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Segeberg Trappenkamp fasst die TVT-Randalierer
Lokales Segeberg Trappenkamp fasst die TVT-Randalierer
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21:37 27.06.2018
Bild der Verwüstung: Auch im Lagerraum des Hausmeisters hatten die Täter im Mai gewütet.
Bild der Verwüstung: Auch im Lagerraum des Hausmeisters hatten die Täter im Mai gewütet. Quelle: Fotos: Oliver Vogt*
Trappenkamp

Die Bevölkerung hatte an dem Ermittlungserfolg einen ganz erheblichen Abteil, betont Arnd Habermann, Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg. Viele seien so empört über die sinnlose Zerstörungswut gewesen, dass entsprechend viele Hinweise bei der Polizei aufgelaufen seien.

Mindestens 100 000 Euro Schaden haben Randalierer im Mai an Sportlerheim und Außenanlagen des TV Trappenkamp angerichtet. Nach Auswertung von mehr als 100 Spuren und etlichen Hinweisen aus der Bevölkerung hat die Polizei jetzt einen 17- und einen 19-Jährigen festgenommen.

Zu Erinnerung: In der Nacht auf den 16. Mai hatten die Täter ein Chaos auf dem TV-Gelände angerichtet, Fenster eingeschlagen, Räume verwüstet, Graffiti-Schmierereien hinterlassen, Tische und Bänke zerstört. Im Keller einer leer stehenden Einliegerwohnung, wo Vereinsakten lagerten, legten sie zudem ein Feuer. „Alles in allem werden wir wohl auf einen sechsstelligen Betrag kommen“, sagt Vereinvorsitzender Hans Henning Uhde von Reichenbach.

Laut Habermann wiesen die Hinweise früh auf eine vierköpfige Jugendgruppe, die bereits vor der Tat im Ort aufgefallen war. Die Spuren am Tatort bestätigten diesen Verdacht. Sonderlich subtil waren die Randalierer nämlich nicht vorgegangen. „Wegen des großen Ausmaßes der Zerstörungen haben die Ermittler am Tatort mehr als 100 Spuren sichern können“, sagt Polizeisprecher Habermann. Neben Finger- und Fußabdrücken gehörten dazu auch DNA-Spuren von Flaschen und Gläsern, aus denen die Täter während ihres Zerstörungswerks im Sportlerheim getrunken hatten.

Zwar sei die Gruppe zunächst zu viert unterwegs gewesen, hatte sich im Laufe des Abends aber getrennt. „Für die Tat im Sportlerheim waren nur zwei von ihnen verantwortlich“, stellt der Polizeisprecher klar. Der 17- und der 19-Jährige, letzterer bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, hätten die Tat inzwischen auch gestanden. Beide stammten aus Trappenkamp, seien deutsche Staatsangehörige.

Ein konkretes Motiv hätten beide offenbar nicht gehabt. Es habe sich um eine „grundlose Gewaltorgie“ gehandelt, sagt Habermann. Der Alkohol, von dem beide zuvor und währenddessen reichlich hatten, habe ein Übriges beigetragen.

Von einem Strafverfahren wegen Brandstiftung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung abgesehen könnten nun auch erhebliche Schadensersatzansprüche auf den 19-Jährigen und die Eltern des 17-Jährigen zukommen. Der TVT-Vorstand habe darüber zwar noch nicht entschieden, sagte Vorsitzender von Reichenbach, man regele die Angelegenheit zunächst mit der Versicherung. Ein Versicherungssprecher bestätigte den LN aber, dass es im Falle eines rechtskräftigen Urteils übliche Praxis sei, Regressansprüche gegen Täter zu stellen.

Von Oliver Vogt