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Segeberg Misshandlungsvorwürfe gegen Mitarbeiter: Kripo ermittelt
Lokales Segeberg Misshandlungsvorwürfe gegen Mitarbeiter: Kripo ermittelt
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17:14 13.09.2019
Verwaist: Die Kinder haben die Einrichtung in Traventhal verlassen. Quelle: Heike Hiltrop
Traventhal

Bobbycars und Roller stehen auf der Eingangstreppe. Die frisch gemähte Wiese lädt zum Spielen und Toben ein. Doch das große, alte Backsteingebäude, das die Stirnseite vom einstigen Landgestüt Traventhal schmückt, ist verwaist. Es ist kein Jahr her, dass in dem alten Herrenhaus eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe ihren Betrieb aufgenommen hat. Doch die Kinder, die hier in einer ersten Wohngruppe untergebracht waren, haben vor Kurzem das Haus verlassen. Der Vorwurf gegen einen Mitarbeiter wiegt schwer: Misshandlung Schutzbefohlener. Konkret betroffen sein soll ein Kind. Am Montag sei Strafanzeige erstattet worden. Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen aufgenommen.

Staatsanwaltschaft bestätigt erste Ermittlungen

Das bestätigt Oberstaatsanwalt Axel Bieler aus Kiel gegenüber den LN. Der Staatsanwaltschaft selbst liege der Fall noch nicht vor, da der Anfangsverdacht jetzt geprüft werde. Was genau vorgefallen ist, sollen jetzt die Untersuchungen der Kripo ergeben. Nach LN-Informationen hatten sich Mitarbeiter an das Kreisjugendamt gewendet und auf mögliche Missstände aufmerksam gemacht. Die Kreisbehörde verwies auf LN-Nachfrage an das Land. Das als Heimaufsicht zuständige Landesjugendamt im Kieler Sozialministerium schweigt allerdings zu dem Vorgang. „Da Informationen aus Prüfverfahren zu einzelnen Einrichtungen dem Sozialdatenschutz unterliegen (. . .) Das dient grundsätzlich auch dem Schutz der Kinder und Jugendlichen“, heißt es dazu lediglich auf Anfrage schriftlich aus dem Ministerium.

Derzeit sind keine Kinder in der Einrichtung

Nach Informationen der Lübecker Nachrichten soll es weitere „Vorfälle“ gegeben haben, die von anderen Mitarbeitern aufgeführt worden sein sollen. Es soll sich dabei aber nicht um sexuelle Übergriffe handeln. Die Einrichtung ist offenbar nicht behördlich geschlossen worden, allerdings sollen alle Kinder mittlerweile anderweitig untergebracht worden sein.

Einrichtungen in Schleswig-Holstein

Etwa 1500 Einrichtungender Kinder- und Jugendhilfe gibt es laut Sozialministerium aktuell in Schleswig-Holstein. Darunter sind 676 Heimeinrichtungen, über 700 sonstige betreute Wohnformen und knapp 80 Tagesgruppen, die einer Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes bedürfen. Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen erfolgt in Abstimmung zwischen den zuständigen Jugendämtern und der Einrichtungen entsprechend des Bedarfes erzieherischer Hilfen (nach dem Sozialgesetzbuch).

Dem widerspricht man in der Chefetage der Schloss Travethal GmbH vehement. Alle Kinder seien zu ihren Eltern zurückgekehrt, da „die Maßnahme zur Unterbringung“ beendet sei, betont man hier. Dass derzeit keine Jungen und Mädchen betreut werden, erklärt einer der beiden Geschäftsführer mit einem Wasserschaden am Gebäude.

Geschäftsführung widerspricht den Vorwürfen

„Ja, es gibt Vorwürfe einiger Mitarbeiter, andere sehen das ganz anders. Wir haben ein Kinderschutzkonzept, das voll gegriffen hat. Keinem der Kinder ist etwas passiert“, unterstreicht einer der beiden Geschäftsführer gegenüber den LN. Die vorgebrachten Vorwürfe seien haltlos, es handele sich vielmehr um „einen Machtkampf zwischen Mitarbeitern, der auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird“.

Betriebserlaubnis für eine Wohngruppe mit zehn Jungen und Mädchen

Erst seit Mitte 2018 gibt es die Betriebserlaubnis für eine Wohngruppe in dem alten Herrenhaus. Sie umfasst die stationäre Betreuung von kapp zehn Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren, deren Eltern sich nicht um sie kümmern wollen oder können. Die Pläne sehen bisher einen Ausbau der Einrichtung auf bis zu drei Gruppen mit über 20 Kindern vor.

Von Heike Hiltrop

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