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Segeberg Verunglückter Paketbote: Arbeitgeber sammelt Geld für Familie
Lokales Segeberg

Tod von Kai Fümel: Ergota Bad Oldesloe sammelt Geld für Familie in Itzstedt

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13:15 10.11.2020
Kai Fümel, hier mit seiner Ehefrau, arbeitete als Paketzusteller in Bad Oldesloe. Der Itzstedter erlitt am 20. Oktober während der Fahrt auf der Autobahn einen Herzinfarkt und starb wenig später im Krankenhaus. Quelle: privat
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Itzstedt/Bad Oldesloe

Gerade erst hatte Kai Fümel bei seinem Arbeitgeber angefangen, da passierte das tragische Unglück: Der Paketzusteller aus Itzstedt erlitt am 20. Oktober auf der Autobahn 1 während der Fahrt einen Herzinfarkt. Dadurch verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, prallte damit in die Mittelleitplanke. Glücklicherweise wurde sonst niemand verletzt. Zwar war der Rettungsdienst schnell am Unfallort zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide, doch der Familienvater starb noch am selben Nachmittag im Krankenhaus. Der 60-Jährige hinterlässt seine Frau, drei Kinder und vier Enkelkinder.

Arbeitgeber und Kollegen sammeln Spenden für Beerdigung

Sein Arbeitgeber, die Ergota Dienstleistungs GmbH in Bad Oldesloe, und seine Kollegen wollen helfen. Sie haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie teuer eine Beerdigung ist und wie sehr man allein mit den Formalitäten beschäftigt ist“, sagt der kaufmännische Leiter des Betriebs, Michael Föls. Der Familie fehle nun der Verdienst. Sie müsse jetzt einige Zeit überbrücken, bis die Finanzen geregelt sind.

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Die Zielsumme der Aktion beträgt 7500 Euro, am Montagabend war mit 4320 Euro bereits mehr als die Hälfte erreicht. 70 Personen haben sich bisher beteiligt, darunter der Arbeitgeber selbst, Privatleute, viele Kollegen und weitere Firmenteams.

„Wir müssen einfach etwas machen“

Das Unternehmen steht im engen Austausch mit der Familie. Erst vier Wochen war Kai Fümel in dem Oldesloer Betrieb beschäftigt, lieferte Pakete aus. „Er hat sich gleich so eingebracht im Team. Wir müssen einfach was machen“, sagt Michael Föls. „Kai war ein sehr lebensfroher Mensch und ist in seiner Tätigkeit als Paketzusteller förmlich aufgegangen. Seinen sympathischen Charakter und motivierende Ansprachen im Kollegium werden wir vermissen. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis wir diesen plötzlichen Verlust verarbeitet haben und begreifen können“, schreiben seine Kollegen in dem Aufruf. Ihr ganzes Mitgefühl gelte den Angehörigen.

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„Wer Kai Fümel näher kannte, wird sicher einen Weg finden, sein Beileid auszudrücken. Um der Familie in dieser schwierigen Lebenslage ein wenig zu helfen und den Fokus komplett auf die Trauer richten zu können, anstatt auf Fragen der zukünftigen Existenz, haben wir uns entschieden, diesen Aufruf zu starten“, schreiben die Initiatoren. Sie haben die Spendenaktion bereits in zahlreichen Netzwerken gepostet. Sie hoffen, dass sich möglichst viele Menschen mit einer Spende beteiligen, um die Itzstedter Familie zu entlasten.

Wer mitmachen möchte, geht im Internet auf die Plattform www.Gofundme.com. Gibt man im Suchfeld „Kai Fümel“ ein, gelangt man zur Aktion. Sie trägt den Namen „TEAM – Tue Etwas Außergewöhnliches Miteinander“.

Von Irene Burow