaufnahmetechnik waren die Fahrbahnen im März und im Mai 2019 abgefahren worden. Die Ausweitung der Schäden scheint aktuell gestoppt zu sein.

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Tempo 120 vertretbar

„Wir sind froh, dass die weiteren Analyseergebnisse ebenfalls so ausgefallen sind, dass wir heute das Tempo anheben können“, betont Conradt. Lediglich in zwei kleineren Bereichen sei die Struktur so, dass man dort sicherheitshalber bei der bisherigen Beschränkung von 80 Stundenkilometern bleibe. Ansonsten sei Tempo 120 vertretbar.

Mitte Januar 2019 hatte die Streckenkontrolle der Straßenmeisterei Stolpe erste kleine Schäden an der A 21 in beiden Richtungen gesichtet, nachdem bei der Freigabe des neu ausgebauten Teilstücks Mitte Dezember noch alles in Ordnung zu sein schien. Richtung Bad Segeberg nahmen die Schäden als erstes zu. Darum hatte sich der LBV Anfang Februar für ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern entschieden. Sie wurden in drei Kategorien eingeteilt: Löcher bis 15 Zentimeter Größe, die bereits wieder versiegelt worden sind, solche bis zwei Zentimeter Umfang und Tiefe und als drittes Löcher im Millimeterbereich. Innerhalb der letzten Februarwochen entwickelten sich auch in der Gegenrichtung Löcher.

Deckschicht erneuern?

Wie der Schaden behoben werden kann, dazu hat Conradt konkretere Vorstellungen: „Entweder muss die Deckschicht auf etwa drei bis vier Zentimetern erneuert werden oder es bedarf einer zusätzlichen Versiegelung.“ Zunächst wolle man jedoch weiter in die Ursachenforschung einsteigen. Denn warum sich die Löcher gebildet haben, sei noch völlig unklar. Ein vergleichbarer Fall dieser Schäden sei bislang unbekannt. „An den Arbeiten waren drei Mischwerke und zwei Baufirmen zu unterschiedlichen Zeiten beteiligt.“ Dementsprechend aufwendig gestalte sich die Fehleranalyse, bei der nicht nur straßenbauliche Aspekte, sondern auch vertragsjuristische Belange berücksichtigt werden müssen.

Erfreulich sei, dass zwischen dem LBV und den Baufirmen sehr konstruktive Gespräche geführt würden. „Wir gehen davon aus, dass wir uns auf einen Gutachter verständigen werden. Und wir haben die Hoffnung, auf langwierige Rechtsverfahren verzichten zu können zugunsten einer schnelleren Lösungen“, betonte Conradt.

Heike Hiltrop