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Segeberg Teurer Kampf um den richtigen Standort der Ortstafel
Lokales Segeberg Teurer Kampf um den richtigen Standort der Ortstafel
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16:06 31.07.2015
Am Ortsanfang von Winsen steht die Ortstafel richtig, sagt Bürgermeister Kurt Bonekamp. Jetzt wird über das Urteil dazu diskutiert. *Fotos: wgl/ark

Winsen — An die 9000 Euro muss der Kläger zahlen. Auseinandersetzungen vor Gericht auszutragen, wird immer teuer. Die Bonekamp- Brüder greifen tief in die Tasche, um die Rechte ihrer Heimatgemeinde Winsen zu wahren. Wie berichtet, war die Klage des Anliegers Berthold Bonekamp-Kerkhoff, Bruder des Bürgermeisters Kurt Bonekamp, das Ortsschild wieder da aufzustellen, wo es über 50 Jahre lang stand, vom Verwaltungsgericht Schleswig abgewiesen worden.

Die Schilderstandort-Entscheidung der Kreisverkehrsaufsicht habe nicht zu einer Verletzung der subjektiven Rechte des Klägers geführt, heißt es in der Begründung. Aber der Richter sagt auch, dass „zwingende Gründe, die eine Änderung des ursprünglichen Standorts erforderten“ nicht vorlägen.

„Wir müssen uns jetzt mit unserem Anwalt beraten, wie wir weiter vorgehen“, erklärte Bürgermeister Kurt Bonekamp gestern den LN. Auch wenn der Richter klar gesagt habe, das Ortsschild gehört wieder zurück an den alten Standort, habe Bonekamp den Eindruck, dass der Kreis sich „als Sieger“ bei dem Verwaltungsgerichtsverfahren sehe. „Wir haben jetzt in der Urlaubszeit ein bisschen Luft, um die weitere Vorgehensweise zu klären.“ Denkbar sei auch, dass die Gemeinde selbst gegen die Entscheidung des Kreises klage.

Sie prüften auch, ob eine Familie mit kleinen Kindern in der nun schnell befahrenen Ortsdurchfahrt als Betroffene klagen könnte. Bonekamp: „Das Thema ist noch nicht zu Ende.“ Das Dorf stehe voll und ganz „hinter uns“. Die Verfahrenkosten seien „riesig“. Sie summieren sich inklusive Anwaltskosten auf 9000 Euro für den Kläger und Vorsitzenden der Bürgerinitiative Berthold Bonekamp-Kerkhoff. Sein Bruder Kurt Bonekamp: „Wir tragen das gemeinsam.“ Es sei gerade Thema im Dorf, ob man hierfür eine Spendenaktion starten könne. Bonekamp wehrt eher ab. „Erst einmal wollen wir das abwarten, bis das Thema beendet ist.“

Ratlosigkeit auch beim Kreis. „Das ist ein merkwürdiges Urteil des Verwaltungsgerichtes,“ gab Claus Peter Dieck als stellvertretender Landrat zu. Der Richter habe der Kreisverkehrsaufsicht zugestanden, dass sie mit der Umstellung des Schildes eine Gleichbehandlung mit anderen Gemeinden erreichen wollte. Dieck: „Trotzdem müssen wir jetzt erst prüfen, wie wir mit dem Urteil umgehen.“

Darauf könnten sich ja nun beide Seiten berufen. Er hoffe, dass die Gemeinde auf den Kreis zugehe.

Wolfgang Glombik