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Segeberg Traventhal: Wurden Kinder gestoßen und angeschrien?
Lokales Segeberg Traventhal: Wurden Kinder gestoßen und angeschrien?
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07:00 14.09.2019
Verwaist: Schützlinge haben Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung in Traventhal verlassen. Quelle: Heike Hiltrop
Traventhal

Ist ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung im alten Herrenhaus, die von der Schloss Traventhal GmbH geführt wird, Kindern gegenüber handgreiflich geworden? Gegen ihn steht der Vorwurf der Misshandlung Schutzbefohlener in zunächst einem Fall im Raum, die Kriminalpolizei ermittelt.

Harter, lauter Umgang

Eine frühere Mitarbeiterin beschreibt das Leben in der Wohngruppe mit Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren so: „Bloß nicht reden, bloß nicht lachen.“ Es sei sehr anstrengend gewesen und immer schlimmer geworden. „Sogar wir wurden beschimpft. Der Umgang mit den Kindern war hart, laut, nicht liebevoll.“ In der kurzen Zeit, in der die Einrichtung geöffnet gewesen sei, seien „gefühlt mindestens 20 Mitarbeiter gekommen und wieder gegangen“.

„Selbst die jüngsten hatten Angst vor ihm“

Es habe viele Unstimmigkeiten gegeben, Akten seien nicht in Ordnung gewesen, und immer wieder „sei es zu Stress“ zwischen den Pädagogen und der Leitung gekommen. „Wir wollten den Kindern mit Fürsorge ein Zuhause schaffen“, beschreibt die Frau, deren Name der Redaktion bekannt ist. Das sei jedoch nicht gewollt gewesen.Vielmehr habe ein rauer, fast militärischer Ton vonseiten des beschuldigten Mitarbeiters vorgeherrscht. „Selbst das jüngste Kind der Gruppe, es war fünf, hatte Angst vor ihm.“

Gestoßen, an den Ohren gezogen, angeschrien

Schließlich sei herausgekommen, dass der Mitarbeiter einem Kind die Hand schmerzhaft verdreht haben soll. Weitere Vorwürfe folgten. Unter anderem soll ein Kind mit dem Kopf gegen die hölzerne Bettkante gestoßen, andere sollen an den Ohren gezogen worden sein.

Landesjugendamt prüft Konsequenzen

Eher zufällig muss das Jugendamt des Kreises von einem der Vorfälle erfahren und sofort reagiert haben. Eine Mutter hat nach LN-Informationen Anzeige erstattet. Das Landesjugendamt ist im Austausch mit dem Jugendamt „und prüft die Ergreifung weiterer Maßnahmen, beziehungsweise mögliche aufsichtsrechtliche Konsequenzen oder Maßnahmen“, heißt es auf LN-Anfrage aus dem Kieler Sozialministerium.

Kinder sind anderswo untergebracht worden

„In der vergangenen Woche wurden für die Kinder im Einvernehmen mit den jeweiligen Personensorgeberechtigten andere Lösungen der Unterbringung gefunden“, heißt es seitens des Kreises Segeberg. Einer der Geschäftsführer hatte gegenüber den LN angegeben, alle Kinder seien „nach Beendigung der Maßnahme“ wieder zu den Eltern zurückgekommen. Das trifft nach LN-Informationen nur für einige Kinder zu. Aus der Geschäftsführung hieß es zudem, dass alle vorgebrachten Vorwürfe haltlos seien, es handele sich vielmehr um „einen Machtkampf zwischen Mitarbeitern, der auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird“.

Pläne sahen bis zu 24 Kinder vor

Mit der Wohngruppe für acht Kinder zwischen vier und zwölf Jahren war die Schloss Traventhal GmbH vor gut einem Jahr an den Start gegangen. Eine weitere Gruppe sollte in diesem Jahr in das ehemalige Gutshaus auf dem Landgestüt einziehen. Die Pläne sahen für die Zukunft die Unterbringung von bis zu 24 Jungen und Mädchen vor.

Von Heike Hiltrop

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